Jubel bei Burkina Faso nach dem überraschenden und glücklicken Ausgleich zum 2:2 in letzter Sekunde gegen Guninea Conakry. © Klaus-Peter Berg

Verlieren ist nicht ihr Ding

Für die Fußballer ist der African-Football-Cup ein Erfolg – für die Schiedsrichter nicht immer

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Auch beim zweiten Spieltag des African-Football-Cup in der Pauliner Marsch konnten sich die zahlreichen Zuschauer – geschätzt waren es weit mehr als 1000 – über spannende Spiele und zahlreiche Tore freuen. Und auch am Rande des Turniers ging es mit zahlreichen angebotenen Leckereien und viel rhythmischer Musik hoch her. Es blieb Platz für Gespräche, Kinder aller Altersklassen tummelten sich auf den Wiesen des Geländes. Das Turnier ist, das ist bei dieser Resonanz eindeutig, in der Stadt angekommen.

Mit einem 8:1-Kantersieg über Algerien machte Titelverteidiger Gambia alles klar für den Einzug ins Viertelfinale. Aber auch Vorjahresfinalist Kamerun hat sich nach dem zweiten Turniersieg bereits vor dem dritten Spieltag am kommenden Sonntag vorzeitig für die nächste Runde qualifiziert.

Etwas schwerer taten sich hingegen die Mannschaften von Guinea-Bissau und Ghana, die im Vorjahr noch das „kleine Finale“ um Platz drei ausgespielt hatten. Während Ghana sich nach dem Auftakt-Unentschieden gegen Guinea Conakry dieses Mal mit 3:0 gegen Somalia durchsetzen konnte, verlor Guinea-Bissau gegen Sierra Leone und benötigt nun am kommenden Sonntag gegen das starke Südafrika unbedingt einen Sieg, um nicht vorzeitig auszuscheiden.

Die meisten der insgesamt acht Spiele des zweiten Spieltages verliefen überaus spannend. Hier und da kam sogar Hektik auf, so dass die Schiedsrichter-Gespanne reichlich zu tun bekamen. „Wir mussten dieses Mal sogar häufiger zu Gelben, aber auch zu Roten Karten greifen“, berichteten die Schiedsrichter. Vielleicht lag die leicht erhöhte Aggressivität in den Spielen auch an der drückenden Schwüle, die den ganzen Tag über herrschte. Aber für die Fußballer aus Afrika geht es auch um die Ehre. Verlieren ist nicht ihre Sache.

Eine der spannendsten Partien lieferten sich Guinea Conakry und Burkina Faso (2:2), die am Ende fast mit einem kleinen Eklat und den Versuch eines Einspruchs durch Guinea Conakry endete. Bis kurz vor Schluss lag Guninea Conakry mit 2:0 in Führung und schien einem sicheren Sieg entgegen zu gehen. Doch als Burkina Faso per Foulelfmeter auf 2:1 verkürzte, kam noch einmal Spannung auf. Der Druck wurde größer und die Spieler von Guinea Conakry stoppten immer wieder mit kleinen Fouls und vor allem mit Zeitspiel die heftiger werdenden Angriffe des Gegners. Besonders bunt trieb es der Torhüter vom Guinea Conakry, der für eine eindeutig simulierte Verletzung von Schiedsrichter Agbogan Kofi Engonuto die Gelbe Karte sah.

Beim letzten verzweifelten Angriff von Burkina Faso lief der Conakry-Torhüter weit aus seinem Kasten heraus und stoppte den Ball außerhalb des Strafraums. Das gab erneut Gelb und somit die Gelb-Rote Karte für den Keeper und zudem noch einen Freistoß direkt von der Strafraum-Grenze. Einige der Betreuer von Guinea-Bissau deuteten das Handzeichen des Schiedsrichters wohl als indirekten Freistoß. Denn als der Schütze den Ball zum 2:2 für Burkina Faso direkt in die Maschen drosch, war die Aufregung groß. Es war dann auch die letzte Aktion des Spiels in der Nachspielzeit.

Einen mündlich vorgetragenen Versuch eines Einspruchs gegen die Spielwertung ließen die Schiedsrichter und auch der Oberschiedsrichter nach kurzer Diskussion nicht zu. „Alles korrekt“, meinte sie übereinstimmend. Immerhin hat Guinea Conakry nach dem zweiten Unentschieden noch immer die Chance auf ein Weiterkommen. Ein Sieg gegen Somalia an diesem Sonntag könnte dazu schon reichen. Gegen Schiedsrichter-Tatsachen-Entscheidungen lässt sich eben nichts unternehmen.

FC Union 60 Region/Bremen

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