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VfB Lübeck mit 2:1-Sieg über Hannover 96 auf Spitzenkurs

Jürgen Rönnau
Daniel Franziskus versuchte Grupe einzufangen, als er jubelnd abzog. Auch Tim Weißmann eilt hinterher. © Agentur 54° / John Garve

Viele Emotionen gab es auf der Lohmühle beim 2:1-Zittersieg!

Der VfB Lübeck bleibt in der Spur und in der Regionalliga auf Spitzenkurs. In einer von Emotionen geprägten, höchst unterhaltsamen Partie gewannen die Grün-Weißen auf der Lohmühle vor 2017 Zuschauern mit 2:1 gegen Hannover 96 II. Damit zementierte das Team von Trainer Rolf Landerl den zweiten Tabellenplatz, bleibt im achten Spiel in Folge ungeschlagen und Spitzenreiter VfL Wolfsburg II hautnah auf den Fersen. Den Zuschauern wurde viel geboten: Zwei VfB-Tore nach einem 0:1-Rückstand, zehn gelbe Karten, zweimal Gelb-Rot, drei auf die Tribüne verwiesene übermotivierte Offizielle – es traf zwei Hannoveraner, für den VfB musste Co-Trainer Ronny Hornek die Coaching-Zone räumen. Und am Ende blieben die drei Punkte in Lübeck. Die „Mühle“ feierte!

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Cemal Sezer setzte zum Schuss an. Christian Schulz konnte gerade noch dazwischen grätschen und den Schuss abwehren. © Agentur 54° / John Garve
0:1! Sven Mende blickt sauer drein. Hannovers Spieler freuen sich über den Führungstreffer. © Agentur 54° / John Garve
Daniel Franziskus musste nach einem Foul auf dem Feld behandelt werden. Für den Torjäger ging es aber weiter. © Agentur 54° / John Garve
Cemal Sezer setzt zum Schuss an, nachdem er sich vorher gut durchgesetzt hat und trifft zum... © Agentur 54° / John Garve
... 1:1! Er erzielt den Ausgleich gegen Hannover 96. © Agentur 54° / John Garve
Christian Schulz im Kopfballduell mit Daniel Franziskus! © Agentur 54° / John Garve
Yannick Deichmann hat den Ball aus zwei Meter ins Gesicht bekommen und ist sofort benommen zu Boden gegangen. Rudelbildung inklusive! Nach der Behandlungspause konnte er aber weiterspielen. © Agentur 54° / John Garve
Kresimir Matovina behauptet gegen Tim Dierßen den Ball. © Agentur 54° / John Garve
Tommy Grupe fällt der Ball nach einem Deichmann-Schuss, der an die Latte geht, auf die Füße. Er hält drauf - die Führung für den VfB Lübeck! © Agentur 54° / John Garve
Daniel Franziskus versuchte Grupe einzufangen, als er jubelnd abzog. Auch Tim Weißmann eilt hinterher. © Agentur 54° / John Garve
Es gab kein Halten mehr - bis Franziskus Tommy Grupe stoppte! © Agentur 54° / John Garve
Dennis Hoins versucht Mete Kaan Demir zu stoppen. Der Hannoveraner kann sich hier aber durchsetzen. © Agentur 54° / John Garve
Ahmet Metin Arslan mit der Grätsche gegen Niklas Tarnat. © Agentur 54° / John Garve

Der VfB begann das Spiel offensiv. Eine sehenswerte Kombi ausgehend von Florian Riedel über Cemal Sezer und Daniel Franziskus, konnte Yannick Deichmann nicht veredeln, sein Schuss wurde zur Ecke abgewehrt (5. Minute). Fast alles lief bei den Gastgebern zunächst über rechts, während die Gäste ihre Versuche ebenfalls über ihre rechte Seite und den blitzschnellen Noah Sarenren-Bazee.

Die Szene, die das ansehnliche Spiel zum feurigen Emotionsduell machte, ereignete sich in der 23. Minute: 96s Lars Ritzka schoss beim Versuch eines Befreiungsschlages Yannick Deichmann aus kürzester Entfernung k.o. - der Lübecker 10er fiel fast direkt vor der eigenen Bank wie ein gefällter Baum. Es kam zur Rudelbildung, Grün gegen Rot, Trainer und
Betreuer mittendrin – und der ohnehin überforderte Schiedsrichter Konrad Oldhafer bekam die Partie von diesem Zeitpunkt an nicht mehr richtig unter Kontrolle. In puncto Aggressivität waren beide Teams auf Augenhöhe, sportlich aber setzte Hannover das erste Ausrufezeichen. Deichmann hatte am 96er Strafraum den Ball verloren, die Gäste konterten
schnell, Sarenren-Bazee schloss zum 1:0 für die Gäste ab (27.). Vielleicht hätte Tim Weißmann den Angriff durch ein taktisches Foul unterbrechen können . . .

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Der VfB wehrte sich sofort: Chance für Sezer – Kopfball nicht hart genug (33.), Steilpass von Mende - gefährlich, aber zu steil für Franziskus. (34.) Dann machte Mende es präziser: Der gestern bärenstarke Sezer nahm den Pass auf, drang unwiderstehlich in den Strafraum ein, schüttelte Gegenspieler Springfeld ab und knallte die Kugel aus spitzem Winkel von links rechts ins lange Eck des 96-Tores zum sehenswerten 1:1 (35.). Zehn feurige Minuten folgten. Den Schlusspunkt dahinter setzte Tommy Grupe. Nach einer Ecke hatte Deichmann den Ball torreif aus 16 Metern an die Unterkante der Latte gezimmert, 96 wehrte schwach ab, Grupe war da vollendet zum 2:1 für den VfB (45.+3). Wehrmutstropfen in der ausgeglichenen zweiten Halbzeit: Daniel Halke sah seine 5. Gelbe Karte, fehlt am kommenden Sonntag in Havelse ebenso gesperrt, wie Sven Mende, der wegen zwei handelsüblicher Fouls zweimal Gelb binnnen 120 Sekunden sah, was Gelb-Rot und Platzverweis bedeutete. Gut, dass gegen Havelse der heute gesperrte Aleksandar Nogovic wieder dabei ist.

Hier geht es zu den Stimmen zum Spiel.

Statistik zum Spiel:

VfB Lübeck: Schuchardt - Riedel, Halke, Grupe, Weißmann, Matovina - Deichmann (53. Hoins), Mende, Arslan - Franziskus (77. Thiel), Sezer (86. Sezer)
Hannover 96 II: Weinkauf - Wolf, Schulz, Springfeld, Ritzka - Tarnat, Dierßen (77. Riegel), Marusenko (64. Emghames), Demir - Hadzic (83. Stefandl), Sarenren Bazee
Schiedsrichter: Oldhafer (Hamburg) - Z.: 2017
Tore: 0:1 Sarenren Bazee (27.), 1:1 Sezer (34.), 2:1 Grupe (45.+3)
Gelb: Halke (5), Matovina (2), Riedel (2), Mende (3) - Wolf, Springfeld, Tarnat, Hadzic, Marusenko, Sarenren Bazee
Gelb-Rot: Mende (58.) / Springfeld (70.)

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Einzelkritik: VfB Lübeck beim VfB Oldenburg

Kevin Rene Tittel: Bei allen Oldenburger Toren machtlos. Offenbarte nicht zum ersten Mal kleinere Schwächen bei Flanken. Kurz vor der Pause „flutschte“ ihm ein Ball aus den Händen und fiel einem Oldenburger vor die Füße – das blieb aber folgenlos. © Agentur 54°
Tim Weißmann: Heute ein Unsicherheitsfaktor in der Defensive. Leistete sich einen dicken Klops vor dem 0:2, als ihm ohne Gegnerdruck der Ball vom Fuß sprang. © Agentur 54°
Florian Riedel: Grobe Abwehrschnitzer – das muss in dieser Partie positiv erwähnt werden – unterliefen ihm nicht. Nach vorne blieb aber auch er heutige einiges schuldig. Flanken blieben auch von seiner Seite Mangelware. © Agentur 54°
Daniel Halke: Wirkte im Kopf immer einen Schritt zu langsam. Seine Anspiele nach vorne waren viel zu ungenau. © Agentur 54°
Aleksandar Nogovic: Landerl verzichtete darauf den erfahreneren Halke auf die Zentrale in der Innenverteidigung zu setzen. Und das zu Recht. „Nogo“ ersetzte Grupe gut, machte noch den stabilsten Eindruck in der VfB-Abwehr und konnte - abgesehen vom 0:3 - bei den Gegentoren nicht mehr eingreifen. © Agentur 54°
Kresimir Matovina: War auf Links vollkommen abgemeldet, nichts war von der starken Form der Vorwoche zu sehen. Wurde zur Pause rausgenommen. © Agentur 54°
Sven Mende: Verlor den Ball vor dem 0:1 im Aufbauspiel in der Zentrale. Sowas darf ihm nicht passieren. Offensiv mit zwei, drei guten Zuspielen, insgesamt aber unter Normalform. Gute Flanke auf Arslan zum 1:4, doch da war das Spiel gelaufen. © Agentur 54°
Ahmet Arslan: Setzte nach einer Minute die erste Duftmarke, als er von der Strafraumkante den Ball knapp am Tor vorbeischlenzte. Dabei blieb es dann aber auch. Hatte kaum überraschende Aktionen, die dem Spiel noch eine Wendung hätten verleihen können. Immerhin gelang ihm der Ehrentreffer per Kopf zum 1:4. © Agentur 54°
Daniel Franziskus: Hatte enormes Abschlusspech. Im ersten Durchgang nach Sezer-Vorlage noch neben das Tor - nach 51 Minuten zunächst per Kopf, eine Minute später mit dem Fuß erneut ans Aluminium. © Agentur 54° / John Garve
Cemal Sezer: Kam zur Halbzeit für Dippert. Brachte mehr Schwung rein, doch vergab auch die beste VfB-Chance nach 55 Minuten, als er aus spitzem Winkel das leere Tor nicht traf und damit auch die Möglichkeit verpasste, das Spiel nochmals spannend zu gestalten. © Agentur 54°
Leon Dippert:  Kein Faktor im VfB-Spiel. Bekam wenige Bälle und offenbarte dann Tempo- und Technikdefizite. Nahm nach der Pause auf der Bank Platz. © Agentur 54°
Yannick Deichmann: Aktiver als Matovina, doch das war nicht schwer. Unglücklich, als er etwas unkoordiniert Arslan im Mittelfeld anschoss, was zum Konter zum 0:4 führte. © Agentur 54°
Marvin Thiel: Eigentlich auf Außen beheimatet, musste er heute auf ungewohnter Position als Sechser ran. Machte seine Sache gut, spielte starke Pässe in die Tiefe und zeigte sich Ballsicher. © Agentur 54°
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