31. Dezember 2017 / 14:08 Uhr

VfB-Lübeck-Talent im Sommer zum FC Barcelona

VfB-Lübeck-Talent im Sommer zum FC Barcelona

Jürgen Rönnau
Juri Knorr 2014 beim Regionalligaspiel des VfB Lübecks gegen Hannover 96. Mit dem Trikothalten machte er damals schon öfters Bekanntschaft.
Juri Knorr 2014 beim Regionalligaspiel des VfB Lübecks gegen Hannover 96. Mit dem Trikothalten machte er damals schon öfters Bekanntschaft. © Objectivo
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Juri Knorr ist ein Superfußballer - aber Barca holt ihn als Handballer

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Das ist schon eine irre Geschichte. Da gibt es in Lübeck ein Supermultitalent. Der Junge kann kicken und er kann Handball spielen wie kein anderer in seinem Alter. Es geht um Juri Knorr, den 17-jährigen Bad Schwartauer, den Sohn von Ex-Handballstar Thomas Knorr. Jahrelang ist er zweigleisig gefahren, hat Leistungsfußball auf der Lohmühle gespielt (u.a. mit
Ryan Adigo, der vom HSV abgeworben wurde und schon als Jugendlicher weiter nach Gladbach transferiert wurde, jetzt DFB-U-Nationalspieler ist). Und er hat natürlich wie der Vater Handball gespielt. Beim VfL Bad Schwartau. Dann musste er sich entscheiden. Seit zwei Jahren spielt Juri nur noch Handball, ist einer von Deutschlands Besten. Und das blieb nicht unbemerkt. Der FC Barcelona wurde aufmerksam. Und: Im Sommer wechselt Juri nach Barcelona in die legendäre Talentschmiede "La Masia". Dort wohnen junge Handballer und Fußballer zusammen, dort sind Messi, Iniesta und Co ausgebildet worden. Mehr geht nicht!

In die Fußstapfen von Messi und Co.


„Eigentlich hätten die Spanier mich schon diesen Sommer verpflichten wollen, nachdem sie mich im letzten Januar bei den Mittelmeerspielen in Paris beobachtet hatten, wo wir mit der U17-Nationalmannschaft das Finale gegen Spanien mit 30:25 gewannen. Aber ich wollte erstmal das letzte Schuljahr absolvieren und ein gutes Abitur machen“, berichtet Knorr junior.

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Vater Knorr fügt hinzu: „Zum einen kam der Kontakt zu Barca über dessen Manager David Barrufet zustande, da wir uns noch gut von vielen früheren Duellen gegeneinander kennen. Zum anderen fügte es sich gut, dass mittlerweile Roi Sanchez die B-Mannschaft des FC Barcelona coacht, nachdem er zuvor beim TSV Hannover-Burgdorf die Bundesliga- Jungs trainiert hatte und ,Co’ bei den Bundesliga-Männern war.“ Sanchez sorgt dafür, dass Juri Knorr ab nächsten Sommer bei seinem zunächst für zwei Jahre in der B-Mannschaft (aktuell Elfter in der 2. Liga) vereinbarten Katalanien-Gastspiel wenigstens ein bisschen „deutsches Flair“ verspüren kann.

Dennis Otto, der gebürtig aus Lensahn kommt, spielte einst für den FC Barcelona, konnte dem Druck des Profigeschäfts aber nicht standhalten.
Dennis Otto, der gebürtig aus Lensahn kommt, spielte einst für den FC Barcelona, konnte dem Druck des Profigeschäfts aber nicht standhalten. © Kai Otto
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Denn deutsche Mitspieler gibt es bei Barca zumindest noch nicht. Der letzte - ebenfalls mit Ostholsteiner-Wurzeln - der in La Masia ausgebildet wurde, war Fußballtorwart Dennis Otto. Ebenfalls ein Riesentalent, das allerdings dem Megadruck nicht standhielt, La Masia und Barcelona kürzlich verließ und von Leistungsfußball nichts mehr wissen wollte.

Dessen ungeachtet betont der 17-jährige „Spanier in spe“, Juri Knorr: „Ich freue mich darauf, ein neues Land und eine neue Sprache kennenzulernen. Wir haben uns das ganze Barca-System mit dem Nachwuchszentrum La
Masia und allem Drumherum bereits im Juli gründlich angeschaut. Ich durfte auch schon mittrainieren und habe ein gutes Gefühl, dort später in einer geplanten Dreier-WG nicht weit vom Trainingskomplex entfernt gut zurechtkommen zu können.“ Das hat auch Knorr senior. Der 46-Jährige erklärt mit der Erfahrung von 83 Länder- und über 500 Bundesliga-Spielen: „Ich freue mich für Juri. Das waren gute Gespräche und faire Verhandlungen mit dem FC Barcelona, die wir jetzt abgeschlossen haben. Und es ist auch gut, dass er aus dem hiesigen Dunstkreis herauskommt. Und sicherlich wird er allmählich auch bei der ersten Mannschaft reinschnuppern können oder vielleicht sogar die Saisonvorbereitung mitmachen können.“

Mit Andreas Oelker

Juri Knorr stellt seine Gegenspieler in den Schatten. Das Talent war seinen Gegnern oft überlegen. Hier marschiert Knorr gegen die Spieler vom TSV Havelse U15 durch Zur Galerie
Juri Knorr stellt seine Gegenspieler in den Schatten. Das Talent war seinen Gegnern oft überlegen. Hier marschiert Knorr gegen die Spieler vom TSV Havelse U15 durch ©
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