11. Februar 2018 / 22:14 Uhr

VfB Peine stoppt den Favoritenschreck

VfB Peine stoppt den Favoritenschreck

Christian Meyer
Fußball-Kreis-Chef Hans-Hermann Buhmann (rechts) übergab den Volksbank-Cup an VfB-Kapitänin Jana Schrader. Stefan Honrath (links), Leiter der Direktion Peine der Volksbank Brawo freut sich mit.
Fußball-Kreis-Chef Hans-Hermann Buhmann (rechts) übergab den Volksbank-Cup an VfB-Kapitänin Jana Schrader. Stefan Honrath (links), Leiter der Direktion Peine der Volksbank Brawo freut sich mit. © Isabell Massel
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Ausgewackelt, ausgeguckt, reingemacht: Mit ihrem feinen Treffer zur 2:0-Entscheidung gegen Favoritenschreck und Turnier-Spaßmacher Vechelde ließ Martina Farkasovska den VfB Peine im Finale jubeln. Dank einer ordentlichen Leistungssteigerung hat der Landesligist erstmals seit 2010 wieder die Hallen-Fußball-Kreismeisterschaft gewonnen. 

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„Jetzt kann ich abdanken“, scherzte VfB-Trainer Torben Harnagel erleichtert nach seiner Titel-Premiere.

Finale

Arminia Vechelde – VfB Peine 0:2. VfB-Fan Felix Klages hatte es gewusst. Der Schüler trug ein launiges T-Shirt mit der Aufschrift „Meine Mädels schaffen das!“ Sie schafften es sogar souverän im Finale. Nicht nur mit seinem Schlachtruf „1, 2, 3 – Zebrastreifen“ hatte Kreisligist Vechelde für Staunen gesorgt, er ärgerte mit seinem leidenschaftlichem Auftreten auch mehrere Favoriten. Doch im Finale war damit Schluss. VfB-Kapitänin Jana Schrader rutschte in einen Querpass und erzielte nach nur 90 Sekunden die 1:0-Führung. Echte Torchancen für die Vechelder ließ der VfB danach nicht zu, spielte geordnet und strukturiert. Martina Farkasovska belohnte das mit ihrem achten Turnier-Treffer – das 2:0 der besten Torjägerin der Hallen-Kreismeisterschaft war die Entscheidung. Die VfB-Spielerinnen hüpften nach Abpfiff jubelnd im Kreis der Silberkamp-halle. „Wir sind nicht gut ins Turnier gekommen. Es hat mich ungemein für die Mädels gefreut, dass sie die Nervosität zum Glück noch losgeworden sind. Von Spiel zu Spiel wurden wir besser und waren ab dem Halbfinale auch die beste Mannschaft. Im Finale waren wir einfach strukturierter“, stellte VfB-Trainer Torben Harnagel erfreut fest.

Die Final-Niederlage konnte den Vecheldern die gute Laune nicht vermiesen. Sie hatten mit ihrer Spielweise viele neue Fans gewonnen. „Wir sind mehr als zufrieden, haben die Erwartungen übertroffen. Wir haben leidenschaftlichen und auch taktisch guten Fußball gezeigt“, schwärmte Arminia-Trainer Stefan Oelmann.

Halbfinals

Teutonia Groß Lafferde – Arminia Vechelde 1:2. Nach diesem Sieg tanzten die jungen Wilden der Arminia so auf dem Feld, als hätten sie gerade den Titel gewonnen. Spiel gedreht, Finale erreicht – die Turnier-Sensation war perfekt. Bezirksligist Groß Lafferde war zwar nach nur 35 Sekunden durch Claudia Bremer in Führung gegangen, doch Kreisligist Vechelde zeigte Moral. Wirbelwind Jule Dissen glich zum 1:1 aus (6). Die zur besten Spielerin des Turniers gewählte Vechelderin hatte den Ball zuvor selbst erobert und vorm Abschluss noch cool Teutonia-Keeperin Stephanie Leu umkurvt. Mit einem Distanzschuss von der Mittellinie gelang Franziska Grabinski das umjubelte Siegtor – und Mitfavorit Groß Lafferde war raus. „Von meinen Mädels war nur eine über 20. So nach einem 0:1 zurückzukommen, war für mich unser Höhepunkt des Turniers“, lobte Arminia-Coach Stefan Oelmann. Teutonia-Trainer Olaf Pickhardt trug das Aus mit Fassung. „Zwei individuelle Fehler haben die Niederlage eingeleitet. Aber irgendwie hat es mich für Vechelde auch gefreut“, gratulierte er.

VfB Peine – FC Pfeil Broistedt II 2:0. Landesligist VfB spielte effektiver als die Broistedter Bezirksliga-Reserve. Im Nachschuss traf Martina Farkasovska zum 1:0. Die stärkste Broi-stedterin war chancenlos. Keeperin Laura Hagedorn hielt gegen ihr Ex-Team bärenstark, konnte aber auch das 0:2 nicht verhindern. Nach einem Pfostenschuss hatte Jana Schrader zur Entscheidung abgestaubt, und zum ersten Mal nach drei Jahren stand nicht der FC Pfeil als Sieger auf dem Pokal.

Spiel um Platz 3

Teutonia Groß Lafferde – FC Pfeil Broistedt II 1:0. An Chancen mangelte es den Broistedterinnen nicht, aber irgendwie wollte der Ball nicht rein. Vor allem Pfeil-Youngster Carolin Beukert hatte mehrmals die Führung auf dem Fuß. Doch das einzige Tor erzielten die Groß Lafferderinnen. Einen Freistoß-Ableger hämmerte Lisa Voß zum Siegtor in die Maschen, und Teutonia-Coach Olaf Pickhardt freute sich über einen versöhnlichen Abschluss. „Alles gut. Ich war zufrieden mit dem Verlauf. Wir haben die Gruppe schließlich ohne Gegentor gewonnen. Aber man hat uns angemerkt, dass wir nie mit dem Futsal trainiert haben“, bilanzierte er. Es sei zwar etwas mehr drin gewesen, konstatierte Pfeil-Coach Marco Simon, doch auch mit Platz vier war er zufrieden. „Wir haben unser Minimal-Ziel erreicht. Mit der Chancenverwertung war ich nicht so zufrieden, dafür aber mit dem Einsatz“, resümierte er.

Dank einer ordentlichen Leistungssteigerung hat der Landesligist VfB Peine erstmals seit 2010 wieder die Hallen-Fußball-Kreismeisterschaft gewonnen.

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Die Vorrunde

Gruppe A

Bezirksligist Groß Lafferde ließ nichts anbrennen und marschierte ohne Gegentor mit vier Siegen zum Gruppen-Sieg. Broistedts Bezirksliga-Reserve hatte zwar sogar noch ein Tor mehr erzielt als die Lafferder, das entscheidende Spiel um Platz eins aber mit 0:1 verloren. Platz drei holte die FSG Wipshausen/Didderse obwohl sie den nach einer 2:0-Führung im Gruppen-Finale gegen Hohenhameln fast noch verspielt hätte. Dass die Hohenhamelner noch zum 2:2 ausgleichen konnten, das vermochte auch die stärkste FSG-Spielerin nicht zu verhindern. Keeperin Larissa Hintzen wurde von den Teams zur besten Torhüterin der Kreismeisterschaft gewählt. Nicht nur deshalb war FSG-Coach Volker Hintzen zufrieden. „Es ist besser gelaufen, als erwartet. Es hat lange gedauert, bis die Favoriten gegen uns ein Tor erzielen konnten. Wir haben nur eine kleine Halle zum Trainieren, doch meine Mädels haben sich gut auf das größere Feld eingestellt. Mit Platz drei können wir sehr gut leben“, bilanzierte Hintzen.

Dritter wären auch die Hohenhamelner gerne geworden – doch trotz der Aufholjagd gegen Wipshausen reichte es nicht mehr. „Die Schlussphase in dem Spiel hat mir richtig gut gefallen. Ansonsten hat man uns aber angemerkt, dass wir am Abend zuvor Fastnacht gefeiert haben. Beim Aufwärmen waren erst sechs von zehn Spielerinnen da, es fehlte ein bisschen die Konzentration“, bilanzierte TSV-Coach Dave Stets.

Gruppe B

Schon im vierten Spiel hatte die Kreismeisterschaft ihre erste Überraschung. Die kecke U20 von Turnier-Spaßmacher Arminia Vechelde trotzte dem Landesligisten VfB Peine ein 2:2 ab. „Und wir hatten noch Glück“, gab VfB-Coach Torben Harnagel nach dem Ausrutscher gegen den Kreisligisten zu. Danach lieferten sich beide Teams ein Wettballern um Platz eins – und als die Vechelder der SG Solschen ein 8:0 einschenkten, sah es tatsächlich danach aus, als würde der Kreisligist als Gruppen-Erster ins Halbfinale einziehen. Doch der VfB schlug in seinem letzten Gruppen-Spiel noch einmal zurück und überholte die Vechelder mit einem 8:0-Schützenfest noch in der Tordifferenz. Die SG Solschen konnte einem leidtun.

Platz drei holte sich Bezirksligist SSV Plockhorst. Angesichts der angespannten Personallage war Coach Gerald Wiedenroth damit aber zufrieden. „Für uns war wichtiger, dass sich nicht noch jemand verletzt. Wir haben uns gut aus der Affäre gezogen“, sagte der SSV-Trainer. Beim Tor zum 3:1 gegen Bildung Peine gelang den Plockhorsterinnen beim Zusammenspiel von Hanna Gödecke und Merle Hintz auch eines der schönsten Tore.

Platz vier bei seiner Kreismeisterschafts-Premiere holte der TSV Bildung Peine, der sich tapfer wehrte und gegen die SG Solschen auch ein Spiel gewann. Angelina Ramm und Monja Minnich hatten den 2:0-Erfolg besorgt. „Es hat Spaß gemacht. Die Teamleistung war gut, keine Spielerin hat gemeckert – und nächstes Mal schießen wir noch mehr Tore“, sagte Daniel Weiß, Coach der erst vor der Saison neu gegründeten Mannschaft.

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