12. Januar 2018 / 11:35 Uhr

VfL 07: Alles auf Anfang

VfL 07: Alles auf Anfang

Stefan Freye
Jürgen Damsch (r) wird neuer Trainer beim FC Riensberg ´11
"Eine Trennung gehört zum Geschäft", sagt Jürgen Damsch. © Mario Nagel
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Der Bremen-Ligist ist wieder auf Trainersuche - der geschasste Jürgen Damsch geht enttäuscht, aber ohne Groll

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Leicht zu verkraften ist die Trennung nicht. „Natürlich bin ich enttäuscht“, sagt Jürgen Damsch. Zu Wochenbeginn hatte der VfL 07 die Zusammenarbeit mit dem Trainer beendet. Die Fußballer des Bremen-Ligisten werden bis zum Saisonende durch Marcel Wino betreut. Der ist eigentlich der Abteilungsleiter, hatte das Team vor einigen Jahren allerdings schon einmal gecoacht. Parallel dazu sucht der Verein einen neuen Trainer. „Es gibt drei, vier Kandidaten“, bestätigt VfL-Präsident Thomas Hennings. Er stellt sich dabei eine Frage: „Nehmen wir diesmal einen alten Hasen oder wieder einen jüngeren Trainer?“

Es geht also wieder los. Bereits vor rund einem Jahr, nachdem Björn Krämer seinen Wechsel zur SG Aumund Vegesack angekündigt hatte, war eine große Suchaktion gestartet worden. Es gab damals zahlreiche Kandidaten für die Position auf der VfL-Bank. Der Verein ist zwar nicht gerade für seine sportlichen Ambitionen bekannt – aber nachhaltig und in Ruhe arbeiten, das kann man in Findorff.

Für Jürgen Damsch bot sich also durchaus eine Chance, nachdem die Wahl im Frühjahr auf ihn gefallen war. Im Jugendbereich hatte der mittlerweile 31-Jährige bereits auf sich aufmerksam gemacht, Erfolge mit den Nachwuchsteams des SC Weyhe und des TuS Komet-Arsten gefeiert. Nun folgte der Schritt in den Herrenbereich – und im Sommer die Ernüchterung. Denn vom gestandenen Bremen-Liga-Kader war angesichts zahlreicher Wechsel nicht viel übrig geblieben.

Die ersten Amtshandlungen des neuen Trainers beschäftigten sich deshalb mit der Zusammenstellung einer neuen Mannschaft. „Er hatte die schwerste Aufgabe aller Trainer, es war eine totale Baustelle“, sagt Thomas Hennings. Deshalb sei den Verantwortlichen die Entscheidung gegen Jürgen Damsch nun auch so schwergefallen. Schließlich war dem Team ja
auch noch ein ziemlich guter Start geglückt, erst in den vergangenen Wochen blieb der Erfolg aus. Der VfL fiel auf den 13. Rang zurück, lag damit aber noch immer vier Punkte vor einem Abstiegsplatz. „Wir hätten das als Team rumgerissen“, meint Damsch.

Dass seine Anforderungen nicht geteilt wurden von der Mannschaft, wie von Thomas Hennings behauptet, glaubt der geschasste Trainer nicht. „Natürlich wollte ich das Optimum, aber das waren notwendige Anforderungen, keine Überforderungen“, betont Jürgen Damsch. Deshalb sieht er auch keinen direkten Zusammenhang zwischen seiner Arbeit und
den Abgängen des Winters. Neben Pascal Büssenschütt (der Pilot geht aus beruflichen Gründen nach Wien) haben auch Tarik Bayram, Julian Radke, Bastian Schade, Daniel Schlüter und Jürgen Tashi ihren Abschied angekündigt. „Das ist ganz normal“, findet Damsch, „es sind ja nie alle Spieler glücklich.“ Es sei auch gar nicht das Ziel eines Trainers, alle Spieler glücklich zu machen: „Die sportliche Situation entscheidet.“

Was die Entwicklung der Mannschaft betrifft, ist aber tatsächlich nicht alles nach Plan gelaufen – und Jürgen Damsch räumt ein, seinen Anteil an der Negativserie zu haben. Er sagt, nach den ersten Erfolgen habe die Mannschaft offensiver spielen wollen. „Das war aus meiner Sicht nicht möglich, denn wir waren noch nicht so weit“, erinnert sich der Trainer.
Um das Team bei Laune zu halten, sei er trotzdem auf einen Kompromiss eingegangen und habe „mutiger“ spielen lassen. Mit dem Ergebnis, dass der VfL seit dem 3:1 gegen den OSC Bremerhaven im Oktober keinen Sieg mehr landen konnte. „Wenn die Ergebnisse über einen längeren Zeitraum ausbleiben, fehlt der Glaube und es leidet die Stimmung“, sagt Jürgen Damsch.

Er möchte sich nun um seinen Trainer-A-Schein kümmern und endlich die Masterarbeit im Fach Sportwissenschaften abschließen. „Man sieht sich immer zwei Mal im Leben“, sagt Jürgen Damsch – und will deshalb nicht ausschließen, dass er in ein paar Jahren mal wieder mit dem VfL 07 zusammenarbeitet. Denn trotz aller Enttäuschung hat er den Verein
nämlich schätzen gelernt. „Eine Trennung gehört zum Geschäft", sagt Damsch, "und deshalb wünsche ich dem VfL und der Mannschaft auch alles Gute.“

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