10. Februar 2019 / 14:46 Uhr

VfL-Coach Labbadia nach Freiburg-Spektakel: „Der Grund, warum ich Fußball so liebe“

VfL-Coach Labbadia nach Freiburg-Spektakel: „Der Grund, warum ich Fußball so liebe“

Tim Lüddecke
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Verstehen sich blendend: Bruno Labbadia und Christian Streich.
Verstehen sich blendend: Bruno Labbadia und Christian Streich. © dpa
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Der VfL Wolfsburg und der SC Freiburg liefern sich beim 3:3 einen munteren Schlagabtausch – inklusive strittiger Entscheidungen. Am Ende tröstet in beiden Lagern das Spiel an sich über das Ergebnis hinweg. Freiburgs Trainer Christian Streich outet sich als VfL-Fan.

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Die Trainerkollegen Bruno Labbadia und Christian Streich pflegen eigentlich ein von gegenseitigem Respekt geprägtes Verhältnis. Auf der Pressekonferenz nach dem 3:3 zwischen dem VfL Wolfsburg und dem SC Freiburg in der Fußball-Bundesliga gab es dann aber doch einen kleinen Seitenhieb von Seiten Streichs.

Als Labbadia semi-zufrieden resümierte, dass „wir außer den Toren keine einzige Torchance zugelassen haben“, entgegnete Freiburgs Coach: „Vier Torchancen hatten wir: In der 90. stand’s doch 4:3…“ Labbadia lachend: „Das war klar, dass das kommt!“ Es war der letzte Schlagabtausch an diesem Samstag, der sich dort auf dem Podium zutrug, nachdem es auf dem Rasen zuvor ähnlich zugegangen war.

Die Stimmen zum 3:3-Remis des VfL Wolfsburg beim SC Freiburg:

Wout Weghorst: Die Enttäuschung überwiegt. Wenn du 3:2 in Führung gehst und nur noch wenige Minuten zu spielen sind, dann ist es schade, dass man die drei Punkte nicht mitnehmen kann.  Zur Galerie
Wout Weghorst: "Die Enttäuschung überwiegt. Wenn du 3:2 in Führung gehst und nur noch wenige Minuten zu spielen sind, dann ist es schade, dass man die drei Punkte nicht mitnehmen kann."  ©
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Freiburg gleicht dreimal eine Wolfsburger Führung aus

Dreimal war der VfL im Breisgau in Führung gegangen, dreimal kamen die Freiburger zurück – beinahe drehten sie die Partie sogar noch. Das angesprochene 4:3 fiel nämlich tatsächlich noch, durch einen Kopfball von Philipp Lienhart in der Nachspielzeit, das von Freiburg-Fans komplett ausgelastete Schwarzwaldstadion stand Kopf – doch dann erkannte der Videobeweis den Treffer ab.

Freiburgs Dominique Heintz hatte hinter Keeper Koen Casteels im Abseits gestanden – und diesen irritiert. Wolfsburgs Keeper: „Ich bin zum Schiri gelaufen, denn als es zum Kopfball kommt, zieht mich ein Freiburger am Arm.“ Der Unparteiische Felix Brych erklärte: „Der Spieler steht im Abseits, befindet sich im Zweikampf mit dem Torwart und behindert ihn.“

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Streich und das Geschmäckle

Für SC-Coach Streich hatte die Szene insofern ein Geschmäckle, weil er sie als Konzessionsentscheidung empfand: „Mir wurde gesagt, dass Wolfsburg auch noch einen Elfmeter hätte kriegen können.“ Er meinte damit die 67. Minute als Wout Weghorst im Strafraum gehalten wurde, der Pfiff aber ausblieb. „Doch ein so guter Schiedsrichter wie diesmal findet die Balance. Und sagen wir mal, wir hätten das 4:3 gemacht – dann hätte die Balance nicht ganz gestimmt“, sagte Streich.

Mit diesem 3:3 nach Toren von Jerome Roussillon, Wout Weghorst (per Elfmeter, als er in der 63. Minute schon einmal gehalten wurde) und Renato Steffen für Wolfsburg sowie Vicenzo Grifo, Nils Petersen und Joker Luca Waldschmidt mussten dann irgendwie alle leben.

Die Wölfe in Noten: Die Einzelkritiken zum Spiel des VfL Wolfsburg beim SC Freiburg

Koen Casteels: Konnte sich erst gegen Ende der ersten Halbzeit in Szene setzen - vorher kam von den Freiburgern nicht wirklich viel. Beim 1:1 durch Grifo war er dann erst machtlos. Beim 2:2 nach einer Ecke ebenfalls, allerdings trat ihm Freiburgs Heintz zuvor auf die Füße. Vor dem dritten Treffer kann er den Ball nicht festhalten. Note: 4 Zur Galerie
Koen Casteels: Konnte sich erst gegen Ende der ersten Halbzeit in Szene setzen - vorher kam von den Freiburgern nicht wirklich viel. Beim 1:1 durch Grifo war er dann erst machtlos. Beim 2:2 nach einer Ecke ebenfalls, allerdings trat ihm Freiburgs Heintz zuvor auf die Füße. Vor dem dritten Treffer kann er den Ball nicht festhalten. Note: 4 ©

Casteels sah Wolfsburger Dominanz

Was über die Enttäuschung, das Spiel nicht für sich entschieden zu haben (Labbadia: „Wir sitzen mit einem weinenden Auge in der Kabine – so wird es Freiburg aber auch gehen durch das letzte Tor“), hinweg tröstete, war das Spiel an sich. Und zumindest in dieser Hinsicht waren sich beide Trainer dann wieder einig. „So ist Fußball, so ist’s umkämpft, so ist’s toll“, konstatierte ein strahlender Streich.

Bei Labbadia klang es ähnlich: „Das ist der Grund, warum ich Fußball so liebe.“ Der VfL-Coach hatte seine Mannschaft seit langem mal wieder im 4-3-3 von Anfang an ins Spiel geschickt – der Plan ging auf. Keeper Casteels lobte: „Wir waren fußballerisch die bessere Mannschaft, haben dominiert.“

Streich: "Ich schaue gern Wolfsburg"

Freiburgs Trainer Streich beendete nach fünf Heimspielen, die er gegen den VfL allesamt verloren hatte, immerhin seine persönliche Durststrecke – outete sich aber trotzdem als Fan von Labbadias Mannschaft: „Sie bieten richtig tolle Fußballspiele, schon die ganze Saison. Ich schaue gern Wolfsburg.“ Das 3:3 war da freilich mit eingeschlossen.

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