29. August 2018 / 10:01 Uhr

VfL-Profi Renato Steffen ist Papa: „Möchte ihn am liebsten 24 Stunden am Tag abknutschen“

VfL-Profi Renato Steffen ist Papa: „Möchte ihn am liebsten 24 Stunden am Tag abknutschen“

Tim Lüddecke
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Renato Steffen ist frischgebackener Vater.
Renato Steffen ist frischgebackener Vater. © imago/Christian Schroedter
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Baby-Boom beim VfL Wolfsburg: Nach dem 2:1-Sieg gegen Schalke wurde auch Renato Steffen erstmals Papa eines Sohnes . Nach Marvin Stefaniak, Wout Weghorst, Paul Georges Ntep und Yunus Malli ist der Schweizer der nächste VfL-Profi, der frischgebackener Vater ist. 

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Renato Steffen hatte da zwar noch etwas vor am frühen Samstagabend, doch die La Ola mit den VfL-Fans ließ sich der Schweizer deswegen nicht nehmen. So ein Wolfsburger 2:1-Sieg in der Fußball-Bundesliga gegen Schalke 04 kommt ja nicht alle Tage vor. Danach hatte es der 26-Jährige aber doch recht eilig, denn bestimmte Erlebnisse kommen im Leben nur ein einziges Mal vor: die Geburt des ersten Kindes etwa. Daher machte er sich dann auch schleunigst auf den Weg ins Krankenhaus.

Herr Steffen, die Geburt war extra nach dem Spiel geplant, denkt man trotzdem daran, das Handy sicherheitshalber in den Stutzen zu stecken?

Nein. (lacht) Das hatte ich sowieso abgegeben, damit ich im Fall der Fälle hätte reagieren können. Mir war aber klar, dass ich nach dem Spiel ziemlich schnell losmusste.

Mit Schlusspfiff sind Sie dann also in die Kabine gesprintet?

Ich wusste in dem Moment eigentlich gar nicht, was ich machen sollte. Meine Eltern waren auch im Stadion – und ich bin dann erst mal zu ihnen hin. Ich war extrem emotional, da ist der ganze Druck von mir abgefallen. Meine Frau hatte mir nach dem Spiel direkt geschrieben, dass ich mich beeilen soll. Und dann bin ich in die Kabine gerannt, habe mich schnell umgezogen – und tschüss!

Alles gut verlaufen?

Ja! Und mit dem Sieg gegen Schalke war es ein rundum schöner Samstag. Um 19.48 Uhr war Lian auf der Welt.

Wie fühlt es sich an?

Es ist schwierig, dieses Gefühl zu beschreiben. Man ist einfach unheimlich stolz, so einen kleinen Wurm vor sich zu haben und zu wissen, das ist mein Fleisch und Blut. Ich möchte ihn am liebsten 24 Stunden am Tag abknutschen. Aber ich muss auch meiner Frau ein großes Lob aussprechen.

Bitte.

Ich weiß von ihr, dass sie um vier Uhr schon extreme Schmerzen hatte. Sie wollte mich aber unbedingt das Spiel spielen lassen. Obwohl ich ihr vorher bestimmt hundert Mal gesagt habe: Wenn ich wählen müsste, zwischen dem Spiel und der Geburt, würde jedes Mal das Baby vorgehen. So etwas erlebt man nicht jeden Tag. Da ist es umso schöner, wenn man eine solche Rückendeckung von der Frau bekommt – und dass sie das so mitgemacht hat. Nur für das Spiel.

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Also gehört auch ihr ein Anteil am Sieg gegen Schalke?

Sie hat mir zumindest das Gefühl gegeben, dass alles in Ordnung ist. Das war wichtig für den Kopf, dass ich nach dem Spiel direkt zu ihr kann. Und dass sie die Schmerzen dann noch auf sich genommen und nichts gesagt hat, das hat schon viel gebracht.

Ihr Trainer Bruno Labbadia hat Sie durchspielen lassen...

Ich habe ihm vor dem Spiel gesagt: Am Ende entscheiden Sie, aber ich bin vom Kopf her hundert Prozent da. Und wenn das nur ein Prozent nicht der Fall gewesen wäre, hätte ich das auch geäußert. Weil ich weiß, dass ich auch eine Verantwortung gegenüber der Mannschaft habe. Und nur dann kann man hundert Prozent Leistung abrufen.

Fiel es Ihnen leicht, die Begleitumstände 90 Minuten auszublenden?

Es war gut für mich zu wissen, dass das Baby am Samstag kommen wird. Die Ärzte haben ja ursprünglich schon ganz früh gesagt: Es könnte jetzt losgehen – deswegen war ich beim Freundschaftsspiel gegen Ajax (3. August, d. Red.) auch nicht dabei gewesen. Mit der Zeit war das echt mühsam, weil ich nie genau wusste, wann Lian kommt.

Waren Sie nun vor dem Schalke-Spiel besonders motiviert?

Ich bin sowieso in jedem Spiel extrem motiviert, aber das Gefühl zu wissen, es ist so weit, unser Kind kommt auf die Welt, das beflügelt schon noch mal. Vielleicht geht man mit schwierigen Situationen im Spiel im Unterbewusstsein auch besser um.

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Nach Marvin Stefaniak, Wout Weghorst, PG Ntep und Yunus Malli sind Sie der nächste VfL-Profi, der frischgebackener Vater ist. Werden in der Kabine nun die Baby-Fotos verglichen?

Da wahrt jeder auch ein bisschen die Privatsphäre. Ich habe eine Stunde nach der Geburt in unsere WhatsApp-Gruppe geschrieben, dass alles gut verlaufen ist, da gab es natürlich reichlich Glückwünsche. Und klar: Wir sind alle stolz auf unseren Nachwuchs. Allerdings bin ich von uns Fünf der Einzige mit einem Jungen, dafür wurde ich bereits aufgezogen. (lacht)

Weil Sie sich nun als Einziger eher hellblau anstatt rosa orientieren dürfen?

Genau! (lacht) Und wenn man dann mal ein Foto zeigt, gibt es Sprüche nach dem Motto: Der hat ja gar keine Ähnlichkeit mit dir. Das ist schon lustig...

Darf man bei all dem Vater-Glück nun noch mal mit einem Schub beim VfL rechnen?

Das sollte so sein. Ich glaube, dass das hilft und pusht. Dass man weiß, wieso man auf dem Platz steht – und wen man damit alles glücklich machen kann.

Dann fehlt jetzt ja nur noch Koen Casteels.

Ja, bei ihm ist es auch bald so weit.

Irgendwie fragt man sich ja schon, was beim VfL vor rund neun Monaten los war...

Da war Länderspielpause, glaube ich. (lacht)

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