13. Mai 2018 / 19:40 Uhr

VfL Stenum: Unterhaltsam und ein bisschen wild

VfL Stenum: Unterhaltsam und ein bisschen wild

Nico Nadig
Stenum
Der VfL Stenum kann das Derby gegen den VfL Wildeshausen mit 3:2 gewinnen. © FR
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Fußball-Bezirksligist entscheidet das Derby gegen den VfL Wildeshausen mit 3:2 für sich

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Wenn zwei Teams aufeinandertreffen, die Fußballspielen wollen und mit dem Ball etwas anzufangen wissen, darf man sich als Zuschauer bereits auf eine unterhaltsame Partie freuen. Und wenn beide Mannschaften dann phasenweise auch noch ihre Taktik über Bord werfen, warten 90 unterhaltsame und kurzweilige Minuten auf die Fans. Wie etwa beim Bezirksliga-Derby zwischen dem VfL Stenum und VfL Wildeshausen: Die Teams lieferten sich über weite Strecken einen offenen Schlagabtausch, den die Stenumer als Gastgeber mit 3:2 (1:1) gewannen. „Das hat Spaß gemacht, weil es wirklich ein attraktives Spiel war. Ich glaube, dass wir zum Ende nicht ganz unverdient gewonnen haben. Wir haben etwas mehr investiert“, sagte Stenum-Coach Thomas Baake zufrieden. 

Sein Pendant Marcel Bragula hatte dem nichts entgegenzusetzen. Der Sieg der Gastgeber ist seiner Meinung nach glücklich, aber keineswegs unverdient zustande gekommen. Bragula: „Beide Teams waren motiviert. Es war ein temporeiches Spiel, teilweise jedoch auch ein bisschen wild. Unser Anlaufverhalten ist nicht gut gewesen, damit bin ich nicht zufrieden.“ In gewissen Konstellationen habe man einfach Probleme, das habe man gegen Stenum ein weiteres Mal gesehen. „Sehr ärgerlich. Aber es war auch für mich als Trainer eine anspruchsvolle Partie.“ Offensichtlich spielte er damit auf die Kadersituation an: Neben Ersatztorhüter Felix Dittrich nahmen nur drei Spieler auf der Bank Platz, damit musste „ich Denksport betreiben bei den Wechseln“. 

Wildeshausen erwischt Stenum kalt

Die Gastgeber starteten stark und hätten bereits in der vierten Minuten in Führung gehen können, wahrscheinlich sogar müssen: Dierk Fischer setzte sich auf der Außenbahn gut durch und legte den Ball quer auf den zweiten Pfosten. Allerdings verbrachte Lennart Höpker das Kunststück, das Leder aus drei Metern neben das Tor zu setzen. Ein frühes 1:0 wäre dabei keineswegs unverdient gewesen. Denn Stenum trat wacher und aggressiver auf als die Krandelkicker. Diesen fehlte zu Beginn der Zugriff, außerdem ließen sie ihren Gegenspieler viel Platz. Schlussendlich überstanden die Wildeshauser die Drangphase der Platzherren jedoch ohne größere Schäden. So entwickelte sich nach 15 Minuten eine recht ausgeglichene Partie. Chancen erarbeiteten sich beide Teams, vor dem Tor fehlte jedoch die Präzision. Tatsächlich brauchte es einen Elfmeter, um etwas Zählbares auf die Anzeigetafel zu packen: Im Strafraum der Gäste gingen  sowohl der Stenum-Verteidiger Marten Michael wie auch der Wildeshauser Philipp-Andre Finger mit gestreckten Bein in Richtung Ball und trafen sich dabei gegenseitig. Der Schiedsrichter zeigte nach etwas Bedenkzeit auf den Punkt – eine schwierige, wohl aber keine ganz falsche Entscheidung. Thorben Schütte behielt vom Punkt die Nerven – 1:0 aus Sicht der Krandelkicker (29.). 

Ein Treffer, der seine Wirkung erst mal nicht verfehlte. Denn die Gastgeber brauchten eine Weile, um sich von diesem Schock zu erholen. „Heute waren aber viele jüngere Spieler dabei, die viele positive Sachen auf dem Platz gesagt haben. So habe ich das in dieser noch nicht gehört. Dadurch haben uns Rückstände diesmal nicht verunsichert“, lobte Baake seine Elf. Tatsächlich glich diese noch vor dem Pausenpfiff aus. EinBefreiungsschlag erwies sich letztlich als Boomerang für die Wildeshauser: Stenum holte sich das Leder, drang in den Strafraum ein. Der erste Schussversuch wurde noch abgeblockt, den zweiten beförderte Julian Dienstmaier ins Netz – unhaltbar für Torhüter Sebastian Pundsack, da der Ball noch abgefälscht wurde (45.). 

Nach der Pause tauchten gleich beide Teams gefährlich im Strafraum auf, das erste Tor erzielt erneut die Gäste. Nach einem Einwurf  von Kevin Kari landete die Kugel vor den Füßen von Sascha Göerke, der sich aus 15 Metern nicht zweimal bitten ließ und volley zum 2:1 für die Krandelkicker traf (53.). Wenig später hatte Andrej Kari das 3:1 auf dem Fuß, sein Schuss aus spitzem Winkel knallte jedoch gegen die Latte. Sonderlich lange brauchten die Stenumer aber nicht, um den erneuten Rückstand zu verarbeiteten. Sie versuchten, das Mittelfeld schnell zu überbrücken, und stellen die Gäste damit vor arge Probleme. Kein Wunder also, dass ein solcher Ball in die Spitze für den Ausgleich sorgte – wenn auch nur indirekt. Nach einem starken Pass in die Tiefe wurde Ole Braun von Christoph Stolle im Wildeshauser Strafraum gefoult. Torhüter Pundsack ahnte bei dem fälligen Strafstoß zwar die richtige Ecke, der Schuss von Maximilian Klatte war jedoch zu hart und platziert – 2:2 (71.). 

In der Schlussphase drängten die Stenumer auf die Führung, sie wollten den Sieg unbedingt. Und ihre Mühen wurden belohnt: Braun flankte den Ball von links in etwa auf den Elfmeterpunkt. Lennart Höpker zimmerte das Leder unhaltbar in den Winkel. "Wir hatten uns zuvor schon immer wieder Chancen erarbeitet", sagte Baake. Die Stenumer haben dank des Erfolges den Klassenerhalt eingetütet.

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