25. Januar 2018 / 13:02 Uhr

VfL Wildeshausen: Die Landesliga als Ziel

VfL Wildeshausen: Die Landesliga als Ziel

Michael Kerzel
Marcel Bragula
Ist auch in der kommenden Saison Trainer des VfL Wildeshausen: Marcel Bragula. © Ingo Möllers
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Trainer Marcel Bragula im Interview über Vereinstreue, Identifikation und den Einfluss von Geld

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Herr Bragula, Sie werden auch in der kommenden Saison Trainer des VfL Wildeshausen sein. Was hat den Ausschlag gegeben?

​Marcel Bragula: Ich bin hier einfach sehr zufrieden. Ich bin auch schon seit 2004 beim VfL, das ist mein Verein. Es macht mir Spaß, mit dieser Mannschaft zusammenzuarbeiten. Mit den Trainerkollegen im Herren- und Jugendbereich sowie den Verantwortlichen des Gesamtvereins passt es einfach. Die Kombination aus gutem Fußball, Kameradschaft und Wohlfühlfaktor ist entscheidend für mich. Hier spielen natürlich nicht mehr nur Wildeshauser Jungs, aber der Kern ist schon da. Und die Spieler identifizieren sich mit dem Verein. Sie sind mir ans Herz gewachsen. Auch wenn hier natürlich nicht alles Gold ist, was glänzt.

Was ist denn nicht gut beim VfL?

Wir müssen in der Jugendarbeit unbedingt wieder besser werden. Und auch einen Kunstrasenplatz bräuchten wir, um witterungsunabhängig trainieren zu können. Aber das liegt nicht in den Händen des Vereins. Wir dürfen uns nicht auf unserer Insel der Glückseligkeit ausruhen.

Sie sollen auch Angebote von höherklassigen Vereinen gehabt haben.

Es liegt mir fern zu erzählen, mit welchen Vereinen es Gespräche gab. Wenn mich jemand anruft, lege ich nicht auf. Erstens gehört sich das nicht, und zweitens wird man sicherlich nicht dümmer, wenn man sich anhört, was andere Vereine zu sagen haben. Klar ist auch, dass ich ein ehrgeiziger Trainer bin, da überlegt man schon. Und Landesliga macht mir mehr Spaß als Bezirksliga. Da würde ich auch gerne wieder trainieren, am liebsten den VfL. Dafür fehlt uns noch einiges, aber wir arbeiten daran. Die Landesliga ist sportlich attraktiv und meiner Meinung nach das Maximum, was ich mit Beruf und Familie gut vereinbaren kann. In der Oberliga ist die Intensität dann höher. Mehr Training, weitere Auswärtsfahrten, aber es
kommt natürlich auch auf den Verein an. Lukrativ ist es natürlich auch.

Welche Rolle spielt Geld im Amateurbereich?

Es macht den Fußball ein Stück weit kaputt. Sowohl den Profi- als auch den Amateurbereich. Früher habe ich mit dem BVB mitgefiebert, mich mit Spielern wie Murdo McLeod oder Michael Zorc identifiziert, war am Freitagabend schon nervös. Wenn man sich jetzt Leute wie Dembélé oder Aubameyang anschaut . . . Die Vereine müssen mehr darauf achten, was sie für Leute holen. Ich nehme die Bundesligaspiele nur noch zur Kenntnis. Im Amateurbereich gibt es leider auch negative Beispiele. Da sind Spieler, die jedes Jahr ihr Trikot wechseln, weil es im Nachbardorf 150 Euro mehr gibt. Da stolpern ligaunabhängig Leute rum, die 400 Euro bekommen. Und man fragt sich, wofür die das bekommen. Wenn ich mir dann anschaue, dass Leute bei uns wie Sascha Görke oder Maximilian Seidel mal eine Bratwurst bekommen und mehr nicht, sich aber voll mit dem Verein identifizieren, ist das toll.

Wie bewerten Sie die Konkurrenz durch Vereine mit reichen Gönnern im Hintergrund?

Grundsätzlich haben Verein, die den Spielern Geld zahlen, einen Vorteil. Das ist auch völlig legitim. Aber sie müssen auch Ahnung haben und brauchen ein Konzept. Es gibt ja
immer wieder Vereine, die aus dem Nichts durchmarschiert und auch genauso schnell wieder verschwunden sind. Concordia Irhove oder Kickers Wahnbek beispielsweise. Da sieht man mal, was Geld ausmacht, wenn man es nicht sinnvoll investiert. Man braucht einen guten Vorstand, der Ahnung vom Finanziellen und vom Sportlichen hat. Man braucht ein gutes Trainerteam. Atlas Delmenhorst hat das beispielsweise. Und die stellen dann auch die Mannschaft sinnvoll zusammen. Sie holen Spieler, die sich mit dem Verein identifizieren,
möglichst aus der Region. Bei den Retortenvereinen fehlt oft der Fußballsachverstand. Das gefällt mir nicht, da gehe ich nicht mit. Zu so einer Art Verein würde ich nie gehen, sondern dann lieber zu einem Kreisligisten, bei dem die Gemeinschaft und das Konzept stimmen. Aber auch für mich gilt als Erstes das Leistungsprinzip.

Sie bleiben also dem VfL treu?

Stand heute bleibe ich dem Verein treu. Aber man soll niemals nie sagen. Ich bin nicht blauäugig und sage ‚auf jeden Fall für immer VfL‘. Wer weiß, vielleicht passt es irgendwann
nicht mehr. Es kann passieren, dass meine Vorstellungen von Fußball und die des Vorstands nicht mehr konform gehen. Oder dass in der Mannschaft keine Wildeshauser mehr spielen. Das wäre dann nicht nach meinen Vorstellungen.

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