04. November 2018 / 20:35 Uhr

VfL Wildeshausen gewinnt dramatisches Spitzenspiel

VfL Wildeshausen gewinnt dramatisches Spitzenspiel

Nico Nadig
Der VfL Wildeshausen hat sich gegen den Tabellenführer aus Obenstrohe durchgesetzt und bejubelt drei Punkte.
Der VfL Wildeshausen hat sich gegen den Tabellenführer aus Obenstrohe durchgesetzt und bejubelt drei Punkte. © Ingo Moellers
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Bezirksligist bezwingt den TuS Obenstrohe mit 3:2 - drei Treffer in der Schlussviertelstunde

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Gerade hatte der Schiedsrichter erst abgepfiffen, da stürmte Marcel Bragula schon auf den Platz. Den Trainer des VfLWildeshausen hielt nichts mehr an der Seitenlinie: Er machte Luftsprünge, schlug vor Freude sogar mehrfach gegen eine Blechbande im Krandelstadion – auf der anderen Seite des Feldes wohlgemerkt. Der Grund für seine kleine Jubelarie: Sein VfL hatte soeben das Spitzenspiel der Fußball-Bezirksliga gegen den TuS Obenstrohe nach einer dramatischen Schlussphase mit 3:2 (1:0) gewonnen.Dank des zehnten Dreiers in der 13. Partie rücken die Krandelkicker bis auf einen Punkt an den Spitzenreiter aus Obenstrohe heran und haben dabei noch ein Spiel weniger absolviert. Und obwohl das Duo dem Rest der Liga nun auf zehn beziehungsweise neun Zähler enteilt ist, gab Bragula den Skeptiker. "Ich traue dem Braten nicht ganz. Frisia oder der SV Wilhelmshaven und der Heidmühler FC können mal zehn Siege in Folge landen", meinte der Coach, wenngleich er selbst einschränkte, dass der Abstand bereits recht beachtlich ist. 

Allzu lange wollte Bragula sich mit der Tabelle und zu diesem frühen Zeitpunkt ohnehin nahezu sinnfreien Rechenspielen nicht aufhalten. Viel lieber sprach er über die zuvor gesehen 90 Minuten. Zu Recht. Denn was sein Team und die Gäste ablieferten, war eines Spitzenspiels absolut würdig. Die rund 400 Zuschauer bekamen eine unterhaltsame Partie geboten. Beide Teams ließen immer wieder ihre fußballerische Klasse aufblitzen, scheuten aber auch keinen Zweikampf, keine Grätsche. "Das war ein hart umkämpftes Spiel. So viele Gelbe Karten haben wir wohl noch nie gesehen", meinte Bragula. Fünfmal verwarnte der gute Schiedsrichter Christian Meermann den VfL, viermal den TuS. 

Offensiver Beginn

Auf ein ausgedehntes Abtasten verzichteten die Spitzenteams. Zwar merkte man ihnen hier und da die Nervosität an, Fehlpässe schlichen sich ein. Doch sowohl der VfL als auch der TuS suchten den Weg nach vorne, wobei die Bragula-Elf mehr Spielanteile besaß. Aus einem 4-4-2-System heraus attackierten vor allem Stürmer Maximilian Seidel und sein Partner René Tramitzke die TuS-Innenverteidiger und provozierten Fehlpässe. So stahl Seidel das Leder von Tom Gerdes und zog von der Strafraumlinie ab. Ein großes Problem stellte dieser erste Versuch für TuS-Torhüter Phillip-Lukas Zuchgan nicht dar (12.). Wenig später sah das anders aus: Lukas Schneider schlug eine Freistoßflanke aus rund 38 Metern auf das Tor. Der Ball segelte an Freund und Feind vorbei auf Zuchgan zu. Er hätte ihn nur runterpflücken müssen, brachte aber die Hände nicht hinter den Ball – 1:0 (20.)

Merh aus der Bezirksliga Weser-Ems

Auf der anderen Seite probierte Obenstrohe derweil, den Krandelkickern den Ball in der Vorwärtsbewegung im Mittelfeld abzuluchsen und mit wenigen Kontakten in die Spitze und zu Chancen zu kommen. Allerdings fehlte die Präzision, zudem verteidigte Wildeshausen die Konterversuche die komplette Partie hinweg stark. Die Innenverteidiger machten einen guten Job und Alexander Kupka räumte im Mittelfeld als Sechser nahezu alles weg. Nicht umsonst kürte Bragula ihn auch nach Abpfiff zum "Man of the Match". "Für den Zuschauer mag das nicht so spektakulär sein. Aber für den Kenner: Er gewinnt Zweikämpfe, stellt Laufwege zu", schwärmte Bragula. 

Seinem Team gehörten etwa die ersten 60 bis 70 Minuten der Begegnung. Keinesfalls spielte der VfL den TuS dabei gegen die Wand, doch er war gefährlicher. Und letztendlich belohnte er sich auch für den Aufwand: Innenverteidiger Marius Krumland eroberte den Ball. Schnell schalteten die Krandelkicker um und brachten das Leder zu Kevin Kari auf der linken Außenbahn. Kari flankte das Leder scharf in den Strafraum, wo Tramitzke und ein TuS-Verteidiger am Ball vorbeischlugen. Doch Sascha Görke war mitgelaufen – 2:0 (55.). Kurz taumelten die Gäste, was der VfL jedoch unbestraft ließ – Tramitzke verfehlte aus sieben Metern das Tor (72.), Görke traf den Pfosten (74.). 

Danach fand der TuS nämlich wieder in die Spur. "Ich habe den Jungs gesagt, dass es spannend bleiben wird und dass der TuS immer weiter macht und nicht aufgibt", berichtete Bragula. Eine Warnung, die er zurecht aussprach: Janis Theesfeld lupfte den Ball über die VfL-Abwehr zu Kai Schröder, der dann von Torwart Sebastian Pundsack gefoult wurde. Gerrit Kersting verwandelte zum 1:2-Anschluss (75.). Wildeshausen geriet danach ins Schwimmen, jubelte wenig später aber trotzdem. Bei einem Freistoß blockte Andreas Willers den Ball mit der Hand, der Unparteiische zeigte zurecht auf den Punkt. Görke behielt die Nerven und traf zur vermeintlichen Entscheidung (85.). Vermeintlich, weil der VfL praktisch fast im Gegenzug den erneuten Anschlusstreffer schlucken musste. Eine Ecke verteidigten die Krandelkicker schwach, Oke Michelsen brachte den Abpraller im Gehäuse unter (87.). "Das kann man besser verteidigen, das ärgert mich auch", kritisierte Bragula, "aber aus dem Spiel heraus haben wir nichts zugelassen. Ich denke, dass wir dieses eine Tor besser waren und verdient gewonnen haben."

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