12. Februar 2018 / 18:40 Uhr

VfL Wolfsburg: Ausgerechnet Mainz könnte für Trainer Martin Schmidt zum Schicksalsspiel werden

VfL Wolfsburg: Ausgerechnet Mainz könnte für Trainer Martin Schmidt zum Schicksalsspiel werden

Engelbert Hensel
Martin Schmidt
Steht in der Kritik: Martin Schmidt, der Trainer des VfL Wolfsburg. © Timm Schamberger
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Es war das 18. Ligaspiel von Martin Schmidt als VfL-Trainer – und doch war der Schweizer während des Fußball-Bundesliga-Spiels am Sonntagabend bei Werder Bremen an der Seitenlinie und auch nach der Partie anders als sonst. Er war ruhiger, in sich gekehrter, längst nicht so emotional. Keine Frage: Schmidt hat dieses 1:3 in Bremen ziemlich zugesetzt. Denn: Auch der 50-Jährige schaffte es bislang nicht, aus der Ansammlung von talentierten und teuren Einzelkönnern eine Mannschaft zu formen, die konstant abliefert. Und so  schrillen in Wolfsburg mal wieder die Alarmglocken – sowohl für Schmidt als auch für Sportdirektor Olaf Rebbe wird’s eng (der SPORTBUZZER berichtete).

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Ausgerechnet die Partie bei Schmidts Ex-Klub Mainz 05 am übernächsten Freitag könnte die letzte für ihn als Wolfsburger Coach sein – dieser Zeitplan wird VW-intern für realistisch gehalten. Für Schmidt und für Rebbe könnte dann das Aus kommen. Auch Rebbe wirkte nach der peinlichen Pleite im Keller-Duell in Bremen ziemlich angeschlagen. Denn auch er hatte vom Team nach dem mauen Auftritt beim Pokal-Aus am Mittwoch auf Schalke eine Reaktion erwartet, die Spieler von sich selbst übrigens ebenfalls.

Am Freitag noch hatte sich das Team ohne Trainer und Sportdirektor vor dem Training eine Stunde lang zusammengesetzt und die Lage kritisch beleuchtet. Das Team suchte die Schuld für die spielerische Abwärtsentwicklung der vergangenen Wochen bei sich und nicht beim Trainer. Man schwor sich auf die nächsten drei Partien (Bremen, Bayern, Mainz) ein. Es half – nichts! In Bremen war’s – zumindest in der ersten Halbzeit – wieder einmal ein emotionloses Gekicke, das den  Druck auf Rebbe und Schmidt weiter steigen ließ.

Wolfsburgs Sportdirektor Olaf Rebbe geht optimistisch in die restlichen Spiele der Hinrunde.
Auch er steht in der Kritik: Olaf Rebbe, der Sportdirektor des VfL Wolfsburg. ©
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Und dennoch stellten sich viele Spieler nach der Pleite an der Weser hinter den Trainer. „So etwas hört man natürlich gern. In so einer Phase sind Trainer wie Spieler drin. Ich glaube, unsere Analysen passen, unsere Ansprachen passen, die Trainings passen. Das Zusammenspiel zwischen Trainerteam und Spielern klappt hervorragend“, sagt Schmidt. „Was uns einfach fehlt, sind die Siege. Das war von Anfang an so. Ich weiß, dass die Kritik kommt. Irgendwann sind’s die Spieler, dann kommt der Trainer, der Sportdirektor, die Führung. Das sind normale Mechanismen.“ Daher sei es jetzt noch wichtiger, als Team zusammenzustehen, fügte der Schweizer hinzu.

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Am Montagvormittag hatte er – im Beisein von Rebbe – seinen Spielern in der Analyse aufgezeigt, was falsch lief. Schaue man auf die Statistik, sei gar nicht so viel falsch gewesen, meinte der Trainer. Aber wenn wie vor dem 0:1 die Zuteilung nicht passe (da patzte Admir Mehmedi) oder vor dem 1:3 (da patzte Jeffrey Bruma) katastrophale Fehler im Spielaufbau gemacht würden, dann tröste das eben auch einen wie ihn, der gern Statistiken bemüht, herzlich wenig. Es klang fast ein bisschen nach Resignation, als Schmidt weit nach dem Spiel total enttäuscht sagte: „Man nimmt sich viel vor –  und die erste Ecke, die kommt, fliegt rein. Kurz nach dem 1:2 und der Umstellung macht man einen eigenen Fehler und ist wieder 1:3 zurück. Im Moment passiert alles in die falsche Richtung. Das ist ein Negativtrend, den wir unheimlich schnell stoppen müssen.“ Sonst könnte das Kapitel VfL – obwohl das Team hinter ihm steht – für ihn und auch für Rebbe schon bald beendet sein.

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