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Olaf Rebbe im Sportbuzzer-Interview

VfL Wolfsburg: Olaf Rebbe im Sportbuzzer-Interview

Im Dezember 2016 musste Klaus Allofs beim VfL als Geschäftsführer Sport gehen, Olaf Rebbe übernahm. Wie hat sich sein Leben als Sportdirektor des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten verändert? Wo steht der VfL? Im Interview mit WAZ-Sportredakteur Engelbert Hensel sprach der 39-Jährige nicht nur darüber.

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Es heißt, dass Sie als Spieler eine „Laufziege“ gewesen wären, waren Sie denn auch ein guter Elfmeterschütze?

Ja, in der Jugend (lacht)...

Jetzt ist der VfL dreimal in Folge vom Punkt gescheitert, haben Sie Maxi Arnold und Mario Gomez nach ihren verschossenen Elfmetern trösten müssen?

Was ich genau gesagt habe, verrate ich nicht. Aber natürlich gab es da aufbauende Worte.

Trauern Sie in diesem Zusammenhang Ricardo Rodriguez nach, der jahrelang ein sehr sicherer Elfmeterschütze für den VfL war?

Rici war vom Punkt immer sehr sicher, aber wir haben auch jetzt sichere Schützen – wir hatten zuletzt dreimal auch Pech. Einmal war es der Torwart, dann der Boden und schließlich die Latte. Der nächste Versuch sitzt.

Das sind die Neuzugänge des VfL Wolfsburg

Mit Rodriguez oder etwa Luiz Gustavo hat der VfL im Sommer viel Erfahrung verloren... ...wir haben ganz bewusst unseren Kader verjüngt, haben in der Liga eines der jüngsten Teams. Gleichwohl haben wir mit Paul Verhaegh, Ignacio Camacho und Jay Brooks auch Erfahrung dazu geholt.

Aber noch passt der neue VfL nicht komplett zusammen, denn elf Punkte aus den ersten elf Spielen sind keine besonders gute Bilanz. Machen Sie sich Sorgen, dass es wieder eine ganz schwere Saison werden könnte? Nein, wir haben keine Angst. Zu Saisonbeginn haben wir gesehen, dass es nicht die Leistung war, die wir uns vorgestellt hatten. Da hat die Entwicklung trotz der vorhandenen Qualität nicht gestimmt, doch das ist jetzt komplett anders. Bei uns entwickelt sich etwas, die Mannschaft ist stabil. Man kann ja immer sagen: Das Glas ist halb voll oder eben halb leer. Für uns ist es halb voll, unsere Ärmel sind hochgekrempelt, der Knoten wird platzen.

Wie viele Punkte muss der VfL bis zur Winterpause noch holen?

Ich möchte keine Vorgabe machen, aber 20 Punkte wären schon gut. Auch das Überwintern im DFB-Pokal wäre ein toller Erfolg. Ich habe Verständnis dafür, dass Fans nach elf Punkten aus elf Spielen ungeduldig sind. Aber man muss auch wissen, dass es nach so einem Umbruch eben nicht immer gleich nach oben geht. Ich höre häufiger: Wir reden uns die Situation schön! Das stimmt nicht. Wir arbeiten jeden Tag hart daran, dass es besser wird. Die Mannschaft bekommt immer mehr ein Gesicht. In den letzten Wochen sind viele Fans auf mich zugekommen und haben gesagt: Endlich spielt der VfL wieder Fußball!

Nach dem Fast-Abstieg wurde auch von Ihnen häufig das Wort Demut benutzt, nachdem der VfL in der Vergangenheit seine hohen Ziele meist verfehlt hatte...
...wir können gern auch über andere Dinge reden... Große Ambitionen sind hier kein Tabu, aber man sollte die Dinge richtig einordnen: Wir haben im Sommer 35 Kilometer weiter Relegation gespielt und wissen schon, dass wir knapp dem Abstieg entkommen sind. Für die breite Öffentlichkeit steht der VfL immer noch für Titel und Spitzenfußball. Aber wenn man sich die Mühe macht und mal die 20-jährige Bundesliga-Zugehörigkeit des Klubs betrachtet, sieht man, dass diese Geschichte eine Achterbahn der Gefühle ist. Der VfL-Fan wünscht sich eine normale Periode – nicht nur eine Saison, sondern auch mal zwei, drei Jahre, in denen wieder etwas entstehen kann, in denen Spieler wachsen können. In dieser Zeit kann auch ein Platz im Mittelfeld in einer der besten Ligen der Welt mal in Ordnung sein.

Ist das für ein Weltunternehmen wie Volkswagen denn am Ende genug?

Der Anspruch des VfL Wolfsburg ist es, maximal erfolgreich zu sein. Nach diesem Kaderumbau im Sommer kann auch ein einstelliger Tabellenplatz ein Erfolg sein.

Fordert Schmidt in der Winterpause neue Spieler, weil er eben eine andere Philosophie hat als sein Vorgänger Andries Jonker, mit dem Sie den Kader im Sommer zusammengestellt haben? Ich bin mit Martin Schmidt in engem Austausch und wir werden uns in den nächsten Wochen alles genau anschauen und entscheiden, ob hier oder da nachjustiert werden muss. Wir hoffen, dass Sebastian Jung bald zurückkommt, Jeffrey Bruma ist wieder da. Eine wilde Transferperiode brauchen wir diesmal nicht, wir haben Vertrauen in unseren aktuellen Kader.

Denken Sie darüber nach, den einen oder anderen ausgeliehenen Spieler zurückzuholen?
Im Moment ist das kein Thema, weil alle verliehenen Spieler bei ihren Klubs Verträge bis zum Sommer haben. Wir verfolgen unsere Leihspieler sehr intensiv.

"Es wäre fahrlässig, sich nicht darum zu bemühen, Origi länger an den VfL zu binden"

In Belgien wird gemunkelt, dass Nany Dimata den VfL nach einem halben Jahr schon wieder verlassen könnte...
Wir haben definitiv nicht die Absicht, ihn nach einem halben Jahr schon wieder wegzuschicken. Klar haben er und auch Victor Osimhen mit Mario Gomez und Divock Origi hier große Konkurrenz auf der Stürmerposition. Aber beide sind auf einem guten Weg.

Werden Sie in der Winterpause mit Liverpool über einen Kauf von Origi sprechen?
Divock ist froh, hier zu sein. Ich weiß, dass er sich sehr wohlfühlt. Wir werden demnächst mit Liverpool sprechen, um zu sehen, was sie mit dem Spieler vorhaben. Klar ist: Es wäre fahrlässig, sich nicht darum zu bemühen, ihn länger an den VfL zu binden.

Sie selbst haben im vergangenen Winter den Sportdirektor-Posten beim VfL übernommen – inwiefern hat sich Ihr Leben verändert? Mein Leben hat sich eigentlich gar nicht verändert, ich muss in meinem Job jetzt noch mehr Entscheidungen treffen, und die Konsequenzen der Entscheidungen sind schwerwiegender als vorher. Aber ansonsten ist alles beim Alten geblieben.

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Der VfL will sich neu aufstellen, mindestens ein neuer Geschäftsführer soll kommen – wie denken Sie darüber?
Das zu kommentieren, ist nicht meine Aufgabe. Ich bin mir aber sicher, dass die Verantwortlichen den VfL zukunftsfähig aufstellen werden.

Wäre es für Sie denn normal, ein Jahr nach Ihrem Aufstieg zum Sportdirektor Geschäftsführer Sport beim VfL Wolfsburg zu werden?
Das spielt für mich keine Rolle. Entscheidend ist für mich das Vertrauen des Aufsichtsrats und der Geschäftsführung in meine Arbeit. Ich würde mit einem anderen Titel nicht besser oder schlechter arbeiten.

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