01. Dezember 2018 / 15:04 Uhr

VfL Wolfsburg: Schaden die hohen Siege dem Frauenfußball, Herr Lerch?

VfL Wolfsburg: Schaden die hohen Siege dem Frauenfußball, Herr Lerch?

Andreas Pahlmann
Für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg gab es reichlich klare Siege
Für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg gab es reichlich klare Siege. © Boris Baschin
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In der Frauenfußball-Bundesliga spielt der VfL am Sonntag gegen Hoffenheim. Ein deutlicher Sieg würde angesichts der bisherigen Resultate niemanden überraschen. Wie problematisch sind die klaren Ergebnisse? VfL-Trainer Stephan Lerch bezieht Stellung.

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6:0, 7:0 und zuletzt sogar in Sand sogar 9:0 – die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben in dieser Saison schon einige klare Sieg eingefahren. Auch beim Heimspiel am Sonntag gegen 1899 Hoffenheim (15 Uhr, live auf Sport1) ist der Meister wieder klarer Favorit. Dass überdeutliche Siege aber der Sportart nicht gut tun, weiß auch Stephan Lerch. Der VfL-Trainer sagt dennoch: „Ich bin nach wie vor von der Qualität der Liga überzeugt!“

"Bundesliga insgesamt schlechter geworden"

Als der VfL sein Top-Spiel gegen das zweite deutsche Spitzenteam Bayern München am dritten Spieltag mit 6:0 gewann, ging die Diskussion los: Ist der Leistungsunterschied in der Liga zu groß? VfL-Defensivallrounderin Lena Goeßling (ist nach Verletzungspause gegen Hoffenheim wieder dabei) sprach im SPORTBUZZER-Interview Klartext: „Die Bundesliga ist insgesamt schlechter geworden. Die Liga muss darauf achten, dass die guten Spielerinnen bleiben, sonst fällt das Niveau weiter ab.“ Und ein 6:0 im Spitzenspiel sei für den VfL toll, aber: „Gute PR für die Liga war das nicht.“

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Slavia Prag: Die Tschechinnen sind vor allem dem VfL Wolfsburg noch ein Begriff. In der vergangenen Saison setzte man sich souverän im Viertelfinale gegen den tschechischen Meister durch. Im bisherigen Verlauf der Königsklasse, die sie durch die Qualifikation erreichten, sind sie nach Spielen gegen Atasehir, KFF Mitrovica, MTK Hungaria, Gintra und Rosengard noch ungeschlagen. In der heimischen Liga punktgleich mit Lokalrivale Sparta Erster. Zur Galerie
Slavia Prag: Die Tschechinnen sind vor allem dem VfL Wolfsburg noch ein Begriff. In der vergangenen Saison setzte man sich souverän im Viertelfinale gegen den tschechischen Meister durch. Im bisherigen Verlauf der Königsklasse, die sie durch die Qualifikation erreichten, sind sie nach Spielen gegen Atasehir, KFF Mitrovica, MTK Hungaria, Gintra und Rosengard noch ungeschlagen. In der heimischen Liga punktgleich mit Lokalrivale Sparta Erster. ©
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Die Ergebnisse in dieser Saison scheinen der Nationalspielerin Recht zu geben, zuletzt kratzte der VfL sogar an der Zweistelligkeit, fuhr beim eigentlich heimstarken SC Sand mit 9:0 den höchsten Saisonsieg ein.

"Auch für mich überraschend"

Werden die Wolfsburger Liga-Spiele zu Selbstläufern? Lerch warnt davor, die Situation zu kritisch zu sehen. „Wir müssen jede Woche alles geben auf dem Platz. Das ist auch unser Anspruch“, so der VfL-Trainer, der aber auch hinzufügt: „Das Ergebnis gegen Sand war auch für mich überraschend. Natürlich ist das für einen Außenstehenden schwer nachzuvollziehen, wenn man sagt, das ist die ausgeglichenste Liga...“

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"Dinge anschieben, damit wir attraktiv bleiben"

Gerade jetzt, wo der VfL unter anderem um die Vertragsverlängerung von Caroline Hansen (bis 2019 gebunden) oder Pernille Harder (bis 2020) kämpft, wäre eine starke, ausgeglichene Liga ein gutes Argument. Lerch: „Es ist vollkommen in Ordnung und legitim, dass die Spielerinnen sich Gedanken machen, wo sie gefordert werden.“

Dass sich umgeschaut wird, wie die anderen Ligen wie England oder Spanien sich entwickeln „ist völlig normal. Da müssen wir wach sein. Die Vereine und die Liga müssen weiter Dinge anschieben, damit wir attraktiv bleiben. Das ist jetzt eine spannende Phase.“

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Lara Dickenmann: Hat ihren am Saisonende auslaufenden Vertrag bereits bis 2021 verlängert. Die Schweizerin fällt mit Kreuzbandriss lange aus, kann im besten Fall vielleicht am Ende dieser Saison wieder auf dem Platz stehen. Zur Galerie
Lara Dickenmann: Hat ihren am Saisonende auslaufenden Vertrag bereits bis 2021 verlängert. Die Schweizerin fällt mit Kreuzbandriss lange aus, kann im besten Fall vielleicht am Ende dieser Saison wieder auf dem Platz stehen. ©

Denn die Gefahr, durch die Entwicklung Leistungsträgerinnen zu verlieren, sei da. Lerch: „Wir versuchen, dagegen zu steuern, aber es ist nur bedingt möglich. Manche Dinge kann man eben nicht sofort beeinflussen.“

"Ersten 15 Minuten ausgeglichen"

Ehe man allerdings der Liga sportlichen Reiz abspreche, müsse man eben auch sehen, wie diese Ergebnisse zustandekommen. „Die ersten 15 Minuten gegen Sand waren ausgeglichen. Da waren sie griffig. Doch danach wir waren auch einfach sehr effizient“, erklärt Lerch.

Und so fiel dann Tor um Tor. Dennoch: „Trotzdem werden Spielerinnen in so einem Spiel gefordert. Mal gibt es Ausreißer nach oben, mal nach unten. Momentan ist es schwierig zu sagen, wie sich das entwickelt.“

Für neun Tore müsse man sich aber nicht entschuldigen, denn das läge auch an der Spielweise der Mannschaft. „Wir haben diese Saison noch mal einen Sprung gemacht“, so Lerch. „Wir sind eingespielt und können auch mal in zwei bis drei Tagen Systeme ändern. Das macht es für den Gegner schwieriger.“ Durch die Flexibilität „können wir jeder Mannschaft Probleme bereiten.“

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