15. November 2018 / 12:06 Uhr

VfL Wolfsburg testet gegen Ex-Wolf Steffen Baumgarts SC Paderborn

VfL Wolfsburg testet gegen Ex-Wolf Steffen Baumgarts SC Paderborn

Engelbert Hensel
Paderborns Trainer Steffen Baumgart verbinden viele Fußballfans unweigerlich mit dem FC Hansa Rostock, doch der 46-Jährige hat auch eine VfL-Vergangenheit.
Paderborns Trainer Steffen Baumgart verbinden viele Fußballfans unweigerlich mit dem FC Hansa Rostock, doch der 46-Jährige hat auch eine VfL-Vergangenheit. © Getty Images/Ronny Hartmann
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Im Zuge der Länderspielpause bestreitet der VfL Wolfsburg am Donnerstag ein Testspiel gegen den SC Paderborn, dessen Trainer Steffen Baumgart einst selbst das VfL-Trikot trug.

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Der Hemdkragen ist nicht mehr aufgestellt – so, wie das noch in seiner aktiven Zeit war. Aber ganz ohne Marotte kommt Steffen Baumgart irgendwie nicht aus. Fast immer trägt der ehemalige Stürmer des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg sein Basecap tief im Gesicht. Am Donnerstagnachmittag (14.30 Uhr) dürfte das auch so sein, wenn Baumgart mit Zweitliga-Aufsteiger SC Paderborn zum Testspiel nach Wolfsburg kommt.

Ein Testspiel, das diesmal nicht im AOK-Stadion, sondern auf dem Trainingsplatz vor der VW-Arena ausgetragen wird. „Ich kenne das Stadion und die Trainingsplätze“, sagt der Paderborner Trainer. Er kennt die Anlage seines Ex-Vereins von vielen Spielbeobachtungen. Meist waren es Regionalliga-Spiele des VfL II, bei denen Baumgart spionierte. Denn: In der Regionalliga wäre er auch fast mit den Paderbornern gelandet, die er im April 2017 übernahm. Sportlich war der SCP nämlich im vergangenen Jahr abgestiegen, aber nachdem 1860 München keine Lizenz für die dritthöchste Spielklasse erhalten hatte, blieb der SCP doch drin. Nicht nur das: Der Klub um Geschäftsführer Markus Krösche stellte sich neu auf, stieg ein Jahr später auf und ist derzeit Tabellenneunter in der 2. Liga.

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"Ich war halt davon überzeugt, dass ich besser war.“

Auffällig: Paderborn spielt Fußball, wie ihn die Fans mögen – offensiv, Tore satt. In den bisherigen 13 Spielen mit Paderborner Beteiligung fielen 50 Treffer, im Schnitt also fast vier pro Partie. Nur der 1. FC Köln hat nach dem 8:1 zuletzt gegen Dresden mehr Tore (32) erzielt als der SC (26), der damit zu den Spaßmachern der 2. Liga zählt. Auch dank des Ex-Angreifers Baumgart, der im Sommer 1998 von Hansa Rostock nach Wolfsburg gewechselt war. Mit dem VfL stürmte er damals nach Europa, absolvierte insgesamt 36 Pflichtspiele für die Wolfsburger und erzielte dabei sechs Tore. Aber: Nach nur einem Jahr war für den Mittelstürmer, der eher ein Arbeiter als ein feiner Techniker war, wieder Schluss beim VfL – Baumgart zog’s zurück nach Rostock, da hatte damals Andreas Zachhuber das Sagen – einer, mit dem Baumi, wie er hier immer gerufen wurde, gut kann.

Das galt (und gilt immer noch) auch für Wolfgang Wolf, in Wolfsburg war Wolf Baumgarts Trainer. Wolf setzte jedoch meist auf Christian Wück und Markus Feldhoff – und eben nicht auf Baumgart: „Man hatte die Idee, sie mir vor die Nase zu setzen, und ich war damit nicht einverstanden. Und da ich keiner bin, der herumeiert, haben wir die Dinge klar besprochen.“ Baumgart ging wieder. Er betont jedoch: „Das hatte nichts mit den beiden Jungs zu tun. Vielleicht war es meine Ungeduld, vielleicht auch meine Unzufriedenheit.

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"Ein 4:4 oder ein 5:4 ist doch für jeden interessanter, als wenn du sagst: eine Torchance, 1:0 gewonnen, drei Punkte. Das ist auch schön, aber eben nicht unsere Art.“

Den Blick auf den VfL hat er trotzdem nie verloren. Zu ehemaligen VfL-Mitspielern wie Roy Präger, Holger Ballwanz und Peter Kleeschätzky hat er ab und an mal noch Kontakt. Über seinen Ex-Klub sagt der 46-Jährige: „Der VfL hat sich peu à peu zu einem führenden Verein in Europa entwickelt, die Möglichkeiten jetzt sind mit denen von damals nicht zu vergleichen.“ Der große Erfolg in der Saison 1998/99 mit dem Erreichen des UEFA-Cups habe richtungweisenden Charakter gehabt. Baumgart: „Man konnte halt schon damals sehen, was mit dem VfL möglich ist.“

Und was ist mit Paderborn möglich? „In erster Linie geht es darum, die Klasse zu halten“, sagt Baumgart. „Und zum anderen geht‘s um unseren Fußball, damit wollen wir ein Markenzeichen setzen. Wir haben uns klar dafür entschieden, den offensiven Gedanken in den Vordergrund zu stellen, ein 4:4 oder ein 5:4 ist doch für jeden interessanter, als wenn du sagst: eine Torchance, 1:0 gewonnen, drei Punkte. Das ist auch schön, aber eben nicht unsere Art.“

Bleibt noch die Frage nach seinem Basecap. Der Ex-VfLer schmunzelnd: „Das wird gern zu meinem Markenzeichen gemacht, ist es aber nicht. Ich trage fast immer eines – vielleicht liegt es daran, dass ich nicht so viel an meiner Frisur arbeite...“

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