Der VfL Wolfsburg taumelt dem Abstieg entgegen Der VfL Wolfsburg taumelt dem Abstieg entgegen © dpa
Der VfL Wolfsburg taumelt dem Abstieg entgegen

VfL Wolfsburg: „Wir steigen ab, wir  komm’n nie wieder...“

Wäre der VfL ein ganz normaler Bundesligist, dann hätte man von einem ganz normalen Spiel sprechen können. Ein in allen Belangen überlegener Spitzenklub schlägt ein Kellerkind mit 4:1 (2:0). Fußball-Alltag. Der VfL ist aber gerade kein normaler Bundesligist...

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 Der VfL ist kein normaler Bundesligist, sondern bestenfalls noch eine mäßig lustige Karikatur eines solchen – und setzt nach Gegentreffern von Ademola Lookman (2), Timo Werner und Jean Augustin seinen Weg in die 2. Liga unbeirrt fort. Daniel Didavis Treffer hatte dem VfL vor 41.500 Zuschauern nur kurzzeitig Hoffnung gemacht.

Die einzige gute Nachricht des Tages war die Niederlage des HSV, die dafür sorgt, dass für Wolfsburg am letzten Spieltag noch alles möglich ist (siehe unten). In so einer Phase müssten eigentlich Kräfte gebündelt werden – aber beim VfL ist niemand da, der wüsste, wie man das macht. Selbst das Fan-Lager wirkt gespalten. 3000 waren in Leipzig dabei, einige konzentrierten sich sofort wieder aus Hoffen und Daumendrücken fürs Saisonfinale, andere machten ihrem Unmut lautstark Luft und sangen zudem das sarkastisch-böse Lied: *„Wir steigen ab, wir komm’n nie wieder, wir haben Bruno Labbadia.“
*

Die Spieler des VfL Wolfsburg gegen RB Leipzig in der Einzelkritik:

Schumacher: "Können keinen Bruch erkennen"


Zu allem Überfluss lässt sich der der VfL auch noch in eine Trainerdiskussion treiben. Es gibt Labbadia-Kritiker im Umfeld und in der Mannschaft – aber es gibt keine starke sportliche Autorität in diesem Verein, der diesen Kritiker mit klaren internen Worten entgegentreten könnte. VfL-Geschäftsführer Tim Schumacher versuchte es immerhin – und ließ mitteilen: „Wir stehen voll hinter dem Trainer und sind weiterhin davon überzeugt, dass wir die fehlenden Punkte für die Relegation holen werden.“ Rückfragen waren nicht möglich, Schumachers Aussagen wurden schriftlich übermittelt. „Auch wenn die Punkteausbeute sicher nicht unseren Erwartungen entspricht, können wir keinen Bruch zwischen Mannschaft und Trainer erkennen. Bruno Labbadia genießt unser absolutes Vertrauen. Wir erwarten von den Spielern gegen Köln eine klare Reaktion. Die Mannschaft ist jetzt absolut in der Pflicht.“

Die Ausgangslage Die Ausgangslage © Imago

Das war sie zuletzt auch – und scheiterte. Darum musste Labbadia  am Tag nach der Leipzig-Pleite Fragen zu seiner Zukunft beantworten. „Das war überhaupt kein Thema, weil die Verantwortlichen sehen, was wir tun“, sagte der 52-Jährige. Von seinem Torwart bekam er Rückendeckung. Koen Casteels: „Ich denke, dass der Trainer viele gute Sachen versucht und uns sehr, sehr gut in manchen Situationen und im Training pusht. Wir hatten schon fünf in den vergangenen eineinhalb, zwei Jahren. Dann müssen wir als Mannschaft auf uns selbst schauen. Die Mannschaft ist schuld daran, dass wir jetzt da stehen.“

Für Labbadia gibt es beim  VfL momentan keinen weiteren sportlichen Verantwortlichen, mit dem er sich austauschen könnte. Aber, so der Coach, in einer prekären Situation wie jetzt „kann auch ein Manager nicht viel helfen.“ Denn:  „In so einer Phase bist du immer ein Stück alleine, da bist du derjenige, der die Verantwortung trägt.“

Labbadia: "...dafür will man natürlich gern ein Stück Liebe haben"


Und da tun Schmähgesänge der eigenen Fans natürlich besonders weh. Das habe ich so noch nie erlebt. "Als Mensch gefällt das einem nicht“, meinte Labbadia zu den Schmähgesängen. „Sowohl als Spieler als auch als Trainer stand ich in der Zuschauergunst eher auf der Sonnenseite“, sagte der VfL-Trainer am Sonntag. „Wenn ich für einen Klub arbeite, identifiziere ich mich mit diesem auch, ich gebe alles, was ich habe. Dafür will man natürlich gern ein Stück Liebe haben.“

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