23. Mai 2014 / 18:25 Uhr

Viel Kampf, viel Training: „Die coole Sau“ ist zurück

Viel Kampf, viel Training: „Die coole Sau“ ist zurück

Sebastian Morgner
Viel Kampf, viel Training: „Die coole Sau“ ist zurück
Viel Kampf, viel Training: „Die coole Sau“ ist zurück © Jan Kuppert
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Anna Sarholz feiert nach einer Achterbahnfahrt die Rückkehr ins Tor des 1. FFC Turbine Potsdam

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Potsdam– Anna Sarholz hat es sich auf ihrer Couch im Wohnzimmer bequem gemacht. Das Champions-League-Finale der Frauen zwischen dem VfL Wolfsburg und dem schwedischen Vize-Meister Tyresö FF läuft im Fernsehen. Die zweite Halbzeit wurde gerade angepfiffen. Der deutsche Meister liegt zurück – und wird am Ende nach einer Aufholjagd mit 4:3 die Oberhand behalten. „Da denkt man schon an 2010 zurück“, sagt Sarholz. Vor vier Jahren hatte Turbine Potsdam in einem packenden Endspiel gegen Olympique Lyon die Königsklasse gewonnen. Sarholz verwandelte im Elfmeterschießen einen Strafstoß selbst und hielt anschließend den entscheidenden Schuss. „Die coole Sau“ (O-Ton der Medien) feierte ihren bislang größten Triumph – mit gerade einmal 17Jahren.

Danach wurde es jedoch ruhig um die Heldin von Getafe. Im Champions-League-Finale ein Jahr später in London (0:2 gegen Lyon) begann die Achterbahnfahrt. Die Torfrau brach sich den Mittelfuß. Die Vorbereitung auf die neue Saison lief durchwachsen. Einen Tag vor dem Saisonstart kam es zu einem schweren Fahrradunfall: Kahnbeinbruch im linken Handgelenk. Sarholz musste die Bundesliga erst einmal abhaken. „Ich hatte mir damals viel Zeit gelassen. Ich wollte wieder zu hundert Prozent fit werden“, erinnert sich die heute 21 Jahre alte Potsdamerin. Deutschlands talentierteste Torhüterin kam aber nicht zurück. Nach erfolgreicher OP und Heilung stieg sie erneut ins Training ein, doch das Kahnbein hielt nicht Stand – Bruch an der gleichen Stelle. Acht Wochen später sollte alles wieder in Ordnung sein, doch es gab Komplikationen mit der Schraube. Sarholz schien vom Pech verfolgt.

Das ging nicht spurlos an ihr vorbei. Doch sie kämpfte sich zurück und gewann 2012 mit dem Team den Hallenpokal. Inklusive Rückschlag: Die Potsdamerin brach sich zum dritten Mal das Kahnbein – wieder drei Monate Pause und Gips. Die Arbeit begann von vorn. Und damit nicht genug. In der Saison 2012/13 war an der US-Amerikanerin Alyssa Naeher kein vorbeikommen. „Die Zeit hat viel Kraft gekostet. Privat und im Training“, so Sarholz. Innerlich schien sie zu zerbrechen. Es gab vieles aufzuarbeiten. Im September musste die Spielerin mit dem nach außen selbstbewussten Auftreten eine Erkrankung am Herzbeutel überstehen. An einen Einsatz im Tor dachte niemand. „Die letzten Jahre haben mit Sicherheit auch dazu beigetragen, mich weiterzuentwickeln und erwachsen zu werden“, meint Sarholz. „Ich habe auch Fehler gemacht.“

Doch das ist Vergangenheit. Sarholz will einen Neuanfang. „Ich konzentriere mich voll auf den Sport und möchte dem Verein das zurückgeben, was er verdient hat“, so Sarholz. Gegen Wolfsburg feierte die Schlussfrau ihre Rückkehr. Sarholz „hatte im Training gute Leitungen gezeigt“, so Turbine-Trainer Bernd Schröder. „Sie wird am Sonntag wohl wieder im Tor stehen. Anna ist für uns wieder ein Gewinn.“ Sarholz hat aus den Fehlern gelernt. „Ich bin ruhiger und gelassener geworden“, sagt sie. „Ich sehe Herausforderungen entspannter. Es geht mir gut“, sagt sie und lächelt.

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