Erhielt von der Trainerseite viel Lob für seine Auftritte: Neuzugang Kevin Sammann. © Hans-Henning Hasselberg

Viel Schweiß, viele Baustellen

Bornreihes Oberliga-Abenteuer ist auf den Weg gebracht / Eine Zwischenbilanz nach dem Turniersieg

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Zwei schweißtreibende Wochen sind vorüber, das erste große Turnier ist gespielt – die Zeit ist gekommen für ein erstes Zwischenfazit beim Oberliga-Aufsteiger SV Blau-Weiß Bornreihe. Trainer Andre Lütjen nahm Stellung zur bisherigen Entwicklung, zu den Leistungen beim eigenen Turnier und zu den nächsten Schritten auf dem spannenden Weg in die Fußball-Oberliga.

Andre Lütjen hatte im Dress des SV Blau-Weiß Bornreihe und später für den FC Worpswede unzählige Male das Traditionsturnier als Spieler erlebt, nun stand er erstmalig als Coach an der Seitenlinie. Jetzt war alles anders, aber nicht minder schön: „Im Spiel gegen Hambergen stehen beim Gegner Christian Hasloop und Marcel Konoppa an der Seite. Mit denen bin ich zusammen in Bornreihe groß geworden. Man trifft beim FC Worpswede einen Gregor Schoepe. Das sind alles alte Bekannte. Das Turnier war daher nicht nur erfolgreich, sondern auch schön“, sagte Lütjen, der zusammen mit Bernd Böschen die „Moorteufel“ durch das Abenteuer Oberliga führen wird.

Die Blau-Weißen haben in den Partien gegen den Bezirksligisten FC Hambergen (3:1), den Landesliga-Rivalen FC Hagen/Uthlede (0:0 nach regulärer Spielzeit) und im Finale gegen den Bremen-Ligisten SG Aumund-Vegesack (1:0) lediglich ein Gegentor kassiert. Andre Lütjen ließ schon gleich nach Spielschluss durchklingen, dass die Stabilisation der Defensive ganz oben auf der Agenda steht: „Es ist wichtig, möglichst schnell eine gewisse Stabilität zu erlangen, um gut in der Liga anzukommen. Daher ist es das Ziel, die Defensive zu stärken.“ Doch Lütjen relativierte sogleich, die Bornreiher Fans bräuchten kein Team zu befürchten, das sich im und rund um den eigenen Strafraum verschanzen wird. „Bornreihe ist von der Grundausrichtung immer offensiv gewesen. Wir wollen sicherlich auch weiterhin attraktiven Fußball nach vorne spielen. Wir müssen aber gucken, wie wir Spiele gewinnen können.“ Das gesamte Team befindet sich auf der Suche nach einem Königsweg: Wie lassen sich auch eine Etage höher attraktive Spielweise und nüchterner Ergebnisfußball miteinander vereinen? Für Lütjen eine spannende Herausforderung: „Wir wissen derzeit noch nicht, wie die Oberliga wirklich funktioniert. Wir sind jetzt noch eine Landesliga-Mannschaft, die das Ziel hat, auch längerfristig Oberliga-Fußball spielen zu können. Und daher müssen wir auch in der Lage sein, uns ein wenig anzupassen.“

Vor allem die Abgänge von Christoph Müller und Steffen Kaluza haben in der Defensive große Lücken hinterlassen. So spielten die „Moorteufel“ das gesamte Turnier mit einem neuen Gespann in der Innenverteidigung: Neuzugang Alexander Huhn und Linksverteidiger Steffen Dietrich. Das Duo schlug sich wacker, der Versuch darf als geglückt gewertet werden. Doch ein Akteur fehlte noch: Am 25. Juli kehrt Jonathan Schäfer ins Team zurück. Und Schäfer dürfte in der Mitte gesetzt sein. Vermutlich zusammen mit Alexander Huhn, der sogleich die hohen Erwartungen erfüllte. Schäfer/Huhn, das könnte die Lösung sein. Damit wäre Dietrich wieder frei für seine Position auf der Außenbahn, wo er aber einen ernsthaften Konkurrenten bekommen hat: Kevin Sammann (24) kam aus Bassen und hinterließ sogleich einen sehr starken Eindruck.

Die Flügelzange mit Jascha Stern und Hendrik Lütjen funktionierte auf dem Turnier schon einige Male gut, auch wenn noch viel Luft nach oben verbleibt. Im zentralen Bereich haben die Blau-Weißen mit dem Ex-Brinkumer Artur Degtjarenko eine interessante Alternative hinzubekommen. Der 24-Jährige deutete sein Potenzial an, war zweikampfstark und zumeist anspielbar. „Wenn wir über das Mittelfeld sprechen, dann haben wir auch Artur mit auf dem Zettel. Er hat gezeigt, dass er eine echte Verstärkung für uns werden kann“, sagte Lütjen. Und der Coach deutete noch an, dass in Kürze vermutlich ein weiterer Neuzugang hinzukommen könnte: Ferdi Yilmaz war beim Oberligisten TSV Ottersberg aktiv, ehe es ihn im vorigen Sommer zum Bremen-Ligisten Habenhauser FV zog. Die Saison spielte er dort aber nicht zu Ende, jetzt steht der Mittelfeldakteur mit Oberliga-Erfahrung kurz vor einem Wechsel nach Bornreihe.

Bornreihe erarbeitete sich auf dem eigenen Turnier zahlreiche Torchancen, die Ausbeute war aber vergleichsweise eher mager. Wie bei Neuzugang Sönke Jahn zum Beispiel, der sich für das Team aufopferte und im Finale trotz einer Leistenverletzung ackerte und rackerte. Doch im Abschluss fehlte die Entschlossenheit. Und die nötige Kraft, wie Andre Lütjen umschrieb. „Sönke hat super viel investiert. Wenn er aber in der einen oder anderen Szene weniger macht, dann hat er in den entscheidenden Momenten die nötige Kraft. Sönke kann eine riesige Verstärkung für uns werden. Er bringt alles mit. Er passt perfekt nach Bornreihe.“ Auch Lukasz Urbaniak deutete gleich nach seiner Einwechslung im Finale an, dass er den Blau-Weißen gerade mit seiner Antrittsschnelligkeit weiterhelfen könnte.

Die Torwartfrage ist noch längst nicht geklärt. Und es zeichnet sich derzeit auch noch keine Nummer eins ab. Till Augsburg, Daniel Griesbach und Yannik Viol haben jeweils eine Partie zwischen den Pfosten gestanden. Till Augsburg hat das einzige Gegentor kassiert, ausgerechnet durch seinen ehemaligen Teamkollegen Dennis Heineke.

Am Mittwoch steht bereits das nächste Testspiel an. Ort und Gegner konnte Lütjen allerdings bis Redaktionsschluss noch nicht benennen. Eigentlich sollte es am Mittwoch gegen den MTV Bokel gehen, doch der sagte aus personellen Gründen ab. Stefan Horeis weilte am Sonntag beim Finale in Bornreihe, gut möglich, dass auf dem kurzen Dienstweg das Spiel gegen Werder III zu Stande gekommen ist. Es galt aber noch Details zu klären. Ansonsten würde vermutlich der VfL 07 Bremen als Gegner zur Verfügung stehen.

Oberliga Niedersachsen (Herren) Region/Bremen SV BW Bornreihe (Herren)

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