15. April 2018 / 16:08 Uhr

Viele Chancen: BSG Chemie besiegt den BFC knapp

Viele Chancen: BSG Chemie besiegt den BFC knapp

Matthias Roth
Pierre Merkel erzielte für die BSG Chemie im Spiel gegen den BFC Dynamo das Tor des Tages. 
Pierre Merkel erzielte für die BSG Chemie im Spiel gegen den BFC Dynamo das Tor des Tages.  © PICTURE POINT
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Pierre Merkel erzielt das Tor des Tages für die BSG Chemie Leipzig. Rintaro Yajima verpasst mit einem verschossenen Foulelfmeter die Vorentscheidung. Die Berliner Anhänger formierten sich vor Spielbeginn zu einem Fanmarsch im Gedenken an den durch Polizisten erschossenen Fan Mike Polley. 

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Leipzig. Die BSG Chemie Leipzig hat im Abstiegskampf der Regionalliga Nordost drei ganz wichtige Punkte geholt. Am Sonntag gewannen die Leutzscher gegen den Tabellen-Zweiten BFC Dynamo mit 1:0. 4216 Zuschauer, darunter 800 aus Berlin, sahen die Partie im Alfred-Kunze-Sportpark. „Wir hätten in der ersten Halbzeit den Sack schon zu machen müssen“, sagte Chemie-Coach Dietmar Demuth.

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Über dieses Partie wurde seit Wochen viel gesprochen und geschrieben. Nach dem Tod von BFC-Fan Mike Polley im Jahr 1990 trafen beide Teams erstmals seit längerer Zeit wieder in Leipzig aufeinander. Klar, dass das Schicksal des damals 18-Jährigen eines der Hauptthemen des Tages war. Die Berliner Anhänger formierten sich zu einem Fanmarsch ins Stadion und kamen auch am alten Bahnhof Leutzsch vorbei, wo Polizeikugeln Polley damals niederstreckten.

ERSTE | Die Pressekonferenz zum Spiel

Gepostet von BSG Chemie Leipzig am Sonntag, 15. April 2018

Vor dem Spiel legten die Berliner und auch die Vereinsführung der BSG Chemie jeweils Kränze für Polley nieder. Der Leipziger Fans gedachten mit einem Banner allen von Polizisten getöteten Opfern und ernteten dafür Applaus von der Gegenseite.

Die Fans des BFC Dynamo gedenken des 1990 durch Polizeikräfte erschossenen Mike Polley.
Die Fans des BFC Dynamo gedenken des 1990 durch Polizeikräfte erschossenen Mike Polley. © Matthias Puppe

Viele Zeitzeugen von damals waren wieder im Stadion und ließen sich das Spiel nicht entgehen. Achim Steffens, damals Trainer beim FC Sachsen gehörte dazu. Er erinnerte sich: „Es war wie in Chicago, überall Polizeisirenen. Es waren die unangenehmsten Ereignisse in meiner sportlichen Laufbahn“, so der Coach.

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Fußball wurde auch gespielt. Der BFC schonte vor dem Landespokalfinale am kommenden Mittwoch gegen TeBe Berlin einige Stammkräfte und setzte gleich mehrere Spieler mit kaum Regionalliga-Erfahrung ein. Der BSG war das egal. Sie musste gewinnen, so oder so.

Und die Leipziger legten spektakulär los. Schon in der zehnten Minute hatte Pierre Merkel die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber noch am Berliner Torhüter Kevin Sommer. Vier Minuten später machte er es besser. Nach einem Pass von Manuel Wajer zog der Stürmer aus der Strafraummitte aber und traf zum 1:0. Merkel präsentierte danach ein Hemd unter seinem Trikot mit dem Spruch: „Za mog omiljenog Brata.“ Der Angreifer klärte später auf. „Das war Serbisch und ist einem guten Freund gewidmet. Er hat mir gestern gesagt, dass ich ein Tor mache.“ Übersetzt heißt der Spruch: „Für meinen Lieblingsbruder.“Die Mannschaft von Demuth machte weiter Druck und erarbeitete sich Chancen am Fließband. Einziges Manko: Sie blieben ungenutzt.

„Für meinen Lieblingsbruder“: Chemie-Stürmer Pierre Merkel bedankt sich auf seine Art für die Unterstützung eines guten Freundes
„Für meinen Lieblingsbruder“: Chemie-Stürmer Pierre Merkel bedankt sich auf seine Art für die Unterstützung eines guten Freundes © PICTURE POINT

„Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben dem BFC den Schneid angekauft“, sagte Co-Trainer Christian Sobottka in der Pause. Klare Anweisung des Trainerteams: Sofort auf das 2:0 gehen. Die größte Chance dazu hatte Rintaro Yajima in der 52.Minute. Alexander Bury wurde im Strafraum von Torhüter Sommer gelegt – Elfmeter! Der Japaner blieb aber der Chemie-Quote in dieser Saison treu. Auch im dritten Versuch vom Punkt blieben die Leutzscher erfolglos. Yajima jagt den Ball übers Tor direkt in Richtung der eigenen Fans.

A9 bei Beelitz: Erinnerung, Mahnung und Gedenken an den 1990 durch Polizisten erschossenen BFC-Anhänger Mike Polley. 
A9 bei Beelitz: Erinnerung, Mahnung und Gedenken an den 1990 durch Polizisten erschossenen BFC-Anhänger Mike Polley.  © Privat

Chemie drückte weiter, der BFC blieb mit Kontern gefährlich. Branden Stelmak hatte in der 83. Minute die riesige Gelegenheit zur Entscheidung, scheiterte aber an Sommer aus Nahdistanz. Den vermeintlichen Ausgleich von David Al-Azzawe in der 89. Minute pfiff der Schiedsrichter wegen eines angeblichen Foulspiels zurück. Glück für Chemie.

Bury nach dem Abpfiff: „Wir haben einige Dinger liegen lassen, hatten die klarsten Chancen und erzielen das zweite Tor nicht.“ Am Ende reichte es für die BSG. Die Gastgeber machten es aber unnötig spannend. Der rettende 14. Platz ist jetzt nur noch zwei Punkte entfernt. „Jetzt haben wir noch fünf Endspiele“, kündigte Daniel Heinze an.

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