13. Juni 2018 / 09:37 Uhr

Viele offene Fragen bei Holstein Kiel

Viele offene Fragen bei Holstein Kiel

Andreas Geidel
Was bringt die Zukunft? Nicht nur die Defensiv-Routiniers Niklas Hoheneder (vorne) und Sebastian Heidinger (dahinter) hoffen auf schnelle Antworten der Störche-Offiziellen.
Was bringt die Zukunft? Nicht nur die Defensiv-Routiniers Niklas Hoheneder (vorne) und Sebastian Heidinger (dahinter) hoffen auf schnelle Antworten der Störche-Offiziellen. © Paesler
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Das Schweigen der Störche - Wie geht es personell weiter?

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Neues Personal, strategische Ausrichtung, wirtschaftliche Voraussetzungen – beim Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel türmt sich nach der Beendigung seiner Traumreise im Premieren-Jahr des Bundesliga-Unterhauses ein Berg von Arbeit. Die interessierte Öffentlichkeit erfährt von der Intensität und Problematik der Aufgabenstellungen allerdings bislang wenig bis gar nichts. Denn noch schweigen sich die sportlich verantwortlichen Störche inklusive ihres Präsidenten Steffen Schneekloth auf breiter Front aus. Sowohl der neue Cheftrainer Tim Walter (42), am 22. Mai offiziell als Nachfolger des zum 1.FC Köln gewechselten Markus Anfang präsentiert, als auch Fabian Wohlgemuth (39), der als Geschäftsführer Sport den zum künftigen Liga-Rivalen Hamburger SV übergesiedelten Ralf Becker am 4.Juni beerbte, existieren zurzeit – medial betrachtet – trotz realer Anwesenheit an der Förde lediglich virtuell. Sie kommunizieren mit der Nicht-Störche-Welt via Pressemitteilungen, vom Klub den Journalisten zur Verfügung gestellten Audio-Dateien oder sind auf Fotos der Vereinshomepage zu sehen. Zu Beginn der kommenden Woche soll sich das Duo im Rahmen einer Pressekonferenz erstmals persönlich vorstellen.

Die Fakten:

Der Auftakt der Saisonvorbereitung ist für den 25.Juni Saison terminiert, vom 26. bis zum 29. Juni ein Kurz-Trainingslager in Büsum/Dithmarschen organisiert, an dessen Finale am Freitagabend (19 Uhr) das erste Testspiel gegen den TSV Büsum (Verbandsliga) vorgesehen ist. Die Generalprobe für das am 3.August beginnende Spieljahr soll nach noch nicht offiziell bestätigten Informationen am 28. Juli (15 Uhr) auf der Anlage des Eckernförder SV gegen den spanischen Erstliga-Absteiger FC Malaga steigen.

Holstein muss aktiv werden

Die ersten Neuzugänge heißen Dominik Reimann (Tor/Dortmund II) und Jannik Dehm (Außenverteidiger/Hoffenheim II).Doch wer ersetzt im aktuell nur 18-köpfigen Aufgebot die Achse um Rafael Czichos, Dominick Drexler und den vom FC St. Pauli ausgeliehenen Top-Torjäger Marvin Ducksch? Für Abwehrchef Czichos zahlte der 1. FC Köln laut Medienberichten 1,8 Millionen Euro, die Qualitäten des Spielgestalters Dominick Drexler waren dem dänischen Meister FC Midtjylland 2,4 Millionen Euro wert. Dazu kommen die 500000 Euro für Anfang. Eine Summe, die sich bei einem Bundesliga-Aufstieg des „Effzeh“ inklusive des 500000-Euro-Nachschlags für Czichos im Erfolgsfall auf insgesamt eine Million Euro erhöhen könnte. 5,7 Millionen Euro – eine höhere Transfereinnahme verzeichneten die Störche noch nie in ihrer Vereinsgeschichte. Wird dieses Geld komplett in neues Personal investiert? Erhalten die erprobten Abwehrkräfte Niklas Hoheneder und Sebastian Heidinger neue Vertragsangebote? Hat Becker ein bestelltes Feld hinterlassen? Und wer steht künftig neben Co-Trainer Patrick Kohlmann an der Seite Walters? Dass dessen bisheriger Assistent Tobias Schweinsteiger wie Walter den Weg vom FC Bayern II nach Kiel findet, scheint derzeit eher unwahrscheinlich.An der Gerüchtebörse gehandelt werden stattdessen Frank Fröhling (40), der zuletzt mit Martin Gisdol beim HSV wirkte und wie Walter aus Karlsruhe kommt, und Patrick Westermann (37/bis zum 2.Januar 2018 beim FC St. Pauli). Wer Antworten auf diese Fragen erwartet, muss sich noch in Geduld üben.

Angst vor Dritter Liga

Dass das Jahr nach einer verpassten Erstliga-Relegation extrem schwer werden kann, das belegen die jüngsten Beispiele. Der aktuelle Bundesliga-Aufsteiger 1.FC Nürnberg mühte sich nach dem Scheitern in der Relegation gegen Eintracht Frankfurt 2016 in der folgenden Saison auf Rang zwölf, die Braunschweiger Eintracht stürzte im Mai dieses Jahres bekanntlich sogar direkt in Liga drei ab. Und auch aus eigener Erfahrung wissen die Kieler um die Problematik nach geplatzten Aufstiegsträumen. Die Serie nach dem Zweitliga-Relegations-Drama gegen 1860 München am 2.Juni 2015 brachte zwischenzeitlich akute Abstiegsgefahr und endete auf Drittliga-Rang 14. Nicht zuletzt deshalb, weil die damals abgewanderten Leistungsträger Hauke Wahl (Abwehr), Mikkel Vendelbo (Mittelfeld) sowie Rafael Kazior (Torjäger) über einen längeren Zeitraum nicht gleichwertig ersetzt werden konnten und Torwart Kenneth Kronholm sowie Defensiv-Allrounder Marlon Krause mit Kreuzbandrissen ausfielen.

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