Kevin Volland hätte im Sommer 2016 zu RB Leipzig wechseln können, entschied sich aber dagegen. © Archiv

Volland: „Viele haben nicht erwartet, dass RB Leipzig gleich so einschlagen würde“

Leverkusens Topstürmer erklärt im exklusiven Interview, warum er sich gegen einen Wechsel zu RB Leipzig entschied und weshalb seine Mannschaft am Samstag reif für die ersten Punkte gegen die Rasenballer ist.

BUZZER DEINE MEINUNG!

  • Fail -
  • Läuft -
  • Krass -
  • WTF -
  • Kopf Hoch -
  • Peinlich -
Anzeige

Leverkusen. Für 20 Millionen Euro wechselte Kevin Volland im Sommer 2016 nach Leverkusen und ist immer noch der teuerste Spieler der Vereinsgeschichte. Damals entschied er sich für die Werkself und gegen ein Angebot von RB Leipzig. Im LVZ-Interview verrät der Stürmer seine Beweggründe, spricht über privates Glück, die Chancen auf die ersten Punkte am Samstag gegen den Vizemeister aus Leipzig und seine Hoffnungen, noch auf den WM-Zug nach Russland aufspringen zu können.

RB Leipzig ist der einzige Verein, gegen den Ihre Mannschaft in der Bundesliga-Historie noch keinen Punkt holen konnte. Wie schmerzlich sind die Erinnerungen an die zwei Niederlagen vergangene Saison?

„Natürlich wollen wir das ändern. Es waren zwei bittere Spiele. Beim ersten zu Hause haben wir 2:1 geführt, einen Elfmeter verschossen und am Ende das 2:3 bekommen. Beim Rückspiel in Leipzig haben wir gut gespielt, waren meiner Meinung nach sogar besser und kriegen in der 90. Minute das 0:1. Deswegen wollen wir es dieses Jahr für uns entscheiden und vor unseren Fans auf jeden Fall die Punkte holen.“

Was stimmt Sie optimistisch, dass das am Samstag klappt?

„Wir sind gut drauf, haben zu Hause immer gute Spiele abgeliefert und wollen daran anknüpfen. Es ist auch tabellarisch eine wichtige Partie, die Situation ist uns bewusst. Ich glaube, dass wir die Qualität haben, um zu gewinnen.“

Vor dem Duell Leverkusen gegen Leipzig gab es vergangenes Jahr zum gleichen Zeitpunkt eine ähnliche Tabellenkonstellation – RBL etablierte sich anschließend oben, Bayer rutschte ins Mittelfeld ab…

„Dieses Jahr ist es noch enger als in der vergangenen Saison. Mit einem Sieg bist du oben dabei, mit einer Niederlage erstmal im Mittelfeld. Klar hat Leipzig eine sehr große Qualität. Aber wir wollen schauen, dass wir oben dran bleiben. Deswegen ist das Spiel enorm wichtig.“

Ist es der Anspruch des Vereins, nach dem enttäuschenden zwölften Platz, sich diese Saison wieder für Europa zu qualifizieren?

„Das vergangene Jahr war sehr turbulent und nicht zufriedenstellend für Bayer Leverkusen. Aber jetzt spielen wir wieder einen attraktiveren Fußball, das wird auch von unseren Fans honoriert. Wir sind auf einem guten Weg, haben die zurückliegenden sieben Spiele nicht verloren. Das darf natürlich kein Anlass, sich nun auszuruhen. Nichts läuft von allein. Das konnten wir aus der vergangenen Saison lernen.“

Durchklicken: Bilder vom letzten Spiel RB Leipzig gegen Bayer 04 Leverkusen aus der vergangenen Saison.

Der Leipziger Mannschaftsbus wurde letztes Jahr vor der Partie in Leverkusen mit Farbbeuteln beworfen – RB-Coach Hasenhüttl meinte damals, das sei eine extra Motivation für sein Team gewesen. Hoffen Sie, dass es auch deshalb diesmal im Vorfeld ruhig bleibt?

„Was da vorgefallen ist, gehört sich natürlich nicht. Das ist eine Frage des Anstands. Rivalität sollte immer sportlich bleiben. Ich denke, dass so etwas nicht noch einmal passieren wird.“

Die 1:0-Führung für Bayer vor einem Jahr schoss ihr damaliger Teamkollege Kevin Kampl, der nun das RB-Trikot trägt. Können Sie nachvollziehen, dass er kurz vor Transferschluss gen Leipzig gegangen ist?

„Kevin ist ein guter Spieler. Er wollte ja ursprünglich nach China, doch das hat nicht geklappt im Sommer. Es war wohl so, dass er unbedingt etwas Neues ausprobieren wollte. Natürlich ist Kevin ein Verlust für uns. Trotzdem haben wir uns als Mannschaft gefunden und auf der Position sehr gute Spieler.“

Mehr zum Thema: Kampl-Transfer: So lief der Deal zwischen RB Leipzig und Bayer Leverkusen

Sie haben sich im Sommer 2016 andersherum, also gegen ein Angebot von RB Leipzig und für einen Wechsel zu Bayer Leverkusen entschieden. Verraten Sie den Grund?

„Leverkusen war in den Jahren davor auch schon an mir dran und in besagtem Sommer erneut als erster Club an einer Verpflichtung interessiert. Bayer 04 wollte mich unbedingt haben und hat mir das zu verstehen gegeben. Ich habe mir natürlich beide Seiten angehört. Doch ich bereue es auf keinen Fall, mich für Leverkusen entschieden zu haben. Ich fühle mich hier sehr wohl.“

War es damals vor allem eine sportliche Entscheidung, weil Leverkusen für die Champions League qualifiziert und Leipzig Aufsteiger war?

„Die Champions League hat damals schon gelockt und Leverkusen war seit vielen Jahren unter den Topclubs. Ich habe ja auch meinen Traum hier erfüllen können und in der Königsklasse gespielt, wir sind bis ins Achtelfinale gegen Atletico Madrid gekommen. Das waren fantastische Erfahrungen. Unser Abschneiden in der Bundesliga betrachte ich als Ausreißer nach unten. Was das betrifft, haben sicherlich nicht allzu viele erwartet, dass Leipzig als Aufsteiger gleich so einschlagen würde. Dass RB eine so grandiose Saison gespielt hat, war zum Teil überraschend, aber am Ende verdient.“

Gibt es eigentlich Berührungspunkte mit Ralf Rangnick? In Hoffenheim haben Sie sich knapp verpasst. Er ging im Januar 2011, sie wechselten im gleichen Monat zur TSG. Oder hat er damals den Wechsel noch eingefädelt?

„Ich war damals an 1860 ausgeliehen. Ich bin mir nicht ganz sicher, weil es schon so lange her ist. (lacht) Aber ich glaube schon, dass er seine Finger mit im Spiel hatte.“

Nach dem ersten schwierigen Jahr bei Bayer sind Sie gerade in Topform, haben mit sechs Toren schon so viele erzielt, wie in der kompletten letzten Saison. Woran liegt das?

„Zum einen versuche ich, dem Trainerteam das Vertrauen zurück zu geben und der Mannschaft zu helfen. Zum anderen spielen wir einen sehr schönen Fußball und erarbeiten uns sehr viele Torchancen. Man braucht diese Momente am Anfang der Saison, in denen der Knoten platzt. Dann läuft es leichter.“

Sie erwarten mit Ihrer Frau das erste Kind. Überträgt sich das private Glück auf den Fußball?

„Das gibt schon positive Energie. Klar freuen wir uns auf unser Kind. Sportlich läuft es auch noch. Bei mir ist zurzeit alles im Lot.“

Eine kleine Baustelle gibt es – trotz ihrer zuletzt starken Leistungen, standen Sie seit einem Jahr nicht mehr im DFB-Kader.

„Ich musste den Confed Cup leider absagen, weil ich mir kurz vorher einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. Das war für mich ärgerlich. Andere gute Spieler wie Lars Stindl, Sandro Wagner oder Timo Werner haben dann ihre Chance genutzt. Wir haben in Deutschland ein Luxusproblem. Auf jeder Position kannst du fast fünf, sechs Spieler auf Topniveau auswählen. Ich bin realistisch, will einfach meine Leistung im Verein zeigen. Alles andere kann ich nicht beeinflussen.“

Sie sind neben Timo Werner mit sechs Treffern aktuell bester deutscher Stürmer der Bundesliga. Wie groß ist die Hoffnung, doch noch auf den WM-Zug nach Russland aufspringen zu dürfen?

„Im Fußball ist alles möglich. Wir müssen mit Leverkusen auch als Mannschaft Erfolg haben, dann hast du immer ein anderes Ansehen. Wenn sich das in der Rückrunde bestätigt, habe ich natürlich noch eine kleine Chance. Aber bei der großen Konkurrenz bin ich realistisch. Es wird nicht leicht – doch versuchen und geben werde ich alles.“

Region/Leipzig Fussball Bundesliga Bayer 04 Leverkusen-RB Leipzig (18/11/2017 15:30) RB Leipzig RB Leipzig (Herren) Bayer 04 Leverkusen Bayer 04 Leverkusen (Herren) Kevin Volland (Bayer 04 Leverkusen)

KOMMENTIEREN

Die besten Bundesliga Quoten werden bereitgestellt von Smartbets.

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

KOMMENTARE

Anzeige