23. Juni 2018 / 07:50 Uhr

Von Löw bis Umbruch – was passiert, wenn Deutschland wirklich ausscheidet?

Von Löw bis Umbruch – was passiert, wenn Deutschland wirklich ausscheidet?

Heiko Ostendorp
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Abpfiff für einige Größen? Wir klären, was passiert, wenn Deutschland ausscheiden sollte.
Abpfiff für einige Größen? Wir klären, was passiert, wenn Deutschland ausscheiden sollte. © imago/Schüler
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Passiert heute Abend das vor ein paar Tagen noch Undenkbare? Scheidet Deutschland in der WM-Vorrunde aus? Der SPORTBUZZER erklärt, die Folgen eines solchen Debakels – für Bundestrainer Joachim Löw und einige Säulen der Mannschaft.

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Es war die größte Erfolgsmeldung in der wackeligen Vorbereitung der Nationalmannschaft auf die WM. Kurz vor der vorläufigen Kaderbekanntgabe am 15. Mai im Dortmunder Fußballmuseum verlängerte Joachim Löw seinen Vertrag als Bundestrainer vorzeitig – bis 2022. Ein Coup, der dem DFB gelungen war. Schließlich hatte es Gerüchte gegeben, dass Löw noch mal etwas anderes machen und einen europäischen Topklub übernehmen wolle. Stattdessen konnte der DFB mit seinem Weltmeistertrainer nun bis zur nächsten Endrunde in Katar planen. Zumal es nach SPORTBUZZER-Informationen im neuen Kontrakt keine Ausstiegsklausel mehr gibt. Bislang hatte Löw nach der WM 2018 die Möglichkeit, aus dem Vertrag auszusteigen – unabhängig vom Abschneiden in Russland.

Klar ist jedoch auch, Vertragskonstellation hin oder her: Ein Aus in der Gruppenphase würde vieles ändern. Gar alles? Es wäre nicht das erste Mal in der Fußballgeschichte, dass eine vorzeitige Vertragsverlängerung, die allerorts erst bejubelt wurde, später von Fans kritisiert wird: „Warum hat man das gemacht, völlig ohne Not?“ Zum Zeitpunkt der Verlängerung hat kaum jemand für möglich gehalten (inklusive des Autors dieses Textes), dass gerade einmal vier Wochen später ein Text erscheint, der Löws Zukunft thematisiert.

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Doch die Fragen drängen sich auf: Was passiert, wenn Deutschland heute Abend verliert und erstmals in der WM-Historie in der Gruppenphase ausscheidet? Nach Spielen gegen Mexiko und Schweden? Was wäre dann? Bei allem verdienten Kredit, den Löw bei den Fans hat: Es könnte eine Eigendynamik im Land entstehen. Logisch, Erfolgsmensch Löw beschäftigt sich mit einem möglichen Ausscheiden im Vorfeld nicht. In Sotschi zeigte er sich wieder mal betont locker, ging früh morgens an der Strandpromenade joggen, posierte für Fotos, flachste mit den Fans.

Am Freitag präsentierte sich der Bundestrainer selbstbewusst, energisch und entschlossen: „Morgen zählt es! Und ich bin absolut sicher, dass es eine Reaktion geben wird.“ Löw zweifelt nicht. Und beim DFB und den deutschen Fans gibt es (noch) keinerlei Zweifel an ihm. Sowohl Grindel als auch Bierhoff sprachen dem Weltmeistermacher mehrfach das Vertrauen aus. Dies würde sich nach SPORTBUZZER-Informationen im Falle des WM-GAUs nicht ändern. Auch wenn das Verhältnis zu Bierhoff im Zuge der Quartierentscheidung für Russland etwas gelitten hat – ein Löw-Rauswurf ist ausgeschlossen ob seiner Verdienste.

Das ist Deutschlands WM-Kader - mit Rückennummern

Rückennummer 1 – Manuel Neuer (FC Bayern): Stand zum ersten Mal am 29. Mai 2009 im Kader der Nationalmannschaft. Neun Jahre später fährt er mit dem Team zu seiner dritten WM. Zur Galerie
Rückennummer 1 – Manuel Neuer (FC Bayern): Stand zum ersten Mal am 29. Mai 2009 im Kader der Nationalmannschaft. Neun Jahre später fährt er mit dem Team zu seiner dritten WM. ©
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Und Löw selbst? Wer ihn kennt, der weiß, dass der 58-Jährige niemand ist, der davonläuft. Allerdings ist Löw selbstkritisch genug, um zu wissen, dass im Falle eines frühen Ausscheidens alles hinterfragt werden muss – auch seine eigenen Entscheidungen. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland verriet Löw vor der WM zudem, dass er bereits nach dem Titelgewinn in Brasilien Motivationsprobleme hatte. Könnte er sich tatsächlich noch einmal aufraffen und einen kompletten Neuanfang starten nach dem größten WM-Desaster der Historie?

„In Katar werden wir eine andere Mannschaft haben“

Im selben Interview sagte Löw: „Wir brauchen Veränderungen, und das wird auch nach diesem Turnier wieder so sein. In Katar werden wir wieder eine andere Mannschaft haben – und diese aufzubauen, das ist für mich schon jetzt eine riesige Motivation.“ Scheidet Deutschland in der Vorrunde aus, dürfte der angekündigte Umbruch deutlich größer ausfallen als angedacht. Denkbar, dass dann auch einige Spieler ihren Rücktritt erklären.

Nach dem Titelgewinn vor vier Jahren ging zunächst der Kapitän von Bord. Philipp Lahm trat mit gerade mal 30 Jahren zurück. Es folgten Miroslav Klose (36), Per Mertesacker (29) und zwei Jahre später Bastian Schweinsteiger (31) sowie Lukas Podolski (31). Nun heißen die Kandidaten für einen Abschied aus dem DFB-Team Manuel Neuer (32), Jérôme Boateng (29), Mario Gomez (32), Sami Khedira (31) und Toni Kroos – wobei dieser erst 28 ist. Was wäre, wenn? Ganz Fußball-Deutschland hofft, dass diese Frage heute Abend vertagt wird.


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