Der Ungar Viktor Kassai ist seit 2003 FIFA-Schiedsrichter. © dpa

Vor dem Schlager Deutschland-Italien: Der Schiri ist ein schlechtes Omen

Der Ungar Viktor Kassai pfeift das EM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Italien. Die DFB-Auswahl hat keine guten Erinnerungen an den Routinier.

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Als die Kunde vom Schiedsrichter am Donnerstagvormittag im Lager der deutschen Fußballer ankam, wurden böse Erinnerungen wach. Dass ausgerechnet Viktor Kassai am Samstag (21.00 Uhr/ARD) in Bordeaux das EM-Viertelfinale des Weltmeisters gegen Italien leitet, haben Manuel Neuer und Kollegen sicher nicht mit allzu großer Freude vernommen.

Schließlich pfiff der Ungar bisher nur ein Endrunden-Spiel der deutschen Auswahl - am Ende stand ein 0:1 im WM-Halbfinale 2010 gegen den späteren Titelträger Spanien. Vom aktuellen EM-Kader standen gleich acht Spieler an jenem 7. Juli vor sechs Jahren im Moses-Mabhida-Stadion in Durban auf dem Platz. Neben Neuer schlichen Jérôme Boateng, Sami Khedira, Bastian Schweinsteiger, Mesut Özuil sowie die eingewechselten Lukas Podolski, Toni Kroos und Mario Gomez nach dem Abpfiff Kassais mit hängenden Köpfen in die Kabine. Der enttäuschte Bundestrainer hieß auch damals schon Joachim Löw.

Noch zwei weitere Indizien für das schlechte Omen

Wer die Sache mit dem schlechten Omen auf die Spitze treiben möchte, findet sogar noch zwei weitere Indizien, die den Reisekaufmann als schlechte Wahl der Europäischem Fußball-Union (UEFA) identifizieren: Kassai leitete in Frankreich bereits ein Spiel der Italiener - das 1:0 in der Vorrunde gegen Schweden. Und beim WM-Triumph der Deutschen vor zwei Jahren fehlte Kassai - er war vom Weltverband FIFA nicht nominiert worden.

Kassais Abwesenheit in Brasilien hatte auch einen guten Grund. Bei der EM-Endrunde zwei Jahre zuvor in Polen und der Ukraine unterlief dem 40-Jährigen ein fataler Doppel-Fehler. Im Vorrundenspiel zwischen der Ukraine und England (0:1) verweigerte Kassai einem Tor der Co-Gastgeber die Anerkennung, obwohl der englische Abwehrchef John Terry den Ball erst deutlich hinter der Torlinie klärte. Dass dieser Szene eine Abseitsstellung der Ukrainer vorangegangen war, machte die Sache nicht besser. Der "Torklau" von Donezk sorgte für Schlagzeilen.

Schon der Vater wat Schiedsrichter

Kassai, der seit 2003 auf der FIFA-Liste steht, war bei den Schiedsrichter-Bossen in Ungnade gefallen und hatte sein vorerst letztes Endrunden-Spiel gepfiffen. Das änderte sich erst vor drei Wochen, als dem Unparteiischen mit der Leitung des EURO-Eröffnungsspiels zwischen Frankreich und Rumänien (2:1) eine große Ehre zuteil wurde. Nutzen konnte Kassai, der neben Ungarisch und Englisch auch sehr gut Deutsch spricht, diese Chance allerdings nicht. Der Referee übersah vor dem Führungstreffer der Franzosen ein Foulspiel des Torschützen Olivier Giroud am rumänischen Torhüter Ciprian Tatarusanu.

Dabei mangelt es Kassai, dessen Vater auch schon als Schiedsrichter aktiv war, wahrlich nicht an Erfahrung. Neben den Endrunden-Einsätzen war Kassai bereits in zahlreichen Europacup-Partien dabei, 2011 leitete er sogar das Finale der Champions League im Londoner Wembley-Stadion zwischen dem FC Barcelona und Manchester United (3:1). Und noch ein bedeutendes Endspiel hat Kassai bereits vor acht Jahren geleitet: Als Lionel Messi mit Argentinien das Olympia-Finale in Peking 1:0 gegen Nigeria gewannen, pfiff der damals 32-Jährige.

SID

Region/National

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