03. Februar 2018 / 13:36 Uhr

Vor Korkut-Debüt in Stuttgart: Hannover-Boss Kind attackiert Fans

Vor Korkut-Debüt in Stuttgart: Hannover-Boss Kind attackiert Fans

Redaktion Sportbuzzer
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Einst ein erfolgreiches Gespann: Tayfun Korkut und Martin Kind
Einst ein erfolgreiches Gespann: Tayfun Korkut und Martin Kind © zur Nieden
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Schon vor seinem ersten Spiel mit dem VfB Stuttgart beim VfL Wolfsburg glauben viele im Umfeld, dass Tayfun Korkut der falsche Mann ist. Rückendeckung erhält er ausgerechnet von Hannover-96-Präsident Martin Kind.

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Die teils heftige Kritik an seiner Person blendet Tayfun Korkut einfach aus. Der neue Trainer des VfB Stuttgart hat noch nicht ein Spiel absolviert, aber allein seine Verpflichtung verschmähen etliche VfB-Anhänger in den sozialen Netzwerken schon jetzt. Von „Das kann doch echt nicht euer ernst sein? Habt ihr zu viel Abgase von Daimler geschnüffelt?“ über „Wenn ich nicht schon Mitglied wäre, würde ich mich jetzt anmelden, nur um wieder kündigen zu können“ bis zu „Wir sind am Arsch“ reichten die Reaktionen der Schwaben-Fans etwa auf Twitter.

Die Netzreaktionen zur Verpflichtung von Tayfun Korkut beim VfB Stuttgart! Klickt euch durch!

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Kind teilt gegen Stuttgart-Fans aus

Korkuts heikle sportliche Mission mit den abstiegsbedrohten Stuttgartern startet am Sonnabend (15.30 Uhr) beim VfL Wolfsburg. Und allein diesem Spiel misst der 43-Jährige Bedeutung bei. „Dieser Wind, der herrscht, verändert nichts an meiner Arbeit“, sagte er am Freitag. „Ich konzentriere mich auf meinen Job, alles andere ist ausgeblendet.“

Rückendeckung erhält er einstige Trainer von Hannover 96 ausgerechnet von 96-Präsident Martin Kind, der gleich mal gegen die VfB-Fans ausholte: Er habe kein Verständnis dafür, „dass die Stimmung gegen Korkut so negativ ist und dass sogar Fans Ihre Mitgliedschaft kündigen. Jeder Mensch muss fair behandelt werden, sollte sich auch nach schwierigen Momenten erneut beweisen dürfen", sagte Kind vor ein paar Tagen gegenüber Sport1. Korkut habe eine faire Chance verdient und: "Auch andere Trainer haben Befürworter und Leute, die sie ablehnen. Das scheint im Trainergeschäft schon Standard zu sein.“

Kind, der derzeit in ganz Fußball-Deutschland durch 50+1 im Blickfeld steht, hatte Korkut Ende 2013 nach Hannover geholt. Es war die erste Trainerstation des Deutsch-Türken, der seine erste Saison auf Platz 10 beendete. Nach einer guten Hinrunde in der Saison 2014/2015 musste er jedoch nach 13 Spielen ohne Sieg gehen. Kind, der Korkut noch kurz vor dessen Freistellung eine Jobgarantie ausgesprochen hatte („Wir ziehen das mit Herrn Korkut bis zum Saisonende durch. Es wird bei uns in dieser Saison keinen Trainerwechsel geben.“) hatte nach dem 0:4 in Leverkusen offenbar genug.

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Korkut als Mensch "zuverlässig und seriös"

Ein Fan von Korkut scheint der streitbare Klubpräsident, der den heutigen VfB-Trainer oft als „Glücksgriff“ bezeichnet hatte, aber bis heute zu sein. Kind spricht rückblickend von „guten Erfahrungen. Mit ihm schafften wir den Klassenerhalt. In der darauffolgenden Saison folgte eine gute Hinserie, doch in der Rückrunde hat irgendwas nicht mehr gepasst. Die Gründe kann ich mir bis heute nicht erklären“, sagte er bei Sport1.

Trotzdem sei Korkut als Mensch „unglaublich zuverlässig und seriös“ gewesen und ein guter Trainer, auch wenn, „sich bei ihm die Erfolge und Ergebnisse nicht in der Form eingestellt haben, wie er sich das gewünscht hat“, sagte Kind. Aber das habe sicher seine Gründe. Der 96-Boss ist sich jedenfalls sicher, „dass sich Herr Korkut bei seinen bisherigen Vereinen weiterentwickelt hat. Auch, wenn die Ergebnisse am Ende nicht so zufriedenstellend waren".

Martin Kind: "Herr Korkut ist ein guter Trainer, auch wenn, sich bei ihm die Erfolge und Ergebnisse nicht in der Form eingestellt haben, wie er sich das gewünscht hat"

Dass Korkut jetzt in Stuttgart Trainer ist, freut Kind. Er sei zwar anfangs überrascht gewesen, doch er glaubt, „dass Herr Korkut mit dem VfB den Klassenerhalt schafft. Man hat 20 Punkte und die Mannschaft hat Qualität. Er wird das schaffen."

Und so wünscht Kind seinem ehemaligen Trainer in Stuttgart, „dass er endlich auch gute Ergebnisse liefert. Er ist selbstkritisch genug aus Fehlern zu lernen, aus denen er seine weitere Entwicklung ableitet."

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Helfen soll Korkut dabei Steven Cherundolo. Nach 19 Jahren verließ der sympathische 38-Jährige, der mehr als 400 Pflichtspiele für 96 bestritt und zuletzt als Trainer der U 17 tätig war, Hannover. „Es ist doch gut, wenn er Erfahrung sammelt“, sagte Kind. Und: „Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass er zurückkommt.“

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Am Sonnabend steht Cherundolo also neben Korkut in Wolfsburg an der Linie. Und Korkut gibt sich zuversichtlich vor dem Spiel gegen den VfL: „Die Situation ist, glaube ich, allen klar“, betonte er. „Wir sollten es aber auch als Chance sehen, den ersten Auswärtssieg zu holen. Mit diesem Optimismus gehen wir auch an diese Sache ran.“

Dass die Umstände schwierig, die Stimmung schlecht ist, spielt für den Ex-Coach von Hannover 96, dem 1. FC Kaiserslautern und zuletzt Bayer 04 Leverkusen keine Rolle. „Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich eine Mannschaft übernehme, in der die Situation nicht ideal ist.“

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