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Vorne zu harmlos: Rückschlag für Hansa

Sönke Fröbe
FSV-Keeper Johannes Brinkies (l.) wehrt in dieser Situation eine Chance des Rostockers Soufian Benyamina (M.) ab. © Lutz Bongarts

Hansa Rostock verliert Kampfspiel beim FSV Zwickau mit 0:1 – Sonnabend kommt Tabellenführer Paderborn.

Als interessierter Zuschauer auf der Tribüne verfolgte Paderborns Trainer Steffen Baumgart das Ostderby. Der frühere Bundesligaprofi (Hansa, Wolfsburg) sah eine druckvoll beginnende Rostocker Elf, die Dotchev im Vergleich zum Bremen-Spiel (1:1) auf zwei Positionen verändert hatte. Julian Riedel kehrte nach seiner Gelbsperre erwartungsgemäß ins Abwehrzentrum zurück. Auf der rechten Außenbahn überraschte Dotchev mit Mounir Bouziane, der erstmals seit dem 13. Spieltag wieder in der Anfangsformation stand. Quiring und Alibaz saßen zunächst wieder nur auf der Bank.

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So lief das Spiel: Der Liveticker zum Nachlesen

Die erste Möglichkeit nach druckvollem Beginn hatten folgerichtig die Rostocker: Benyamina schaltete nach einem abgeblockten Ball am schnellsten und beförderte den Ball mit der Hacke Richtung Zwickauer Tor. FSV-Keeper Brinkies war auf dem Posten und lenkte den Ball zur Ecke (12.). „Das wäre ein Traumtor“, meinte Hansas Sportdirektor Markus Thiele.

Hansa hatte das Spiel unter Kontrolle und hielt die nun sichtlich beeindruckten Gastgeber, die ihr erstes Spiel nach dem angekündigten Abschied von Trainer Torsten Ziegner zum Saisonende absolvierten, vom eigenen Tor weg. Lediglich nach einem Eisele-Pressschlag mit Hüsing flog der Ball in Richtung Hansa-Tor (20.), Torwart Blaswich musste aber nicht eingreifen.

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Hansa Rostock: Die Einzelkritik vom 28. Spieltag

Janis Blaswich: Verlebte einen weitesgehend ruhigen Abend. Beim Gegentor machtlos. Note: 3,5 © imago
Vladimir Rankovic: Hinten solide, aber seine Flanken im Spiel nach vorne blieben harmlos. Note: 4 © Dietmar Lilienthal
Oliver Hüsing: Agierte kompromislos und gewohnt kopfballstark. Note: 3 © Dietmar Lilienthal
Julian Riedel: Ließ wenig anbrennen, sicheres Stellungsspiel. Note: 3 © Dietmar Lilienthal
Nico Rieble: Unfällig, war im Abwehrverhalten solide, nach vorne ging allerdings wenig. Note: 4 © F.C. Hansa Rostock (Robert Gramlow)
Mounir Bouziane: Nach fast einem halben Jahr wieder in der Startelf. Ihm war die fehlende Spielpraxis anzumerken. Note: 4 © Dietmar Lilienthal
Bryan Henning: Gewohnt kampfstark im Mittelfeldzentrum, verlor das Kopfballduell vor dem Gegentreffer. Note: 3,5 © Dietmar Lilienthal
Stefan Wannenwetsch: Unauffälig im Mittelfeldzentrum, große Einsatzbereitschaft. Note: 3,5 © Dietmar Lilienthal
Fabian Holthaus: Zum dritten Mal hintereinander im linken Mittelfeld, war offensiv nur an wenigen Aktionen beteiligt. Vergab eine gute Chance (67.). Note: 4 © Dietmar Lilienthal
Soufian Benyamina: Präsent, oft anspielbar. War offensiv der Agilste. Ließ beste Hansa-Chancen aus. Note: 3 © Dietmar Lilienthal
Pascal Breier: Arbeitete viel in der Offensive, aber ohne Erfolgserlebnis. Lieferte sich mit FSV-Keeper Johannes Brinkies ein Privatduell und verlor es. Note: 3,5 © Lutz Bongarts
Christopher Quiring: Kam in der 68. Minute für Mounir Bouziane. Ohne nennenswerte Akzente im Offensivspiel. Note: 4 © Dietmar Lilienthal
Tim Väyrynen: Kam in der 79. Minute für Nico Rieble. Ohne Bewertung. © Dietmar Lilienthal
Willi Evseev: Kam in der 88. Minute für Bryan Henning. Ohne Bewertung. © Dietmar Lilienthal

Obwohl Zwickau jetzt besser in die Partie fand, war Pavel Dotchev an der Seitenlinie zu Späßen aufgelegt und führte einen Einwurf kurzerhand selbst aus – die Zwickauer Zuschauer nahmen die Einlage mit Humor. Zumal auf dem Rasen – zumindest vor beiden Toren – nur wenig geboten wurde. Nach Zuspiel von Bouziane versuchte es Breier mal aus der Distanz, doch der gebürtige Rostocker Brinkies entschärfte den Flatterball des Hansa-Stürmers. „Wir sind gut ins Spiel gekommen. Was uns fehlt, ist das Tor, der Türöffner“, resümierte Co-Trainer Uwe Ehlers nach dem Halbzeitpfiff treffend. Tribünengast Baumgart hatte ein „offenes Spiel“ gesehen, dem die zwingenden Torchancen fehlten. Hansa- Sportdirektor Markus Thiele beurteilte den ersten Durchgang ähnlich: „Wir sind ein stückweit die dominantere Mannschaft. Letztlich fehlen uns die finalen Lösungen.“

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Das setzte sich auch nach dem Seitenwechsel fort. Jetzt war allerdings Zwickau das aktivere Team, zunächst ohne das Gäste-Tor in Gefahr zu bringen. Auf der anderen Seite versuchte es Breier von der Strafraumgrenze und scheiterte an Keeper Brinkies (67.) Was Hansa nicht energisch genug und deshalb vergeblich versuchte, gelang dann den Westsachsen: Nico Antonitsch gewann das Kopfballduell gegen Henning und traf zum 1:0 (72.).

„Das ist brutal. Die bessere Mannschaft hat verloren“, meinte Trainer Pavel Dotchev. Seine Aufgabe sei es nun, „die Mannschaft wieder aufzurichten. Wir müssen am Samstag drei Punkte holen.“

FC Hansa: Blaswich - Rankovic, Hüsing, Riedel, Rieble (78. Väyrynen) - Bouziane (68. Quiring), Wannenwetsch, Henning (88. Evseev), Holthaus - Breier, Benyamina.
Tor: 1:0 Antonitsch (72.).

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