Uwe Meyer-Porsch Fit wie ein Junior: Fußball-Senior Uwe Meyer-Porsch. © Daniel Chatard
Uwe Meyer-Porsch

Wahl zum Amateurfußballer des Jahres: Der Altmeister

Uwe Meyer-Porsch ist 52 Jahre alt - und wird beim TSV Lesum-Burgdamm noch in der Ü32 gebraucht

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Der 17. Dezember wird ein besonderer Tag für Uwe Meyer-Porsch, denn dann findet das große Hallenturnier in der ÖVB-Arena statt. Weil der 52-Jährige als Techniker der großen Anlage auf der Bürgerweide beschäftigt ist, wird er sich an diesem Tag um die Temperaturen in der Halle kümmern. Aber Meyer-Porsch hat noch eine ganz andere Funktion an diesem Tag: Er tritt schließlich auch zur Wahl zum Bremer Fußballer des Jahres an. „Ich war total überrascht“, sagt der routinierte Kicker. Er konnte sich gar nicht vorstellen, wie es zu seiner Nominierung gekommen war, musste erst einmal recherchieren, „aus welcher Ecke“ die Vorschläge eingereicht worden waren. Aber Meyer-Porsch ist ja auch ein Kandidat, der aus dem Rahmen fällt. Unter normalen Umständen treten deutlich jüngere Spieler an. Spieler, die in den höchsten Spielklassen aktiv sind und mehr oder weniger regelmäßig in der Öffentlichkeit auftauchen. Bei Uwe Meyer-Porsch ist das anders. Er sorgt nicht mehr für die ganz großen Schlagzeilen. Aber er ist auf seine ganz eigene Art allgegenwärtig – als Fußballer in gleich drei Seniorenteams.

Eine Frage kann man sich im Gespräch mit dem Mittfünfziger also schon mal sparen: Nein, Uwe Meyer-Porsch hat keine anderen Hobbys als Fußball. „Ich habe noch so viel Spaß an diesem Sport“, sagt der Bremer. Und dann nutzt er seine Nominierung zur Aufklärung. Denn Meyer-Porsch weiß nur zu gut, dass der Fußball älterer Männer mit Vorurteilen behaftet ist. Oft wird der Kick der Senioren einfach belächelt, ohne Tempo und mit wenig Technik ginge es dort zu, heißt es dann. „Aber wir spielen und bolzen nicht“, sagt der Altmeister. Er tritt regelmäßig in der Ü 50 und der Ü 32 des TSV Lesum-Burgdamm an, bei der Ü 40 hilft er aus, wenn Not am Mann ist. „Und gerade bei der Ü 32 bin ich selbst überrascht, welchesTempo noch im Spiel ist“, sagt Uwe Meyer-Porsch. Sehr gern spielt er dort, in der jüngsten aller Altherren-Klassen.

Mehr zur Wahl zum Amateurfußballer des Jahres 2017

Die Ü 32 wird schließlich noch auf dem Großfeld ausgetragen, da kann sich der Dauerläufer richtig einbringen. „Ich liebe das viele Laufen immer noch“, sagt der ­Mittelfeldspieler. Als Herrenkicker war er in Neurönnebeck, Lüssum, bei TuRa, in Lesum, Blumenthal und beim Bremer SV aufgelaufen. Eine stattliche Anzahl von sechs Stationen. Aber Meyer-Porsch war kein Wandervogel, er hat nur so lange gespielt. Erst im Alter von 39 Jahren – wen wundert es – war Schluss bei den Herren. Danach wechselte er in den Seniorenbereich. Seine zweite Karriere als Trainer startete ebenfalls. Aber die Zeit auf der Bank war nur von einer vergleichsweise kurzen Dauer, obwohl Uwe Meyer-Porsch den Bremer SV, den ­Lüssumer TV und den Blumenthaler SV ­trainierte. „Da habe ich mich geärgert, und so war die Lust schnell weg“, sagt der ­erfahrene Kicker. Seine Begründung klingt da fast schon wie ein Stereotyp eines Fußballers seiner Generation: „Die

Ansprüche der Spieler passten nicht zu ihrer Einstellung.“ Dabei weiß Meyer-Porsch schon genau, dass sein Sport mittlerweile eine ganz andere Bedeutung hat. Die jungen Spieler besitzen heute nun einmal viel mehr Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Da steht der Fußball längst nicht mehr an erster Stelle. Er kann das auch nachvollziehen, hat aber ein ziemlich gutes Argument gegen einen allzu lockeren Umgang mit den Anforderungen an ein Teammitglied: „Man sollte immer wissen, dass es sich um einen Mannschaftssport handelt.“ Ein Fußballer tritt eben niemals nur für sich allein oder gar für den Trainer an. Er ist Teil der ­Gemeinschaft. Spieler wie Uwe Meyer-Porsch wissen das. Auch deshalb wird er mit seinen über 50 Jahren immer noch zu den Partien der Lesumer Ü 32 angefordert – und er zählt dort sogar zu den Leistungsträgern unter den zumeist deutlich jüngeren Kickern.

Und weil man den auch technisch be­schlagenen Dauerläufer so sehr schätzt, ­stehen die Chancen auf die Wahl zum ­Bremer ­Amateurfußballer des Jahres offenbar nicht so schlecht. „Mein Vorteil ist ja, dass ich so viele Leute kenne, weil ich schon so alt bin“, sagt Uwe Meyer-Porsch lachend. Man darf wohl davon ausgehen, dass er am 17.  Dezember nicht nur den Zuschauern ­einheizen wird. Sondern auch der Konkurrenz.

WÄHLEN SIE IHREN FAVORITEN

Wer wird Nachfolgervon Frithjof Rathjen als Bremens Amateurfußballer des Jahres? In dieser Woche stellen wir die fünf Kandidaten in alphabetischer Reihenfolge vor. Bis Donnerstag, 14. Dezember, um 12 Uhr können Sie für Ihren Favoriten anrufen (Kosten pro Anruf 50 Cent aus dem deutschen Festnetz/Handytarife können abweichen). Nennen Sie ihren Vor- und Zunamen, Adresse und Telefonnummer. Unter allen Teilnehmern an diesem Telefon-Voting verlost der WESER-KURIER ein Paket mit vier Tickets für das Bundesliga-Nordderby gegen den Hamburger SV Ende Februar im Weserstadion inklusive einer Werder-Card mit 50 Euro Guthaben.

Die Rufnummern im Überblick:

Daniel Block (FC Oberneuland) 01379 - 60 444 1

Jan Niklas Kersten (Leher TS) 01379 - 60 444 2

Uwe Meyer-Porsch (TSV Lesum-Burgdamm) 01379 - 60 444 3

Philipp Rockahr (Bremer SV) 01379 - 60 444 4

Christopher Taylor (SC Borgfeld) 01379 - 60 444 5

Region/Bremen Bezirk Bremen TSV Lesum-Burgdamm (Alte Herren Ü32) 30. Amateur-Hallenturnier 2017 in Bremen

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