Walter Kornmüller trainiert nun wieder eine Vereinsmannschaft. © Julius Frick

Walter Kornmüller: „Man muss den Mut haben, über neue Wege nachzudenken“

Ex-LFC-Coach Walter Kornmüller über sein neues Engagement beim FSV Luckenwalde und fehlenden Realitätssinn beim Verband

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Walter Kornmüller, der Leiter des DFB-Talentstützpunktes in Ludwigsfelde, hatte sich nach seinem Engagement beim Ludwigsfelder FC für eine Pause als Vereinscoach entschieden. Kürzlich hat er das Traineramt beim A-Juniorenteam des FSV Luckenwalde übernommen. Im Interview spricht der 65-Jährige über die Gründe für sein neuen Trainerjob, Spieltage in Turnierform und neue Wege bei der Nachwuchsförderung.

Herr Kornmüller, Sie haben sich nach Ihrem Engagement beim Ludwigsfelder FC für eine Pause entschieden: Geht es nicht ohne Traineramt?
Es gibt mehrere Gründe dafür, dass ich in Luckenwalde angefangen: Einer davon ist, dass wir es leider nicht geschafft haben, mit dem SV Siethen und dem LFC ein A-Juniorenteam auf die Beine zu stellen. Einige Spieler hingen in der Luft, die können nun als Gastakteure beim FSV spielen. Dann hat es mich gereizt, einen neuen Verein kennenzulernen. Der FSV ist von den Strukturen her sehr gut aufgestellt. Sie haben ein Nachwuchskonzept entwickelt und jetzt durch die sportbetonte Schule noch einmal einen Schub bekommen. Ich werde aber beim LFC weiter Talente trainieren und behalte auch die sportliche Leitung der Nachwuchsabteilung inne.

Einer der entscheidenden Gründe fehlt aber noch.
Es ist richtig, es hat etwas gefehlt ohne ein Traineramt bei einer Vereinsmannschaft.

Was hat Ihnen genau gefehlt?
Die Möglichkeit, sich am Wochenende mit anderen Mannschaften zu messen und die Entwicklung der Spieler mitzuverfolgen. Und dann will man natürlich wissen, ob man im hohen Alter noch einen Draht zu den jungen Leuten hat (lacht).

Es gibt gerade im A-Jugendbereich große Schwierigkeiten, genügend Mannschaften für einen soliden Spielbetrieb zu finden. Was kann man tun, um für eine Trendwende zu sorgen?
Aus meiner Sicht sollte man den Mut haben, über neue Wege in der Nachwuchsarbeit nachzudenken: Nach den D-Junioren gibt es einen Knick, was die Zahl der Spieler betrifft. Das ist zum einen durch das Alter bedingt, die Interessen ändern sich, aber es ist auch oft schwierig, Schule, Sport und Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Es könnten beispielsweise mehr Spiele am Freitagabend ausgetragen werden, damit die jungen Leute ein freies Wochenende haben. Die wollen auch mal abends weggehen oder wegfahren.

Was noch?
Aus meiner Sicht ist es auch überholt, das Spielgemeinschaften nicht in die Brandenburgliga aufsteigen dürfen. Da denkt man beim Verband nicht mehr zeitgemäß, für die Vereine ist es oft einfach nicht möglich, ohne einen Zusammenschluss mit anderen Vereinen eine Mannschaft aufzustellen. Und: Es könnten vielleicht auch Punktspiele der jüngeren Jahrgänge wie beim Handball in Turnierform ausgetragen werden, das würde ebenfalls freie Wochenenden schaffen. Wir müssen nicht bis Weihnachten spielen, wenn das Wetter ungemütlich ist. Man sollte den jungen Leuten entgegenkommen, die haben es auch nicht immer so einfach.

Sie klingen sehr milde.
Das hat einfach etwas damit zu tun, auf die Entwicklungen und Gegebenheiten zu reagieren. Man sollte nicht immer alles abblocken, sondern sich mit Anregungen auseinandersetzen und darüber diskutieren. Wenn wir nicht aufpassen, dann werden wir beim Wettbewerb mit anderen Sportarten ins Hintertreffen geraten.

Region/Brandenburg Kreis Dahme/Fläming Ludwigsfelder FC (Herren) FSV 63 Luckenwalde (A-Junioren) A-Junioren Landesklasse Brandenburg Nord/West Ludwigsfelder FC FSV 63 Luckenwalde

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