11. Juli 2018 / 15:18 Uhr

Weghorst oder Ginczek: Luxusproblem beim VfL Wolfsburg?

Weghorst oder Ginczek: Luxusproblem beim VfL Wolfsburg?

Tim Lüddecke
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Weghorst und  Ginczek: Die Mittelstürmer des Vfl Wolfsburg
Weghorst und Ginczek: Die Mittelstürmer des Vfl Wolfsburg © Boris Baschin
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Die beiden neuen Stürmer haben bereits in den ersten Tagen beim VfL Wolfsburg einen blendenden Eindruck hinterlassen. Nur: Im 4-3-3-System von Trainer Bruno Labbadia kann lediglich einer als vorderste Spitze auflaufen.

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Das kurze Gespräch auf Englisch war gerade beendet, da gab Wout Weghorst noch einen Hinweis. „Wir können übrigens auch auf Deutsch reden“, ließ er frisch geduscht und mit einem Augenzwinkern nach dem 7:0-Testspielsieg beim KSV Baunatal wissen. Nächstes Mal dann! Gerade mal zwei Wochen hat der Niederländer gebraucht, um auch sprachlich in Wolfsburg anzukommen. Menschlich gab es, wie zu hören ist, sowieso keine Anlaufschwierigkeiten. Und seit Dienstagabend hat er sich nun auch offiziell so eingeführt, wie sich das für einen Torjäger gehört: mit seinem ersten Tor. Da ist er allerdings nicht der Einzige. Hat der VfL bald ein Luxusproblem?

15 Tore haben die Wolfsburger in ihren ersten beiden Testspielen erzielt, gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt, dass in der vergangenen Saison mit insgesamt nur 36 Treffern eine ziemliche Flaute im Sturm herrschte. Ein Drittel der Treffer geht dabei bislang auf das Konto der beiden neuen Stürmer: Weghorst eben, der für zehn Millionen Euro vom AZ Alkmaar kam. Und Daniel Ginczek, der für annähernd dieselbe Summe vom VfB Stuttgart verpflichtet worden war, nun zweimal einen Doppelpack erzielte – und damit die Nase im Konkurrenzkampf um die Position in vorderster Spitze beim VfL vorn hat?

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Nicht doch, Trainer Labbadia möchte beide Angreifer zunächst einmal zu gleichen Spielanteilen testen, zeigt sich ohnehin „erst mal froh, dass wir zwei solche Stürmer haben. Beide haben eine Qualität, deswegen haben wir sie ja geholt“. Und so hat der Coach zurzeit zwei vielversprechende Bewerbungen für den Job als Nummer 9 in seinem 4-3-3-System auf dem Tisch liegen. In der Vorsaison hatte etwa Divock Origi nach dem Weggang von Mario Gomez im Winter nur mit einem ansprechenden Lebenslauf auf sich aufmerksam machen können. Ein Motivationsschreiben aber fehlte zumeist. Die Neuen machen da einen anderen Eindruck.

Hier lesen: Weghorst im SPORTBUZZER-Interview

Dabei geht es dem Trainer allerdings nicht nur um die reine Trefferquote, sondern auch um Laufwege. „Wout hat zwei oder drei Chancen vorbereitet, wo er uneigennützig quer legt. Er reißt viele Räume“, lobt Labbadia, „aber wenn die Stürmer treffen, ist es immer gut.“ Nun gab es auch die Weghorst-Torpremiere, sein Treffer war sogar ein ziemlich schöner, direkt unter die Latte, er jubelte mit geballter Faust. „Damit wollte ich zeigen, dass ich glücklich bin“, sagt er.

Das ist er beim VfL. „Das Niveau ist gut. Es ist eigentlich alles so, wie ich es erwartet habe“, erläutert der 25-Jährige. Vor allem in Sachen Trainingspensum hat er Unterschiede zu den Niederlanden ausgemacht. „Dort steht man normal eineinhalb Stunden auf dem Platz, hier sind es manchmal zweieinhalb – zwei- oder dreimal am Tag. Aber das ist genau das, was ich wollte. Ich wollte mehr trainieren, härter trainieren – um auf ein besseres Niveau zu kommen.“

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"Wir haben ein gutes Verhältnis"

Der Konkurrenzkampf mit Ginczek kommt ihm da nur zugute. „Wenn nur einer von uns die Möglichkeit bekommt, wird der Bessere von uns spielen“, sagt der Sportsmann. Allüren? Fehlanzeige. „Ich bin nicht die Art von Spieler, der nicht mit ihm sprechen, ihm nicht gratulieren oder kein Glück wünschen würde – nur weil er mein Konkurrent ist“, so Weghorst, „wir haben ein gutes Verhältnis.“ Diese Harmonie könnte noch ganz hilfreich sein, auch auf dem Platz, nach wie vor kommt nämlich auch ein System mit beiden Stürmern infrage. Bislang hat Labbadia das zwar noch nicht geprobt, er kündigt aber schon mal an: „Das ist definitiv eine Option.“

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