Haris Duljevic hatte mit Bosnien-Herzegowina das Nachsehen im Kampf um Tabellenplatz zwei – und verpasste damit die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft.  Haris Duljevic hatte mit Bosnien-Herzegowina das Nachsehen im Kampf um Tabellenplatz zwei – und verpasste damit die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft.  ©
Haris Duljevic hatte mit Bosnien-Herzegowina das Nachsehen im Kampf um Tabellenplatz zwei – und verpasste damit die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft. 

Weitere WM ohne Dynamos

Kein Nationalspieler der Dresdner hat sich mit seinem Land für das Turnier 2018 in Russland qualifiziert

BUZZER DEINE MEINUNG!

  • Fail -
  • Läuft -
  • Krass -
  • WTF -
  • Kopf Hoch -
  • Peinlich -
Anzeige

Dresden. Es bleibt dabei. WM-Einsätze während ihrer Zeit bei Dynamo Dresden können nur vier Spieler vorweisen. Die aktuellen Auswahlspieler im Kader der Schwarz-Gelben, die nach dem Sieg in Heidenheim auf Länderspielreise gegangen waren, kehren allesamt ohne Aussicht auf ein Ticket für die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland zurück.

Zuletzt hatte sich Haris Duljevic noch große Hoffnungen darauf gemacht. Erstmals seit einem Jahr war der 23-Jährige, der im Sommer vom FK Sarajevo nach Dresden gewechselt war, infolge guter Leistungen im Verein zur Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina eingeladen worden. Mit ihr ging es in seiner Heimatstadt Sarajevo gegen die bereits qualifizierten, aber dennoch in Bestbesetzung angetretenen Belgier um den zweiten Tabellenplatz ihrer Gruppe, der zur Teilnahme an den Playoffs berechtigt hätte. Doch die Bosnier verloren 3:4. Kurios: Duljevic spielte die komplette Partie, hätte aber vom Platz fliegen müssen. Doch der Schiedsrichter hatte versäumt, Duljevic nach dessen zweiter Gelber Karte des Tages folgerichtig „Rot“ zu zeigen. Zwar gewannen die Bosnier mit dem in der 75. Minute eingewechselten Duljevic ihr letztes Qualifikationsspiel am späten Dienstagabend in Tallinn mit 2:1 gegen Estland, doch sie verblieben auf Rang drei. Und Duljevics Traum hatte sich ausgeträumt. Heute steigt er wieder ins Dresdner Mannschaftstraining ein.

Eero Markkanen wirkt schon seit gestern wieder beim Training von Coach Uwe Neuhaus im Großen Garten mit. Seine Finnen waren jedoch schon länger chancenlos im Kampf ums WM-Ticket. In der von Island dominierten Gruppe I wurden sie Vorletzter, nur den Kosovo ließen sie hinter sich. Beim 1:1-Unentschieden gegen Kroatien kam Markkanen nicht zum Einsatz, beim 2:2-Remis gegen die Türkei wurde der Stürmer in der 86. Minute eingewechselt. Für Togo hatte sich die Qualifikation sogar schon 2015 nach zwei Niederlagen gegen Uganda erledigt. SGD-Neuzugang Peniel Mlapa bestritt daher mit dem afrikanischen Land lediglich ein Testspiel, das mit 0:2 gegen den Iran verloren ging. Der Österreicher Sascha Horvath, der ebenfalls heute wieder bei Dynamo ins Training einsteigt, und der Tscheche Vasil Kusej bestritten Spiele für Nachwuchsauswahlen ihrer Länder.

Nur vier Spieler nahmen, während sie bei Dynamo Dresden unter Vertrag standen, bei einer Weltmeisterschaft teil. Allen voran natürlich Hans-Jürgen Kreische und Siegmar Wätzlich, die unter anderem beim 1:0-Sieg der DDR gegen die Bundesrepublik zur WM 1974 in Hamburg 90 Minuten mitspielten. Da sich die DDR für keine andere Fußball-WM qualifiziert hatte und leistungsstarke ausländische Spieler erst nach der Wende verpflichtet wurden, dauerte es 20 Jahre, bis Dynamo den nächsten WM-Spieler stellte. Torwart Stanislaw Salamowitsch Tschertschessow, wie er mit vollständigem Namen heißt, kam bei den Titelkämpfen 1994 in den USA zu einem Einsatz für Russland. Seit einem Jahr ist er selbst der Trainer der Sbornaja und freut sich auf die bevorstehende Heim-WM, Sein Land ist als Gastgeber qualifiziert.

Der Vierte im Bunde ist Joshua Kennedy. Der Stürmer wechselte 2006 zwar von Dynamo zum 1. FC Nürnberg, stand aber während seiner beiden WM-Einsätze im Juni formell gerade noch so auf der Dresdner Gehaltsliste. Während Deutschland sein Sommermärchen schrieb, hatte der Australier mit insgesamt 45 Minuten Spielzeit seinen Anteil daran, dass sich sein Land als erster ozeanischer Vertreter für das Achtelfinale qualifizierte. Dort kam Kennedy nicht zum Einsatz und Australien schied durch eine 0:1-Niederlage gegen Italien aus. In der fünften Minute der Nachspielzeit hatte Francesco Totti die Südeuropäer per Elfmeter in Führung gebracht. Dieser spielentscheidende Strafstoß war der späteste der WM-Geschichte in der regulären Spielzeit.

Machtlos im australischen Tor war damals übrigens Mark Schwarzer, in Dynamo Dresdens Bundesliga-Abstiegssaison 1994/95 zweiter Dresdner Torwart hinter Tschertschessow. Und es gibt weitere Ex-Dynamos, die später zu WM-Einsätzen kamen, darunter Miroslav Stevic. Er kickte von 1992 bis 1994 an der Lennéstraße und bei der WM 1998 im französischen Lens gegen Deutschland (2:2) – an jenem Tag, als deutsche Hooligans den Gendarmen Daniel Nivel ins Koma prügelten. Auf den Tag, an dem allerdings mal wieder ein aktueller Akteur aus den eigenen Reihen bei einer WM aufläuft, muss Dynamo Dresden nun mindestens weitere fünf Jahre – bis zur „Winter-WM“ Ende 2022 im arabischen Katar – warten.

Region/Dresden SG Dynamo Dresden SG Dynamo Dresden (Herren) Fussball 2. Bundesliga

KOMMENTIEREN

Die besten Bundesliga Quoten werden bereitgestellt von Smartbets.

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

KOMMENTARE

Anzeige