12. Juli 2018 / 22:19 Uhr

Weltmeister Philipp Lahm greift Joachim Löw an: „Muss Führungsstil ändern“

Weltmeister Philipp Lahm greift Joachim Löw an: „Muss Führungsstil ändern“

Redaktion Sportbuzzer
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Philipp Lahm hat Bundestrainer Joachim Löw ungewöhnlich hart kritisiert.
Philipp Lahm hat Bundestrainer Joachim Löw ungewöhnlich hart kritisiert. © Getty
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Der Kapitän der Weltmeister-Mannschaft von 2014 hat den Bundestrainer in einem offenen Brief hart kritisiert. Der Bundestrainer sei die Erdogan-Affäre völlig falsch angegangen, erklärte der Ex-Nationalspieler. Und damit nicht genug.

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Diese Aussagen bieten jede Menge Sprengstoffpotenzial! Weltmeisterkapitän Philipp Lahm hat Bundestrainer Joachim Löw nach der gescheiterten Titelverteidigung bei der WM in Russland heftig kritisiert. Der 34-Jährige, der seine Karriere im vergangenen Jahr beendete, warf Löw unter anderem Fehler in seinem Führungsstil vor und erklärte, dass der 58-Jährige weitreichende Veränderungen treffen müsse, um wieder zum Erfolg früherer Tage zurückzukehren.

Lahm äußerte sich in einem offenen Brief im sozialen Netzwerk Linkedin und zerlegte Löw regelrecht. Er sei überzeugt, so Lahm, „dass Jogi Löw seinen kollegialen Führungsstil der letzten Jahre ändern muss, wenn er mit der neuen Generation von Nationalspielern wieder Erfolg haben möchte“. Der Bundestrainer habe unter anderem in der Affäre um das Treffen der Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan Fehler gemacht.

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Kader hätte „straffere Führung gebraucht“

Die Mannschaft bei der WM 2018 hätte eine „straffere Führung“ gebraucht, sagte Lahm und führte aus: „Diese klare Ansprache hätte es zum Beispiel gebraucht, als die Affäre um Mesut Özil und Ilkay Gündogan um das gemeinsame Foto mit (...) Erdogan hochgekocht ist.“ Das Trainerteam habe sich darauf verlassen, „dass die praktizierte Führungskultur der vergangenen, erfolgreichen Jahre ausreicht, um einmal mehr erfolgreich zu sein“.

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Vor allem DFB-Manager Oliver Bierhoff und Verbandspräsident Reinhard Grindel hatten für ihren Umgang mit der Affäre Erdogan massive Kritik und sogar Rücktrittsforderungen einstecken müssen. „Bierhoff und Grindel müssen zurücktreten, wenn sie in ihrer langen Karriere nichts anderes gelernt haben als ‚Du verlierst als Özil‘ anstelle von ‚Du verlierst als Mannschaft‘“, sagte etwa der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Ayman Mazyek.

Auch Hitzfeld warnt Löw: „Keine einfache Aufgabe“

Selbst Trainerlegende Ottmar Hitzfeld sah strukturelle Fehler in der WM-Vorbereitung des DFB. „Ich glaube, dass man Özil und Gündogan damit keinen Gefallen getan hat, sie mit zur WM zu nehmen, wo sie unter so gewaltigem Druck standen“, erklärte Hitzfeld dem SPORTBUZZER im Hinblick auf die fraglichen Spieler.

Auch er mahnte Löw zu Veränderungen: „Ich bin wie alle in Deutschland gespannt auf die angekündigten Veränderungen, welche Entscheidungen Jogi Löw jetzt trifft“, erklärte der ehemalige Meistertrainer von Borussia Dortmund und Bayern München. „Natürlich muss ein Umbruch her, dabei geht es ja auch um die Glaubwürdigkeit. Das wird für Löw allerdings keine einfache Aufgabe, weil er ein gutes Verhältnis zu jedem Spieler hat. Er muss jetzt ein paar harte Entscheidungen treffen.“

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