Dass die Jungs von RB Leipzig so häufig Grund zum Jubeln hatten, verdanken sie auch einem Heer von Spezialisten. Dass die Jungs von RB Leipzig so häufig Grund zum Jubeln hatten, verdanken sie auch einem Heer von Spezialisten. © Imago
Dass die Jungs von RB Leipzig so häufig Grund zum Jubeln hatten, verdanken sie auch einem Heer von Spezialisten.

Wenig Verletzungen: RB Leipzig ist Spitzenreiter der Bundesliga

In der Hinrunde blieb RB Leipzig im Gegensatz zu anderen Bundesligisten von extrem hartnäckigen Verletzungen verschont. Die Gründe dafür sind vielschichtig.  

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Leipzig. Es gibt kein Geheimrezept, aber dank vieler kleiner Bausteine war RB Leipzig in der Hinrunde die Bundesligamannschaft mit den wenigsten Verletzungen. 13 Tage haben Spieler des Vizemeisters im Durchschnitt wegen Blessuren gefehlt – damit hat sich RB im Vergleich zum Vorjahr trotz der Doppel- beziehungsweise Dreifachbelastung von Platz fünf an die Tabellenspitze geschoben. Knapp dahinter folgt der FC Augsburg (13,88) und die TSG Hoffenheim (18,97 Tage pro Spieler). Rekordmeister Bayern München liegt auf Platz zwölf der Verletzungsstatistik, Borussia Dortmund ist 14., am Tabellenende steht Mainz 05 mit durchschnittlich 40,27 Fehltagen pro Fußballer.

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Erfahrungsgemäß sind Muskelverletzungen der häufigste Grund für den Ausfall von Spielern. Doch von dieser Art von Blessuren blieb der Tabellenfünfte aus Leipzig bisher weitgehend verschont. Dafür sorgen im Verein elf Spezialisten: fünf Physiotherapeuten, ein Leistungsdiagnostiker, zwei Ärzte, zwei Athletiktrainer sowie ein Reha-Coach.

Der Creatin-Kinase-Wert


Mit Frank Roßner gibt es seit Januar 2017 einen Fachmann im Verein, der sich ausschließlich um die Integration verletzter Spieler kümmert. Der Reha-Trainer führte Lukas Klostermann nach seinem Kreuzbandriss wieder ans Mannschaftstraining heran und kümmerte sich in der Hinrunde zum Beispiel um Stefan Ilsanker, der nach dem Bruch seines kleinen Zehs sechs Wochen und damit am längsten ausfiel.

Die Belastungssteuerung hat in der internationalen Premierensaison bei RB Leipzig einen noch höheren Stellenwert eingenommen. Spieler werden schon bei den kleinsten Auffälligkeiten vom Mannschaftstraining befreit und individuell behandelt. Aufschluss über Unregelmäßigkeiten gibt vor allem der täglich gemessene CK-Wert im Blut. Der Creatin-Kinase-Wert verdeutlicht, wie stark die Muskelzellen beansprucht sind und ob deshalb die Trainingsintensität verringert werden muss.

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Zudem trägt jeder Profi am Morgen beim Betreten der Akademie am Cottaweg in einen Computer ein, wie sein Wohlbefinden ist. Die Fußballer müssen unter anderem angeben, ob sie gut geschlafen haben oder von Beschwerden sowie Schmerzen geplagt werden. Auf diese Daten können alle Spezialisten aus dem medizinischen Bereich des Vereins zugreifen und gegebenenfalls sofort reagieren. Zugute kommt Ralph Hasenhüttl auch, dass sein Kader im Sommer breiter geworden ist und er immer noch die jüngste Mannschaft der Liga trainiert. Da die Regenerationszeit bei jungen Sportlern kürzer sowie die Anfälligkeit für Blessuren geringer ist.

Der Faktor Zeit

Insgesamt gab es in der Hinrunde sechs langfristigere Verletzungen. Ein Großteil davon wie der Zehenbruch des österreichischen Nationalspielers Stefan Ilsanker, die Schulterverletzung von Marcel Sabitzer, die Knieprellung von Diego Demme sowie der Handbruch von Marcel Halstenberg ereigneten sich während des Spiels oder Trainings und sind bei einem Kontaktsport nicht vermeidbar. Hinter der insgesamt guten Bilanz steckt also nicht nur ein Plan, sondern auch ein bisschen Glück.

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Aus Fehlern der ersten Bundesligasaison haben die Verantwortlichen gelernt. Ein Beispiel dafür ist Timo Werner. Nach seiner Überbelastung und den Problemen mit der Halswirbelsäule bekam der deutsche Nationalspieler genügend Zeit, um wieder fit zu werden. Sogar beim Spitzenspiel in Dortmund blieb der Stürmer noch auf der Bank. Im vergangenen Jahr entschieden sich die Trainer vor dem Topspiel beim FC Bayern hingegen für den Einsatz des angeschlagenen Naby Keita. Die Quintessenz: Der Ausnahmespieler laborierte anschließend mehrere Wochen an seiner Oberschenkelverletzung, musste sogar das Trainingslager in Lagos vorzeitig verlassen, um sich von einem Spezialisten behandeln zu lassen.

Dass die Fußballer von RB Leipzig mit den wenigsten Fehltagen in der Verletztenstatistik ganz vorne stehen, ist auch darauf zurückzuführen, dass es bisher keinen Komplettausfall gab. In der vergangenen Saison schlug der Kreuzbandriss von Lukas Klostermann in der Bilanz negativ aus.

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