27. Januar 2018 / 17:00 Uhr

Werder-Kapitän Zlatko Junuzovic exklusiv: "Kohfeldt macht das überragend"

Werder-Kapitän Zlatko Junuzovic exklusiv: "Kohfeldt macht das überragend"

René Wenzel
Zlatko Junuzovic spielt bereits seit 2012 für Werder Bremen.
Zlatko Junuzovic spielt bereits seit 2012 für Werder Bremen. © imago
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Der Österreicher ist seit mittlerweile sechs Jahren Profi bei Werder Bremen. Im SPORTBUZZER-Interview spricht er über den Abstiegskampf, den neuen Bremer Trainer Florian Kohfeldt und seine Zukunft über das Saisonende hinaus.

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Heute vor sechs Jahren hat Zlatko Junuzovic seinen ersten Vertrag beim Bundesligisten Werder Bremen unterschrieben. Mittlerweile ist der Mittelfeldspieler aus Österreich Kapitän der Norddeutschen und erfahren im Abstiegskampf der Bundesliga. Warum es für Werder auch in dieser Saison wieder reicht, erklärt der 30-Jährige vor dem Spiel der Bremer gegen Hertha BSC am Samstagabend (18.30 Uhr/hier im Ticker) im SPORTBUZZER-Interview.

SPORTBUZZER: Herr Junuzovic, für Werder ist der Abstand zum Nichtabstiegsplatz auf vier Punkte angewachsen...

Der Druck ist immer groß in diesen Tabellenregionen. Das kennen wir aus den letzten Jahren. Aber wir haben immer wieder dagegengehalten und es immer wieder geschafft. Und ich glaube, dass wir es dieses Jahr auch packen werden.

Nach dem Spiel gegen Hertha geht’s in der Liga gegen Schalke, Wolfsburg und Freiburg. Stört das Pokalspiel in Leverkusen am 6. Februar?

Überhaupt nicht. Das ist eine große Chance für uns. Es ist eher ein Vorteil, weil man dann vielleicht noch besser in den Rhythmus kommt. Regeneration hat man nach dem Spiel noch genug, damit man fürs Wochenende wieder fit ist.

Als Sie vor sechs Jahren nach Bremen gekommen sind, war sicherlich das internationale Geschäft ihr Ziel.

Ich war stolz, in der 1. Bundesliga zu sein, wollte mich durchsetzen und Stammspieler werden. Diese Ziele habe ich erreicht. Und natürlich wollte ich mit dem Verein erfolgreich sein und nicht um den Klassenerhalt spielen. Der Abstiegskampf ist mühsam und geht an die Substanz. Aber trotzdem bin ich mit meiner Zeit bei Werder zufrieden.

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Im Sommer läuft Ihr Vertrag aus. Wie viele Jahre hängen Sie in Bremen noch dran?

Das weiß ich noch nicht. Ich werde meinen Vertrag hier erfüllen, und alles andere werden wir sehen. Da habe ich momentan auch nicht so den Kopf für frei. Ich schaue, dass ich meine Leistung bringe. Wenn ich das schaffe, dann wird sich alles andere auch von selbst lösen.

Sie würden Ihren wohl letzten großen Vertrag unterschreiben. Überlegt man da mehr als sonst?

Man überlegt immer, was das Beste ist. Ich stehe auch mit meiner Familie sehr viel im Austausch. Wir haben bis Ende Juni keinen Stress und sehen alles recht entspannt. Wenn wir weiter oben stehen würden, dann könnte man einfacher reden und entscheiden.

Wie ist das Interesse anderer Klubs?

Da ist mein Berater dahinter. Es gibt einige Möglichkeiten ab Sommer. Ich habe mich aber für noch nichts entschieden und will mich momentan nicht festlegen. Meine Leistung zu bringen und mit dem Verein weiter nach oben zu kommen ist einfach das Wichtigste.

​"Kohfeldt zieht Linie und Philosophie klar durch"

Sie kennen Florian Kohfeldt als Co-Trainer von Viktor Skripnik. Jetzt ist er Chefcoach. Hat sich Kohfeldt in seiner neuen Rolle verändert?

Er zieht seine Linie und Philosophie klar durch. Ich finde, dass er es überragend macht. Der Trainer bereitet uns auf die Spiele sehr, sehr gut vor. Wir analysieren natürlich auch uns, vor allem aber auch den Gegner. Man sieht schon, dass wir einen Plan haben, besonders auch einen Plan B, C oder D.

Ist es ein Vorteil, dass Kohfeldt so eine Situation mit Werder kennt? Er war schon im Abstiegskampf 2015 und 2016 mit dabei…

Natürlich. Florian hat uns immer wieder mit auf den Weg gegeben, wie wir in der Defensive und Offensive agieren sollen. Das hat uns vor allem in den letzten Spielen geholfen. Er kennt diese Drucksituation und die besondere Atmosphäre.

Zieht sich das so bis zum Saisonende?

Die Hoffnung ist da, dass wir Punkte holen und frühzeitig da unten rauskommen. Wenn man die Tabelle und die Spiele sieht, dann wird es sich eher länger hinziehen. Wahrscheinlich bis in die letzten Spiele. Generell bin ich sehr optimistisch, dass wir den Klassenerhalt schaffen.

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Der Hamburger SV ist in der Liga ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf. Wie verfolgen Sie die aktuelle Situation beim Bundesliga-Dino?

Die Hamburger waren zuletzt auch immer im Abstiegskampf mit drin. Was das angeht, sind wir den gleichen Weg gegangen. Ich verstehe auch die Leute, die total unzufrieden sind - drüben, wie auch hier. Keiner will da unten drin stecken und um die Existenz zittern. Es ist schon klar, dass da Unruhe herrscht. Mal schauen, wie Hamburg mit dem Trainerwechsel umgeht.

Die Ex-Werder-Spieler und Österreicher Arnautović oder Prödl spielen aktuell in der Premier League. Wie sieht man diese Liga in Ihrer Heimat im Vergleich zur Bundesliga?​

Es ist schon auf einem Niveau. Die Bundesliga ist extrem attraktiv. Dass die Stadien immer voll sind, ist schon sehr bemerkenswert. Das Tempo und die Intensität, das ist ein Wahnsinn hier.


Wenn Sie noch etwas weiter in die Zukunft blicken: Wie sehen die Pläne nach der Karriere als Fußball-Profi aus?

Ich habe im vergangenen Jahr meine Prüfung als Sportmanager abgelegt und will noch verschiedene Trainerscheine machen. Ich lasse mir da alles offen, will aber im Fußballbereich bleiben. Das ist meine Leidenschaft, da sind meine Emotionen mit dabei.

Kommen wir zu den übermächtigen Bayern: Werder musste sich vor einer Woche in München geschlagen geben. Ist der Rekordmeister überhaupt zu knacken?

Wir haben gut dagegengehalten und die Bayern vor Probleme gestellt. Es hat sich bei den Gegentoren die individuelle Klasse gezeigt. Man kann sie schlagen, aber da muss schon vieles passen.

*Bei 16 Punkten Vorsprung dürfte der FC Bayern nicht mehr zu stoppen sein. Haben Sie Ihrem österreichischen Kumpel David Alaba schon zur Meisterschaft gratuliert? *

Nein, das habe ich nicht. Aber natürlich sind die Bayern mit dem Vorsprung ganz nah dran. Wenn alles normal läuft, dann werden sie Meister.

Ist diese Dominanz auch in der Zukunft so zu erwarten?

Sie leisten hervorragende Arbeit, integrieren die Spieler sehr gut und sind auch im Umfeld top besetzt. Das ist schon ein Ausrufezeichen an die anderen Mannschaften. Aber auch RB Leipzig, Borussia Dortmund und Schalke leisten sehr gute Arbeit. Ich glaube nicht, dass es in den nächsten Jahren einen so großen Unterschied geben wird. Im Moment streiten sich die Teams eher um die internationalen Plätze. Dazu gehören wir ja leider nicht. Wir haben andere Sorgen.

​"Wir haben noch keine Mannschaft aufgegeben"

Diese lauten bekanntlich „Abstiegskampf“. Jetzt ist sogar der 1. FC Köln wieder dick im Geschäft. Überrascht Sie das?

Wir haben noch keine Mannschaft abgeschrieben, weil wir mittendrin sind. Man sieht, wie schnell es gehen kann mit drei Siegen in Folge. Wir müssen auch da gewappnet sein. Köln schöpft neue Hoffnung und hat das Selbstvertrauen.

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