11. Februar 2018 / 20:00 Uhr

Werders U23 gibt Sieg aus der Hand

Werders U23 gibt Sieg aus der Hand

Stefan Freye
Manneh
Die beiden Tore von Ousman Manneh reichten Werders U23 nicht. © Hansepixx
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Drittligist führt bis zurz vor Schluss 2:0 in Wiesbaden und muss am Ende mit einem Punkt zufrieden sein

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Es war eine Aussage, die eigentlich gar nicht zum Spiel  passen wollte. „Wir müssen mit diesem Punkt leben“, meinte Sven Hübscher nach dem 2:2 (1:0)-Unentschieden von Werders U23 beim SV Wehen Wiesbaden. Da treten seine jungen Fußballer, Vorletzter der 3. Liga, beim Tabellendritten an, nehmen unerwartet einen Zähler mit und sichern ihrem Trainer damit einen gelungenen Einstand – und dann spricht dieser davon, mit dem Ergebnis leben zu müssen.

Verkehrte Welt in Wiesbaden, denn auch Wehens Coach Rüdiger Rehm bekannte, einen Punkt gewonnen zu haben. Aber die beiden Trainer lagen schon ganz richtig mit ihrer Einschätzung, hatte die Partie doch einen ziemlich kuriosen Verlauf genommen, der aus Bremer Sicht an so manchen bitteren Augenblick der Vormonate erinnerte. Diesmal fehlten nämlich nur ein paar Minuten, dann wäre die Negativserie beendet worden. Seit dem vergangenen August wartet die U23 ja auf einen dreifachen Punktgewinn. In Wiesbaden lag sie zu Beginn der 88. Minute noch mit 2:0 vorn, ehe der Gastgeber zwei Treffer nachlegte und die Punkteteilung perfekt machte.

„Damit wären wir vor dem Spiel sicher zufrieden gewesen, so ist es natürlich extrem bitter“, meinte Sven Hübscher also. Was ihn und sein Team letztlich aufrichtete, war eine ehrliche Spielbetrachtung: Der Punkt des SV Wehen kam glücklich zustande, unverdient war er dagegen keinesfalls. Hübscher: „Sie haben eine enorme Wucht, und am Ende wurde der Druck einfach zu groß.“ Das musste einfach mal gesagt werden. Bereits vor der Schlussphase hatte der Gastgeber rund ein halbes Dutzend bester Möglichkeiten besessen. Dass es wenige Minuten vor dem Ende noch 2:0 für sie stand, verdankte die U23 sicher auch einigen starken Paraden von Keeper Erich Oelschlägel und der ein oder anderen Rettungsaktion seiner Vorderleute.

Oft hatten die Wiesbadener aber einfach nur ein bisschen Pech gehabt, wenn sie das Bremer Gehäuse nur um wenige Zentimeter verpassten. Ihre Gegner hatten dagegen eine fast schon unverschämte Effektivität an den Tag gelegt. Bevor Ousman Manneh die Führung erzielte, spielte die Werders U23 zwar gut mit. Richtige Torchancen hatte sie dagegen nicht
verbucht. Dass der diesmal als zentrale Spitze aufgebotene Angreifer nach rund einer halbe Stunde eine schöne Kombination über Fridolin Wagner und Idrissa Toure zum 1:0 abschloss, kam deshalb schon ein wenig überraschend.

Es war denn auch der Beginn einer mehr und mehr einseitigen Partie. Der Gastgeber hatte den Rückstand zum Anlass genommen, seine Offensivbemühungen zu intensivieren. Und weil das Spitzenteam nun mal über diese „Wucht“ verfügt, half Werder die ordentliche Defensive eben auch nicht weiter, zumal es mehr und mehr an einem geordneten Aufbauspiel und damit der Entlastung fehlte. Erst nach rund einer Stunde schien das Angriffsfeuerwerk des Gastgebers etwas zu verblassen, und als Manneh aus abseitsverdächtiger Position auf 2:0 erhöht hatte, sprach doch eine Menge für den ersten Bremer Sieg nach langer Zeit. Vermutlich hätte eine Mannschaft, deren mentaler Rucksack nicht bereits mit 19 sieglosen Spielen gefüllt war, auch einen Erfolg gelandet.

Die U23 aber landete ihn nicht. Zu passiv reagierte die Abwehr nach einem von Oelschlägel parierten Fernschuss. Sie konnte nicht verhindern, dass Agyemang Diawosie den Ball zurück in die Mitte spielte und Stephan Andrist aus fünf Metern zum Anschluss traf. Aber es sollte ja noch schlimmer kommen. Ausgerechnet Jungprofi Marco Friedl avancierte zum
Pechvogel. Der 19-jährige Österreicher hatte eine richtig starke Leistung geboten, bevor er in der Schlussminute mit der Hand voraus zum Kopfball hochgestiegen war. Zwar reklamierte Friedl später, einen „Rempler“ erhalten zu haben. Doch natürlich wusste er auch, dass seine Hand dort oben trotzdem nichts zu suchen hatte. Nachdem Manuel Schäffler
 den fälligen Handelfmeter verwandelt hatte, war er also wieder futsch, der so lang ersehnte Sieg – und so rückte auch der unerwartete Punktgewinn in den Hintergrund.

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