09. Februar 2018 / 11:33 Uhr

Werders U23: Krisenbewältigung mit "harter, konzentrierter Arbeit"

Werders U23: Krisenbewältigung mit "harter, konzentrierter Arbeit"

Stefan Freye
Mahnt zur Geduld: Werders U23-Coach Sven Hübscher.
Seit dieser Woche verantwortlich für die U23: Trainer Sven Hübscher. © Oliver Baumgart
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Sven Hübscher, der deue Trainer des Drittligisten, spricht im Interview über den Weg zurück zum Erfolg

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Sven Hübscher übernahm an diesem Montag das Traineramt bei Werders U23 von Oliver Zapel. Zuvor hatte der 39-jährige Fußballlehrer die U17 des Vereins betreut. Bis zum vergangenen Sommer war Hübscher noch bei Schalke 04 - als Co-Trainer der Profis zwischen 2013 und 2016 sowie als Trainer der U16, U23 und U19.

Herr Hübscher, Sie haben Ihre neue Mannschaft am Dienstag erstmalig trainiert. Welche Eindrücke haben Sie gewonnen?

Sven Hübscher: Die ersten Eindrücke sind gut. Natürlich befindet sich das Team in einer schwierigen Situation, keine Frage. Es geht jetzt erst einmal darum, den Abstiegskampf aus den Köpfen zu löschen. Die Zeit vor dem 6. Februar interessiert mich dabei nicht, und die Jungs ziehen gut mit. Es ist ja auch egal, ob du 19. oder Erster bist – du musst die Spiele
gewinnen. Wann sich der Erfolg einstellt, kann ich nicht versprechen. Aber ich kann den Jungs versprechen, dass wir Erfolg haben werden mit dem eingeschlagenen Weg, nämlich harter, konzentrierter Arbeit.

Worunter leidet die Mannschaft derzeit mehr: unter dem unerwarteten Trainerwechsel oder dem bitteren 2:4 gegen Preußen Münster?

Ich glaube, die Mannschaft leidet gar nicht, weil wir den Fokus auf die tägliche Arbeit legen. Da konnte ich kein Leid feststellen.

Sie berichten von guten Eindrücken, die Sie aus der Arbeit mit der Mannschaft gewonnen haben. Auch Ihre Vorgänger hatten die Stimmung gelobt, die Qualität nicht bezweifelt und
auch keine nachhaltige Verunsicherung ausgemacht. Wie konnte es dann eigentlich zu dieser Negativserie kommen?

Es gab zwar die kleinen Ausreißer, etwa das 2:4 gegen Münster am Wochenende. Aber die Mannschaft spielt insgesamt keinen schlechten Fußball – sie wird nur immer wieder für
kleinste Fehler bestraft, die in dieser Liga den Unterschied ausmachen können. Es gab ja auch meistens viel Lob, selbst nach Niederlagen, was eigentlich das Schlimmste ist für eine Fußballmannschaft. Jetzt müssen wir die Balance finden zwischen einer gut organisierten Defensive und dem Mut zum Toreschießen.

Björn Schierenbeck, der U 23-Leiter, sprach davon, mit dem Trainerwechsel einen Reiz erzwingen zu wollen. Worin besteht dieser Reiz?

Er besteht darin, dass ich versuche, Impulse zu setzen und die Jungs aufzuwecken. Vielleicht habe ich auch eine andere Ansprache und eine andere Trainingsarbeit. Ich glaube
jedenfalls, dass ich etwas erreichen kann. Eben weil ich neu bin – aber auch mit meiner Art. Darin sehe ich auch die Wertschätzung des Vereins.

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Was hat Sie denn gereizt an der Aufgabe?

Es ist Profifußball. Das Niveau reizt mich. Die tägliche Arbeit ist noch intensiver als mit einer Jugendmannschaft.

Sie trainieren nun erstmals eine Herrenmannschaft in verantwortlicher Position. Sind Sie bereit?

Ja. Ich bin ja auch nicht erst seit drei Tagen Trainer, sondern seit 19 Jahren, mit Erfahrungen in der Bundesliga und der Champions League. Ich weiß also, wie auf allerhöchstem Niveau gearbeitet wird.

Drei Ihrer vier Vorgänger, nämlich Viktor Skripnik, Alexander Nouri und Florian Kohfeldt, stiegen irgendwann in die Bundesliga auf. Welche Rolle spielt das in Ihren Überlegungen?

Gar keine. Mein Plan war, ein Jahr durchgängig die U 17 zu trainieren, als ich nach Bremen gekommen bin. Jetzt konzentriere ich mich darauf, mit der U 23 erfolgreich zu sein –und nicht auf die entfernte Zukunft.

Sie sprechen davon, Ihre Spieler aufwecken und Impulse setzen zu wollen. Wie sieht die tägliche Arbeit nun aus?

Ich führe Einzel- und auch Gruppengespräche, und wir gucken natürlich auch, was unser nächster Gegner, der SV Wehen Wiesbaden, so macht. Aber entscheidend ist die
Arbeit auf dem Platz. Wir müssen eine klare, einfache Struktur haben, sie soll den Jungs Orientierung bieten. Aber das ist nur ein Rahmen, den sie dann mit Leben füllen werden. Ich bin nun der vierte Trainer (nach Kohfeldt, Interimscoach Votava und Zapel, Anm. der Red.), und da besteht die Gefahr, dass die Spieler irgendwann mit Informationen überfrachtet
werden. Dennoch muss man ein paar Dinge ändern.

Welche Dinge sind das?

Ich will, dass die Jungs den Glauben an Siege haben und mutig spielen. Taktisch werde ich auch Veränderungen vornehmen, sie jetzt aber sicher nicht verraten.

Wird es personelle Veränderungen geben?

Wir sind ein bisschen angeschlagen, haben einige Verletzungen und auch Krankheiten zu beklagen. Da müssen wir erst noch abwarten, was das Wochenende bringt.

Beim 2:4 gegen Münster wirkten Johannes Eggestein und Luca Caldirola mit. Wissen Sie bereits, wer zukünftig aus dem Profikader zur Verfügung steht?

Wir nehmen gern Hilfe an, und die Spieler aus dem Profikader sind eine Hilfe. Im Detail werde ich das aber erst an diesem Freitag mit Florian Kohfeldt besprechen.

Es hieß, Justin Eilers habe angekündigt, sein Comeback in der U 23 feiern zu wollen. Nun ist er in dieser Woche ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Steht er Ihnen bald zur Verfügung?

Er war bereits ein paar Tage bei uns, als sich die Profis auf Reisen befanden, befindet sich aber noch im Aufbau.

In der vergangenen Woche wurde Marc-André Kruska verpflichtet. Der Mittelfeldspieler übernahm gleich das Kapitänsamt und bot gegen Münster über weite Strecken eine gute
Leistung. Spielt er auch in Ihren Überlegungen eine tragende Rolle?

Ja, er ist auch für mich ein zentraler Spieler. Er hat die Erfahrung, kann die Jungs führen und ihnen Halt geben. Zumal Rafael Kazior derzeit auch an einer Verletzung laboriert.

Und Sie arbeiten als ehemaliger Schalker gut mit ihm zusammen, obwohl er für Borussia Dortmund gespielt hat?

(lacht) Ich habe bei unserer Begrüßung gesagt: Du kommst aus Castrop, ich aus Witten – wir sind beide Kinder des Ruhrgebiets. Damit waren Schalke und Dortmund aus dem Spiel.

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