01. Juni 2018 / 19:57 Uhr

Werner, Gomez, Petersen: Die DFB-Stürmer im Experten-Check

Werner, Gomez, Petersen: Die DFB-Stürmer im Experten-Check

Eric Zimmer und Patrick Strasser
Timo Werner, Mario Gomez und Nils Petersen sind die drei nominierten deutschen Stürmer im vorläufigen WM-Kader. Doch wer hat das Zeug zum WM-Kracher? Unsere Experten analysieren!
Timo Werner, Mario Gomez und Nils Petersen sind die drei nominierten deutschen Stürmer im vorläufigen WM-Kader. Doch wer hat das Zeug zum WM-Kracher? Unsere Experten analysieren! © imago/getty/dpa/Montage
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Wie gut ist Löws Angriffstrio? Wer muss zur WM? Die früheren Torjäger Klaus Fischer, Dieter Hoeneß, Ulf Kirsten und Oliver Neuville analysieren den deutschen Sturm. 

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Er darf ran: Nils Petersen vom SC Freiburg steht vor seinem Debüt für die deutsche Fußballnationalmannschaft. Im letzten Test vor der finalen WM-Kaderbenennung am Montag wird der Freiburger am Samstag (18 Uhr - so verfolgt ihr die Partie im TV) gegen Österreich spielen. Bundestrainer Joachim Löw: „Ich bin absolut zufrieden mit ihm. Er wird zum Einsatz kommen.“ Und damit in Klagenfurt das WM-Ticket ziehen? „Von einem Spiel kann nicht alles abhängen. Aber es fließt in die Entscheidungen ein. Der Eindruck ist nicht unwichtig“, sagt Löw. Petersen gilt schließlich als größter Wackelkandidat im DFB-Sturm-Trio, zu dem noch der Leipziger Timo Werner und Stuttgarts Mario Gomez zählen.

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Werner, Gomez, Petersen – wie gut ist Deutschlands Sturm und wer muss mit zur WM? Der SPORTBUZZER hat bei vier Ex-Profis nachgefragt, die sich bestens vor dem Tor auskennen – bei den ehemaligen Nationalstürmern Klaus Fischer (68), Dieter Hoeneß (65), Ulf Kirsten (52) und Oliver Neuville (45). Drei Legenden des DFB-Sturms nehmen Löws aktuellen Angriff unter die Lupe.

Neuville, Fischer und Hoeneß würden Petersen mitnehmen

Bei Nils Petersen ist man sich überwiegend einig. Neuville, Fischer und Hoeneß würden ihn sicher mitnehmen. „Petersen ist einer, der kein Theater macht. Das ist wichtig“, sagt Neuville. Als potenzieller Bankdrücker würde der Freiburger keine Unruhe verbreiten. Und wie es geht, als Ersatzspieler Partien zu entscheiden, weiß Neuville bestens: Im Gruppenspiel bei der Heim-WM 2006 gegen Polen traf er nach Einwechslung zum 1:0-Sieg. Ähnliches traut er Petersen zu. „Er wird Vollgas geben. Man muss die Einstellung haben: ‚Wenn ich komme, dann reiße ich etwas.‘ Petersen schätze ich genauso ein.“

Nils Petersen wurde überraschend in den vorläufigen WM-Kader berufen - ohne jemals ein A-Länderspiel absolviert zu haben.
Nils Petersen wurde überraschend in den vorläufigen WM-Kader berufen - ohne jemals ein A-Länderspiel absolviert zu haben. © 2018 Getty Images

Hoeneß sagt: „Mit Petersen hätte Löw einen Joker, der direkt da sein kann – von 0 auf 100.“ Allerdings glaubt er: „Mein Tipp ist, dass Löw nur zwei der drei mitnimmt, was schade für Petersen wäre.“

Auch für „Mr. Fallrückzieher“ Fischer ist Petersen eine gute Titel-Geheimwaffe: „In Spielen, die auf der Kippe stehen, kann er eine gute Alternative sein.“ Nur Kirsten ist skeptisch, weil Petersen international wenig erfahren ist. „Das könnte am Ende sein Problem werden.“

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Hoeneß über Gomez: "Er braucht seine Minuten und die Bindung zu den Nebenleuten"

Erfahrung ist das, was der 32 Jahre alte Mario Gomez reichlich mitbringt. Die Ex-Torjäger gehen von einer Aufgabenteilung zwischen ihm und Werner (Hoeneß: „Der ist für mich gesetzt“) bei der WM aus. Kirsten erklärt: „Mit ihnen kann Löw taktisch auf die Gegner reagieren. Werner ist ein super Spieler für schnelle Konter und Gomez ein guter Stoßstürmer. Löw hat einen guten Spielraum.“ Mit Gomez brauche man allerdings Geduld, wie Hoeneß andeutet: „Er braucht seine Minuten und die Bindung zu den Nebenleuten.“

Die Erfahrung von Mario Gomez könnte dem DFB-Team gut tun.
Die Erfahrung von Mario Gomez könnte dem DFB-Team gut tun. © 2018 Bongarts/Getty Images

Werner der Mann für Duelle gegen Topteams

Für Fischer ist Timo Werner der Mann für Duelle mit Topteams, die sich nicht einigeln, sondern angreifen. „Ich sehe nicht, dass Deutschland in der Lage ist, zu kontern. Vor allem nicht gegen Mannschaften, die das Spiel eng machen. Gegen Teams wie Spanien, Frankreich oder Brasilien kann die Schnelligkeit allerdings wichtig sein.“ Schnelligkeit bringt Rakete Werner definitiv mit. Dazu gesellen sollte sich in Russland laut Kirsten „die internationale Erfahrung, die es braucht“ – also Gomez.

Der pfeilschnelle Timo Werner könnte eine Option gegen Mannschaften wie Spanien, Frankreich oder Brasilien sein.
Der pfeilschnelle Timo Werner könnte eine Option gegen Mannschaften wie Spanien, Frankreich oder Brasilien sein. © 2018 Bongarts/Getty Images

Mit der Sturm-Vorauswahl von Löw ist Neuville grundsätzlich zufrieden, „das Paket stimmt“, sagt er. Bei Fischer klingt Skepsis durch: „Es gibt in Deutschland nichts Besseres. Wen hätte Löw denn noch mitnehmen sollen?“ Zum Beispiel Sandro Wagner. Fischer: „Er ist jetzt nicht so eine Rakete, die unbedingt dabei sein muss.“ Das sieht Hoeneß wiederum anders: Für ihn wäre er sehr wohl „eine gute Alternative gewesen“.

Werner, Gomez und/oder Petersen? Eins, zwei oder drei? Es liegt am Bundestrainer. Die endgültige Entscheidung gibt es am Montag.

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