USER-BEITRAG Die Richtung gab Wilco Freund klar vor. Doch statt mittelfristig den Landesliga-Aufstieg anzupeilen, muss der A-Lizenzinhaber seinen Posten beim TuS Sudweyhe räumen. © Udo Meissner

„Wie aus heiterem Himmel“

Fußball-Bezirksligist TuS Sudweyhe trennt sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Wilco Freund

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Wilco Freund ist nicht mehr Trainer des Fußball-Bezirksligisten TuS Sudweyhe. Das gab die Spartenleitung um Holger Siemer am Samstagmorgen via E-Mail bekannt. Dieser Entscheidung sei eine kurzfristig einberufene Mannschaftssitzung vorausgegangen, an deren Ende sich die Spieler gegen ihren Übungsleiter aussprachen, heißt es in der Presseerklärung. Das tags darauf anberaumte Gespräch zwischen Mannschaftsrat und Spartenleitung führte zu dem Ergebnis, dass sich der Verein mit sofortiger Wirkung von Coach Freund trennt. Bis auf Weiteres betreut Timo Diephaus den Bezirksligisten.

Wilco Freund traf die Nachricht „wie aus heiterem Himmel“. Von seiner Warte aus hatte nichts auf diese Entwicklung hingewiesen. „Es gab keine Anzeichen. Ich habe in den vergangenen vier Wochen mit jedem Spieler Einzelgespräche geführt, darin ging es darum, wie die Weiterentwicklung der Mannschaft in den nächsten zwei, drei Jahren aussehen soll. Ich habe dabei nicht eine negative Rückmeldung erhalten“, erläutert der A-Lizenzinhaber. Nachdem Wilco Freund den TuS Sudweyhe zur vergangenen Saison übernommen und prompt den Aufstieg in die Bezirksliga bewerkstelligt hat, war sein Ansinnen für die Zukunft, die Mannschaft im Bezirk zu etablieren und – auch dank des gutklassigen Nachwuchses – die Weichen in Richtung Landesliga zu stellen. Pläne, die laut Freund sowohl gegenüber der Spartenleitung als auch der Mannschaft „sehr transparent“ geäußert wurden.

Lieber jemand anders

Die vergangene Woche brachte eine Eigendynamik mit sich, die diese Pläne innerhalb von drei Tagen zunichte machten. Am Mittwochabend gab es eine Zusammenkunft der Spieler, aus der hervorging, dass die Mannschaft lieber unter einem anderem Trainer weitermachen würde. Am Donnerstag traf sich der Mannschaftsrat mit der Spartenleitung und informierte diese über das Ergebnis. Am Freitag trat Spartenleiter Holger Siemer an Wilco Freund heran und teilte ihm mit, dass die Leitung die Entscheidung der Mannschaft mittrage und man sich daher vom ihm trenne.

Was genau der Stein des Anstoßes für die Mannschaft war, sich von Wilco Freund trennen zu wollen, und warum die Spartenleitung in ihrem Sinne entschied, bleibt unklar. Sowohl Kapitän Nico Riekers als auch Spartenleiter Holger Siemer waren am gestrigen Ostermontag telefonisch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. „Ich bin auch über die Art und Weise, wie das Ganze abgelaufen ist, sehr enttäuscht“, gibt Wilco Freund unumwunden zu. Er hätte sich gewünscht, dass die Mannschaft mit ihm das Gespräch gesucht und man gemeinsam nach Lösungen geschaut hätte. Außerdem hätte er gedacht, vom gleichfalls „völlig überraschten“, so Freund, Spartenleiter Holger Siemer mehr Rückendeckung zu bekommen. Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack und die Vermutung, weshalb die Mannschaft die Trennung forcierte. „Vermutlich ist mein Anspruch zu hoch für die Mannschaft und den Verein“, meint der A-Lizenzinhaber Freund.

Der Vorwurf ist nicht neu. Schon zu Beginn von Freunds Wirken in Sudweyhe vor eineinhalb Jahren, damals noch im Verbund mit Ex-Profi Dominik Voglsinger, fühlte sich die Mannschaft (zurecht) überfordert. Eine profiähnliche Struktur mit vier (oder mehr) Trainings pro Woche einzuführen, war auf Bezirksliga-Hobbyfußballer nicht übertragbar. Man arrangierte sich daraufhin. Voglsinger suchte sich einen Verein, bei dem er seine Vorstellungen besser umsetzen konnte, und Wilco Freund blieb, passte sich den Sudweyher Begebenheiten so weit an. „Natürlich musste ich Kompromisse machen“, sagte Freund seinerzeit. Jetzt muss der Sudweyher sogar seinen Posten gänzlich räumen. Und zwar vorzeitig.

Bezirksliga Bezirk Hannover Staffel 1 (Herren) Region/Bremen TUS Sudweyhe (Herren) ugccontent

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