05. Januar 2017 / 08:05 Uhr

Lutz Lindemann ist Aufbauhelfer im Kosovo

Lutz Lindemann ist Aufbauhelfer im Kosovo

Alexander Bley
Aufbauhelfer Lutz Lindemann ist beim FC Prishtina Sportdirektor und Trainer in Personalunion. Die Quali für die Champions League ist das Ziel.
Aufbauhelfer Lutz Lindemann ist beim FC Prishtina Sportdirektor und Trainer in Personalunion. Die Quali für die Champions League ist das Ziel. © FC Pristina
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Der Ex-Jena-Präsident bringt den FC Prishtina in die Spur, der heute in Markranstädt beim Hallen-Masters spielt

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Leipzig. In den 67 Jahren als Erdenbürger hat Lutz Lindemann viel erlebt. 205 Spiele bestritt der gebürtige Halberstädter in der DDR-Oberliga, feierte seine größten Erfolge mit dem Carl Zeiss Jena. 21 Mal streifte er sich zudem das Trikot der Nationalmannschaft über. Anfang der 80er wechselte Lindemann auf die Trainerbank. Später, beim FC Erzgebirge Aue sowie beim HFC war er sogar Manager und Trainer in Personalunion. Zuletzt in Jena Geschäftsführer und Präsident, zog er seinen Hut nach Zwist mit Investor Roland Duchâtelet. An den wohlverdienten Ruhestand denkt er trotzdem nicht – beim FC Prishtina im Kosovo ist Lindemann Aufbauhelfer.

Was ist Ihnen in Erinnerung geblieben, wenn Sie an Leipzig denken?

Im Zentralstadion habe ich das Spiel vor den meisten Zuschauern gemacht, in der WM-Qualifikation gegen Österreich vor 110 000. Zwei Jahre später gegen die Niederlande hatten wir geführt und haben es nicht geschafft. In der Liga gab es zwei schwere Auswärtsspiele. Das eine war bei der BSG Chemie, das andere war bei der ruhmreichen Loksche, wo in meiner Erfurter Zeit nicht viel zu holen war, mit Jena hab ich da schon mal gewonnen.

In Leipzig geht derzeit was ...

Ich gucke voller Bewunderung auf einen Verein, egal wie man dazu steht, mit relativ viel Geld aber mit einem klaren Plan, um viel zu leisten. Da können die Leute reden wie sie wollen. Dieses Spiel auf dem Feld und was sie geleistet haben, da ziehe ich den Hut. Wenn sie ihren Weg weiter gehen, führt in der Bundesliga kein Weg mehr an Leipzig vorbei.

Ihre Aufgabe beim FC Prishtina ist ungleich schwerer. Wie kam es dazu?

Es ist kein Geheimnis, dass ich bis zum 30. Mai noch Präsident beim FC Carl Zeiss Jena war, nachdem ich im Februar als sportlicher Leiter zurückgetreten bin. Ich hatte drei Monate Zeit, mich zu verabschieden. Da hast du zwei, drei Dinge im Kopf – was könntest du machen. Jetzt ruhst du dich erstmal aus, du bist doch Rentner. Aber nach drei Wochen fragte meine Frau: Wie geht das mit dir weiter? Nach 47 Jahren, wie sieht das jetzt aus hier mein Freund? Ich habe gesagt, es wird schon etwas kommen. Dann kam ein Anruf von Helmut Hack – DFB-Vorstand und Präsident von Greuther Fürth – mit einem spannenden Projekt im Kosovo. Meine Frau sagte: Machen, da hast du was zu tun.

Was ist in Prishtina ihre Aufgabe?

Ziel ist die Meisterschaft, weil die Möglichkeit besteht, in der Champions League-Quali zu spielen oder als Pokalsieger die Euro-League-Quali. Für einen Verein, der jahrelang abgetrennt war vom Leben ist das was besonderes.

Welches Niveau hat die Liga?

Regionalliga-Niveau. Die Mannschaften spielen sehr defensiv, auf Konter. Es fallen wenig Tore. Oftmals auch überhart. Verdient werden im Durchschnitt 500 Euro.

Beim Hallenturnier in Markranstädt wird geguckt, wo ihr Team im Vergleich steht?

Organisator Uli Mappes und ich kennen uns viele Jahre. Wir wollen den Jungs Abwechslung bieten, einem ganz jungen Team. Darunter ein 16-Jähriger, der was ganz besonderes ist. Vier Wochen hat sich das Team darauf vorbereitet. Aber vor allem sollen die Jungs Spaß haben, mal raus kommen.

Haben Sie Angst, Spieler gleich hier lassen zu müssen?

Nein, das ist ja der tiefere Sinn, mal einen oder zwei zu transferieren. Das wollen wir aber nach Plan machen.

Einen Plan hatten Sie auch für Jena. Kommt der Name Roland Duchâtelet in ihrem Sprachschatz vor?

Ich habe gewusst, wenn ich mich so verhalte, wie ich mich verhalten habe, dass es Reibungspunkte gibt. Das habe ich von vornherein kalkuliert. Im September hat mich Roland Duchâtelet angerufen, wir haben uns über einen Spieler unterhalten. Die Sache ist vorbei, das ist nun mal im Fußball so. Wir sind vorn und die Zuschauer in Jena haben den Aufstieg verdient. Für mich ist es eine Freude, dass in jedem Spiel acht Spieler Minimum auf dem Platz stehen, die ich geholt habe. Interview: Alexander Bley

Tickets für das Ur-Krostitzer Masters im Sportcenter Markranstädt gibt es ab 17 Uhr an der Abendkasse. Zudem wird das Spektakel im Sportbuzzer-Radio live übertragen. HIER kann ab 18 Uhr mitgehört werden.

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