23. Juni 2018 / 22:00 Uhr

ERLÖSUNG! Toni Kroos rettet Deutschlands WM-Traum

ERLÖSUNG! Toni Kroos rettet Deutschlands WM-Traum

Eric Zimmer und Heiko Ostendorp
Heute ein Held: Deutschlands Matchwinner Toni Kroos
Heute ein Held: Deutschlands Matchwinner Toni Kroos © imago/Contrast
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Ein Last-Minute-Tor von Toni Kroos hat Deutschland ein 2:1 gegen Schweden gerettet. Statt der drohenden Heimreise winkt dem DFB-Team nun wieder das Achtelfinale.

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Da stand er wie ein Titan. Mit ausgebreiteten Armen präsentierte sich Toni Kroos vor den deutschen Fans in Sotschi. Es lief die 95. Spielminute, als der Titeljäger von Real Madrid seinen Freistoß in die Maschen setzte – und damit das fast schon sichere Ausscheiden in der Vorrunde abwendete. Die komplette Ersatzbank sprang auf und rannte zu Kroos, nach dem Abpfiff lagen sich die Spieler in den Armen. Durch das 2:1 gegen Schweden ist das Tür zum Achtelfinale nun wieder weit offen. Ein Sieg am kommenden Mittwoch gegen Südkorea (16 Uhr) wäre gut. Wenn Schweden zeitgleich nicht gegen Mexiko gewinnt, wäre das noch besser. Andernfalls müsste der Rechenschieber ran.

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In Sotschi hatte sich Löw einen Plan zurechtgelegt, wie seine Mannschaft die kompakte Schweden-Abwehr knacken sollte. „Wir sind es gewohnt, gegen defensiv agierende Mannschaften zu spielen. Wir haben die Mittel, diese Mannschaften auszuspielen“, hatte er vor dem Spiel gesagt. Gestern kein Mittel war Mesut Özil. Er musste sich auf die Bank setzen. Eine Premiere. Inklusive Südafrika 2010 absolvierte er unter Löw 26 WM- und EM-Spiele in Folge. Für Özil durfte Marco Reus ran, genau wie drei WM-Frischlinge: Jonas Hector für Marvin Plattenhardt, Antonio Rüdiger für Mats Hummels (der Halswirbel zwickt) und Sebastian Rudy für Sami Khedira. Vier Wechsel für die erhoffte Wende, die allerdings erst in der Nachspielzeit kam.

Reaktionen auf den Deutschland-Sieg

Zu Beginn suchten die DFB-Stars den Weg nach vorn, in der dritten Spielminute hatten sie die erste große Chance: Timo Werner schnappte sich den Ball, mit Glück bekam er ihn zu Julian Draxler, dessen Versuch aus kurzer Distanz in der schwedischen Abwehr hängen blieb. Druck im Angriff, Dusel hinten: Dann passierte genau das, was die Schweden wollten – sie fuhren einen Konter. Marcus Berg rannte auf und davon, Jérôme Boateng stoppte ihn hart an der Grenze zum Elfmeterpfiff.

Und nachdem Rudy zum Pechvogel geworden war und übel aus der Nase blutend (er bekam unglücklich einen Tritt ins Gesicht ab) für Ilkay Gündogan ausgewechselt werden musste (31.), folgte schon der nächste Schock: Ola Toivonen traf Löws Mannschaft direkt ins hoffende Herz, nahm den Ball mit der Brust an und überwand Manuel Neuer im Tor. Ungläubiges Kopfschütteln bei den deutschen Fans auf der Tribüne, Starre bei den DFB-Stars. Allein Neuer machte unmittelbar danach den Einpeitscher, seine Kollegen verloren den Faden. Gündogan aus der Ferne, Müller im Nachsetzen – wenn die Chance da war, wollte der Ball nicht reingehen (39.). Pause. Und aus der kamen die Deutschen hellwach.

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Reus ließ die Hoffnung wiederaufleben, mit dem Knie drückte er eine vom für Draxler gekommenen Mario Gomez leicht abgefälschte Flanke rein ins Tor (48.). Der Dortmunder schnappte sich sofort den Ball, Löw peitschte an der Linie an – Marschroute: Sofort Nachlegen! Ein Auf und Ab der Gefühle. Müller (57.), Reus (61.), Werner (81.), Julian Brandt in der Nachspielzeit an den Pfosten – die Gelegenheiten waren wieder da – aber es sah nicht mehr danach aus, als sollte es reichen. Wildes Anrennen, Gelb-Rot für Boateng (82.), Löw tobend und fordernd am Spielfeldrand – und dann der Freistoß von Kroos, der die deutsche Kurve zum Ausrasten brachte. Was für ein magischer Moment!

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Noch in der Nacht flog die Nationalmannschaft für einen Kurzaufenthalt zurück ins Team-Basecamp nach Watutinki bei Moskau, schon am Mittwoch (17 Uhr) steigt dann in Kasan das abschließende Gruppenspiel gegen die noch sieglosen Südkoreaner. Löws 101. Pflichtspiel als Bundestrainer darf natürlich nicht als Selbstläufer angesehen werden, aber mit einer ähnlichen Einstellung wie gestern, dürfte eigentlich nichts schiefgehen. Allerdings droht – je nach Konstellation – bereits im Achtelfinale ein Aufeinandertreffen mit Brasilien, welches man eigentlich so früh im Turnier unbedingt vermeiden wollte. Doch daran wird nach dem emotionalen Sieg gestern sicher keiner mehr gedacht haben.

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