27. Juni 2018 / 08:30 Uhr

WM-Serie: Nicht Löw, sondern Hyballa provozierte Götzes Weltmeister-Tor

WM-Serie: Nicht Löw, sondern Hyballa provozierte Götzes Weltmeister-Tor

Tim Lüddecke
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Kennt Mario Götze gut, sehr gut sogar: Der ehemalige Wolfsburger Jugend-Coach Peter Hyballa.
Kennt Mario Götze gut, sehr gut sogar: Der ehemalige Wolfsburger Jugend-Coach Peter Hyballa. © imago/VI Images
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Unter dem Motto „WM-Klugscheißer-Wissen für Wolfsburger“ präsentieren wir Ihnen während der gesamten WM-Vorrunde jeden Tag eine Geschichte, die zu einem WM-Spiel des Tages passt – damit Sie auf dem Sofa, in der Kneipe oder beim Public Viewing mit Insider-Wissen glänzen können. Diesmal geht's um den berühmtesten Satz von Bundestrainer Joachim Löw, der eigentlich von Peter Hyballa stammt.

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Der 12. Juli 2014, 19.09 Uhr. Peter Hyballa musste Joachim Löw sprechen, es war wichtig. Tags darauf würde die deutsche Nationalmannschaft im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro im WM-Finale auf Argentinien mit seinem Superstar Lionel Messi treffen. Also rief der ehemalige Nachwuchscoach des VfL Wolfsburg (2004 bis 2007) bei Claus-Peter Niem an, einem Pädagogen, der Führungskräfte berät und zu dessen Netzwerk unter anderem Hyballa zählt – und eben Nationaltrainer Löw.

Ein Rat von Trainer zu Trainer

Ob er einen Kontakt zu ihm habe, fragte Hyballa also. Ja, den hatte Niem. Aber worum ging es denn überhaupt? Der ehemalige Jugendtrainer von Borussia Dortmund erinnerte sich an einen seiner Schützlinge, der nun im Kreise der Nationalmannschaft in Brasilien weilte – und dem er scheinbar zutraute, in jenem WM-Finale eine besondere Rolle zu spielen: Mario Götze. Hyballa kannte ihn gut, sehr gut sogar – und er erinnerte sich an eine Szene, die er dem Bundestrainer nicht vorenthalten wollte, eine, die einen wertvollen Rat für ihn darstellen könnte, von Trainer zu Trainer.

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Im November 2008 spielte der BVB beim VfL Bochum, doch Hyballa verzichtete in der Startelf auf den Hochbegabten Götze, dafür hatte er die Woche zuvor zu lasch trainiert. Eine Halbzeit ließ er ihn auf der Bank schmoren, dann, in der Halbzeitpause, versuchte er den damals 16-jährigen Götze verbal zu kitzeln: „Jetzt zeig mal allen, dass du das Wunderkind bist!“ Es funktionierte, dank Götze drehte der BVB die Partie, siegte mit 4:3. Man müsse bei ihm nur den richtigen Knopf drücken, so Hyballa.

Absender: "Die Weggefährten"

Via SMS ließ er diesen exklusiven Hinweis nach Rio übermitteln, von Niem an Löw. Original-Inhalt: „Wenn du Götze in einer engen Situation noch von der Bank bringen kannst (er dort schon länger schmoren musste), wird ihn genau das anstacheln, endlich an seine Grenzen bringen. War schon in der Jugend so. Wenn du ihn dann noch anstachelst: ‚Zeig der Welt endlich einmal, dass du besser als Messi bist, dass du das Wunderkind bist!’, wird er den Unterschied machen. Er braucht diesen Druck.“ Unter die Nachricht setzte Niem den Absender: „Die Weggefährten“.

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Der Rest der Geschichte ist bekannt; der Bundestrainer flüsterte Götze vor seiner Einwechslung in der 88. Minute seine kleine Insider-Motivation ins Ohr, in der 113. Minute schoss dieser Deutschland zum Weltmeister. Und Löw? Der flunkerte rund ein Jahr später doch tatsächlich gegenüber der Welt: „Der Satz fiel mir spontan ein.“ Ein Weltmeister-Trainer darf das wohl.

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