13. Juni 2018 / 14:01 Uhr

WM-Traum geplatzt: Spanien macht sich lächerlich

WM-Traum geplatzt: Spanien macht sich lächerlich

Tom Vaagt
Spaniens Verbandspräsident Luis Rubiales (M.) mit den Nationalspielern Sergio Ramos (l.) und Thiago (r.). 
Spaniens Verbandspräsident Luis Rubiales (M.) mit den Nationalspielern Sergio Ramos (l.) und Thiago (r.).  © Imago-Montage
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Durch die Entlassung von Trainer Julen Lopetegui hat sich Spanien unmittelbar vor WM-Beginn wohl aller Titel-Chancen beraubt. Eine Entscheidung, die die stolze „Selección“ der Lächerlichkeit preisgibt. Ein Kommentar von SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt.

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Man kann es verrückt nennen. Oder kühn. Aus manchem Blickwinkel vielleicht auch konsequent. Man kann eigentlich alle im Duden verfügbaren Adjektive auf den Tisch schütten und ein Wort wahllos herauspicken – in der Konsequenz kommt man immer zum gleichen Schluss: Spanien hat sich am Mittwochmittag im Handstreich aller Titelchancen beraubt. Durch die Freistellung von Nationaltrainer Julen Lopetegui zwei Tage, bevor die „Selección“ mit dem Prestigeduell gegen Portugal in die WM startet, wirbelte die Verbandsspitze alles durcheinander, was es durcheinanderzuwirbeln gab. Der Spielerrat meuterte offenbar sogar gegen die Entscheidung, ändern konnte er sie nicht mehr. Die Folge: Das „Wir“ ist weg. Und ohne Teamspirit geht während einer WM eigentlich nichts.

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Zu verantworten hat den ganzen Schlamassel der junge Verbandspräsident Luis Rubiales. Erst seit vergangenem Mai im Amt, hat sich der 40-Jährige vorgenommen, verkrustete Strukturen aufzubrechen – und offenbar mit harter Hand zu regieren. Dass Lopetegui seinem Boss am Dienstag erst fünf Minuten vor der offiziellen Presseerklärung von Real Madrid mitteilte, dass er nach der WM zum Champions-League-Sieger wechseln werde, war weder gut für das Betriebsklima noch sonderlich clever. Dass Rubiales einen Tag später mit größtmöglicher Härte reagierte, ist allerdings keineswegs besser.

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Seinem persönlichen Seelenleben, vielleicht auch seinem moralischen Wertekodex mag diese Entscheidung entsprechen. Doch sie zerstörte höchstwahrscheinlich auch den WM-Traum eines ganzen Landes. Persönliche Enttäuschungen sollten da eigentlich in den Hintergrund rücken.

Eintracht Frankfurt hat es vorgemacht

Dass es auch anders geht, bewies zuletzt ein Klub aus der Bundesliga: Eintracht Frankfurt. Nachdem Niko Kovac auf der Zielgeraden der Saison seinen Wechsel zum FC Bayern verkündete, waren die Bosse um Fredi Bobic tief getroffen. Es wurde gestritten, genörgelt, gemosert. Am Ende raufte man sich zusammen – und gewann den DFB-Pokal. Sucht man das passende Adjektiv für das Verhalten der Eintracht-Oberen, käme man schnell zu professionell. Spanien gibt sich hingegen so kurz vor WM-Start der Lächerlichkeit preis.

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