04. Januar 2019 / 10:59 Uhr

"Wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben": Egestorfs Trainer Paul Nieber im Interview (Teil 2)

"Wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben": Egestorfs Trainer Paul Nieber im Interview (Teil 2)

David Lidón
Paul Nieber (Mitte) ist der neue Cheftrainer der Germanen - neben ihm freuen sich Präsident Ralf Dismer (links) und Vizepräsident Martin Surau über seine Beförderung.
Egestorfs Trainer Paul Nieber (Mitte) hat aktuell Erfolg. © Germania Egestorf/Langreder
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Er übernahm nach dem Rücktritt von Jan Zimmermann und führte den 1.FC Germania Egestorf/Langreder auf Platz acht. Nach sieben Spielen stehen fünf Siege bei nur zwei Niederlagen zu Buche. Im zweiten Teil des Interviews erklärt Paul Nieber, wie seine persönliche Zukunft aussieht und ob in seinen Augen der Aufstieg in die 3. Liga realisierbar ist. 

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Wo sehen Sie Ihren Weg im Amateurbereich? Wollen Sie auch im Profifußball trainieren?

Ich habe immer gut daran getan, nie zu weit vorauszuplanen. Ich bin Gymnasiallehrer für Deutsch und Sport an der KGS Ronnenberg. Fußball ist meine Passion, aber der Beruf steht an erster Stelle. Solange das gut vereinbar ist, bin ich zu allem bereit.

Sehen Sie sich eher als Laptoptrainer oder als Oldschoolcoach?

Ein ganz wesentlicher Aspekt für mich ist die Arbeit im Team. Mit Antonios Agaoglou und Tan Türkyilmaz kann ich mit zwei absoluten Fachmännern auf Augenhöhe arbeiten. Wir sind alle Fußballer und müssen nicht tausende Statistiken für eine Analyse heranziehen. Die gesunde Mischung macht es.

Was ist der Unterschied im Training zwischen U19 und den Männern?

Bei den A-Junioren versucht man die Spieler mitzunehmen, aber man bezieht sie in der Regel nicht in die Entscheidungen mit ein. Im Seniorenleistungsbereich können durchaus Impulse aus der Mannschaft kommen, die dem Trainerteam helfen.

Können Sie es sich vorstellen, als Trainer wieder zurück in den Jugendbereich zu gehen?

Ich bin da offen, ich sehe da keine Einbahnstraße für mich als Trainer. Ich habe die Zeit als U19-Coach sehr genossen, das hat Spaß gemacht. In den nächsten eineinhalb Jahren stellt sich diese Frage aber nicht.

Bilder vom Spiel der Regionalliga Nord zwischen dem 1. FC Germania Egestorf/Langreder und der SV Drochtersen/Assel

Nach einem Laufduell mit Drochtersens Eyke Hendrik Kleine landet Egestorfs Justin Wiechens (links) in der Werbebande. Zur Galerie
Nach einem Laufduell mit Drochtersens Eyke Hendrik Kleine landet Egestorfs Justin Wiechens (links) in der Werbebande. ©
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Können Sie bei den Einheiten auch ein Quälix sein und was tolerieren Sie überhaupt nicht?

Athletik ist ein wichtiger Bestandteil des Sports. Taktische und technische Aspekte aber in gleichem Maße. Zum zweiten Teil der Frage: Von meinen Spielern verlange ich 1000prozentige Disziplin, auf und neben dem Platz. Wenn sie in die Kabine kommen, muss der Fokus auf Fußball liegen.

Wo sehen Sie aktuell die Leistungsstärke der Egestorfer und wie ist die Erwartungshaltung nach der Serie?

Auf Platz acht sind wir ganz gut angesiedelt, Rang zwölf sollte reichen für den Klassenerhalt. Wir wollen uns so schnell wie möglich so weit absetzen, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben.

Also lauten die Ziele in der Reihenfolge: 1. Klassenerhalt, 2. vor Havelse landen und 3. den Titel beim Sportbuzzer Masters verteidigen?

Punkt eins stimmt. Die Rivalität mit Havelse sehe ich leidenschaftslos. Trotzdem mögen Trainer und Spieler Duelle mit Derbycharakter. Zu Punkt drei: Wir spielen einige Hallenturniere und werden alles versuchen, um wieder dabei zu sein.

Gibt es wieder ein Trainingslager?

Ja, vom 30. Januar bis 4. Februar fliegen wir wie im Vorjahr nach Salou in Spanien. Der Verein hat sich dafür wieder mächtig ins Zeug gelegt. Aus sportlicher Sicht hat solch ein Trainingslager einen hohen Stellenwert. Es ist viel wert, sich über einen längeren Zeitraum detailliert vorbereiten zu können.

Wie bewerten Sie die eher bescheidene Infrastruktur in Egestorf?

Die Begebenheiten passen zu uns, damit muss man sich arrangieren. Natürlich wäre es toll, einen großen Kunstrasenplatz zu haben. Aber wenn die Bedingungen so schlecht wären, hätten wir im Jugend- und Seniorenbereich in den vergangenen Jahren nicht so erfolgreich arbeiten können.

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Was ist mittel- und langfristig möglich in Egestorf? Der Weg kann nur über die Jugendförderung gehen, oder?

Die Qualität ist da, um in der Regionalliga nicht von vornherein um den Abstieg zu spielen, sondern einen anständigen Tabellenplatz anzupeilen. Langfristig ist unser Ziel, Spieler in den Profibereich zu bekommen, so wie dieses Jahr Hendrik Weydandt bei 96 und Kevin Schumacher bei Werder Bremen. Es kann nur unser Weg sein, mit den Talenten aus dem eigenen Nachwuchs jede Saison das Bestmögliche zu erreichen.

Darf in Zukunft mal von der 3. Liga geträumt werden in Egestorf?

Stand jetzt würde ich sagen: nein. Infrastrukturell und finanziell wäre dies eine riesige Herausforderung.

Wie schätzen Sie die Stärke der Regionalliga Nord ein?

Ich sehe sie sehr ausgeglichen. Außer Wolfsburg II, Lübeck und Flensburg, die auch in der Breite einen Tick mehr Qualität haben, kann in der Liga eigentlich jeder jeden schlagen.

Profitiert die Germania von der Erfolgsgeschichte von Weydandt?

Sein Weg in die Bundesliga zeigt vielen Spielern, dass so etwas noch möglich ist und dass Germania ein Sprungbrett sein kann. Es bestätigt uns auch darin, dass unsere Art, die Sachen zu machen, funktioniert.

Interview: David Lidón

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