DSC_8682 Gregor Schoepe ist nicht länger Trainer des FC Worpswede. © Werner Maass
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Worpswede trennt sich von Gregor Schoepe

Florian Neumann steht vorerst an der Seitenlinie, ab der Winterpause übernimmt Sven Vorburg dann die Trainerrolle

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Es wurde viel geredet in den vergangenen Tagen. Nicht nur beim, sondern vor allem über den FC Worpswede. Von einer teaminternen Aussprache ohne den im Urlaub weilenden Trainer Gregor Schoepe war da in der Fußballszene zu hören gewesen. Von einer angeblichen Nachfolgersuche seitens des Vereins. Von einer nachhaltig gestörten Basis der Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Trainer.

Am vergangenen Sonntag stand Gregor Schoepe dennoch an der Seitenlinie auf dem Weyerberg – und sah einen völlig blutleeren Auftritt seiner Mannschaft im so wichtigen Kellerduell gegen den TuS Zeven. Bereits vor diesem 0:2 hatte der Übungsleiter den Worpsweder Vorstand und Teammanager Andreas Rüter darüber informiert, dass er sein Amt nur noch bis zum Jahresende ausüben wolle. Am Montag zog der Verein dann die Konsequenz und entband Schoepe mit sofortiger Wirkung von seinem Posten beim Fußball-Bezirksligisten. Die genauen Gründe kennen sie in Worpswede noch immer nicht. „Darüber wollte Gregor am Sonntag vor dem Spiel nichts sagen, weil er die Spielvorbereitung nicht unnötig stören wollte“, berichtet Andreas Rüter. In den folgenden 90 Minuten sahen der Teammanager und Vorstand Uwe Bangel dann aber „keinerlei Fortschritte“ (Rüter), sodass man am Montag schließlich Gregor Schoepe darüber informierte, nicht auf dessen Angebot eingehen zu wollen. Sprich: Die Trennung wurde direkt vollzogen.

Mit dieser Entscheidung hatte der scheidende Coach insgeheim auch schon gerechnet. Erst recht nach dem schwachen Auftritt gegen Zeven. „Die Verunsicherung war noch größer, obwohl ja nur drei Spieler von meiner Entscheidung wussten“, so Schoepe. Lediglich die Teamkapitäne Mario Bolduan, Jan-Henrik Kück und Elias Schupp waren informiert – und hatten dem Vorstand eigentlich die Empfehlung gegeben, auf Schoepes Angebot einzugehen. „Wir haben immer gesagt: Gebt uns Zeit, gebt Gregor Zeit“, sagt Bolduan. „Aber es war klar, dass die schlechten Ergebnisse für weiteren Zündstoff sorgen würden.“ Schon seit der zähen Vertragsverlängerung Schoepes, die sich bis Ende Mai gezogen hatte, seien atmosphärische Störungen wahrzunehmen gewesen, wie Bolduan verrät: „Es ist nun mal gerade sehr viel Unruhe im Verein. Da greifen viele Rädchen nicht so ineinander, wie sie es eigentlich müssten.“

Am Ende, so der FCW-Kapitän, könne er die Entscheidung des Vereins aber natürlich auch nachvollziehen, einen sofortigen Schlussstrich zu ziehen. Jetzt hofft Bolduan darauf, dass mit Florian Neumann und Sven Vorburg neue Kräfte freigesetzt werden. Die Beiden sollen nämlich nun den Karren aus dem Dreck ziehen. Und Vorburg nimmt sogleich die Spieler in die Pflicht: „Jeder einzelne ist jetzt gefordert, niemand kann sich nun noch hinter irgendwas verstecken. Ausreden gibt es nicht mehr.“ Der 33-Jährige, der es beim FC St. Pauli II einst bis in die Regionalliga Nord schaffte und sich dem FC Worpswede erst im Juli angeschlossen hatte, will aber so schnell es geht raus aus dem Tor und ran an die Seitenlinie. „Ich habe in den letzten beiden Spielen deutlich gemerkt, dass ich nicht mein Optimum abrufen kann, wenn ich als Spielertrainer auf dem Platz stehe.“

Kurzfristig wird Vorburg im Tor bleiben, während Florian Neumann das Coaching an der Seitenlinie übernimmt. Spätestens in der Winterpause will sich Vorburg dann aber einzig und allein auf seine Trainerrolle konzentrieren. „Die Trainingsbeteiligung war zuletzt sehr überschaubar“, sagt Vorburg. „Wir müssen jetzt den Spaß am Fußball zurückgewinnen und eine spielerische Linie finden.“Gregor Schoepe muss unterdessen die erste Entlassung seiner noch jungen Trainerlaufbahn verarbeiten. „Das ist natürlich keine schöne Erfahrung, aber so ist das Geschäft. Ich kann das schon klar einordnen“, sagt der frühere Kicker des SV Blau-Weiß Bornreihe. Warum Schoepe nur noch bis zum Jahresende als Trainer zur Verfügung stehen wollte, bleibt übrigens vorerst im Dunkeln: „Ich möchte zuerst den Verein informieren.“ Ein entsprechendes Gespräch für Donnerstagabend wurde von Vorstandsseite abgesagt, deshalb erfolgt heute Abend erst einmal nur die offizielle Verabschiedung von der Mannschaft.

Ob es im Nachhinein nicht klüger gewesen wäre, schon im Sommer einen sauberen Schlussstrich zu ziehen, darüber mag Teammanager Andreas Rüter nachträglich nicht spekulieren: „Gregor hat hier in der vergangenen Rückrunde etwas aufgebaut. Wir haben immer an ihn geglaubt. Und hinterher ist man immer schlauer.“ Eine ganz deutliche Position nimmt hingegen Mannschaftsführer Mario Bolduan ein: „Man hätte einfach im Februar mit Gregor verlängern müssen. Dann hätte er sich auch um neue Spieler kümmern können.“ Durch die leidvolle Hängepartie sei der Markt aber am Ende praktisch leer gefegt gewesen. Und der Zeitpunkt, dem Kader die dringend benötigte qualitative Aufwertung zu geben, wurde verpasst. „Der Klassenerhalt in der vergangenen Rückrunde war ein enormer Kraftaufwand, vor allem mental. So etwas kann man nicht auf Knopfdruck beliebig wiederholen“, blickt Bolduan der Zukunft durchaus skeptisch entgegen.

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