14. November 2018 / 18:44 Uhr

BVB-Juwel Moukoko: Deshalb spielt er aktuell nicht für Deutschland

BVB-Juwel Moukoko: Deshalb spielt er aktuell nicht für Deutschland

Heiko Ostendorp
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BVB-Juwel Youssoufa Moukoko spielt vorerst nicht wieder für Deutschlands U17. Sein Berater erklärt, warum.
BVB-Juwel Youssoufa Moukoko spielt vorerst nicht wieder für Deutschlands U17. Sein Berater erklärt, warum. © imago/Eibner
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Youssoufa Moukoko gilt als größtes deutsches Talent – Der Hype um den 13-jährigen BVB-Knipser wird langsam zum Problem. Sein Berater mahnt zur Ruhe: Für die deutsche Nationalmannschaft der Junioren spielt er vorerst nicht.

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Es gibt ihn. Einen deutschen Stürmer, dessen Statistiken Cristiano Ronaldo oder Lionel Messi neidisch werden lassen könnten. Letzte Saison traf er in 28 Spielen 40-mal, aktuell steht er bei 20 Toren in elf Partien. Das Problem: Der Mann – nein, der Junge – ist erst 13.

Am 20. November feiert Youssoufa Moukoko seinen 14. Geburtstag. Doch Youssoufa ist kein gewöhnlicher Teenager. Er gilt als das Wunderkind schlechthin im deutschen Nachwuchsfußball. Der Mittelstürmer, der in Kamerun geboren wurde, wechselte 2016 vom FC St. Pauli zu Borussia Dortmund und spielt dort im zweiten Jahr in der U17, die er letzte Saison zum deutschen Meistertitel schoss. „Er ist fußballerisch extrem weit, er ist schnell, hat eine hohe Spielintelligenz“, sagt BVB-Nachwuchsleiter Lars Ricken, der 1997 im Champions-League-Finale gegen Juventus Turin (3:1) traf – er war 20.

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BVB: Hype um Moukoko steigt ins Unermessliche - Ausrüster-Vertrag in der Tasche

Ricken weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn man zu früh in den Himmel gehoben wird. Die ganz große Karriere blieb ihm verwehrt. Vielleicht behütet man beim BVB sein Juwel auch deshalb wie einen Schatz. Reden soll Moukoko nicht. Und auch über ihn spricht man nur ungern.

Vor allem deshalb, weil der Hype um das Supertalent unfassbare Dimensionen angenommen hat. Knapp 210.000 Follower hat Moukoko bei Instagram, mehr als die meisten Bundesliga-Profis. Einen Ausrüstervertrag mit Nike hat er ebenfalls in der Tasche. Vor einigen Monaten behauptete Ricken: „Der Junge ist total klar im Kopf. Trotz der umfangreichen Berichterstattung über ihn läuft er immer mit einem Lächeln über das Trainingsgelände.“ Doch seitdem scheint sich einiges geändert zu haben.

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Youssoufa Moukoko: Deshalb spielt er nicht für Deutschlands U17

Denn wenn die DFB-Nachwuchsteams in diesen Tagen ihre Länderspiele bestreiten, fehlt das Ausnahmetalent, das für die U16 mit zwölf Jahren in vier Spielen drei Tore erzielte. Eigentlich sollte er wie im Klub nun in der U17 spielen, doch Trainer Michael Feichtenbeiner sagt: „Youssoufa ist ein großes Talent, das im vergangenen Jahr mit knapp 13 Jahren sein erstes U16-Länderspiel bestritten hat. Das dadurch entstandene große Interesse war für die Angehörigen und den Spieler selbst nicht immer einfach. In der aktuellen Phase haben sie sich mit Blick auf seine weitere individuelle Entwicklung und auf Wunsch der Familie dazu entschlossen, dass er nicht für die U17-Länderspiele nominiert wird.“

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Sein Berater Patrick Williams sagte dem SPORTBUZZER: „Man darf nicht vergessen, dass er erst knapp 14 Jahre alt und ein Kind ist. Wir haben eine Verantwortung, auch dem Umfeld und der Familie gegenüber. Das Wohl des Jungen steht im Vordergrund, und es ist zuletzt einfach zu viel geworden – vor allem, wenn Youssoufa beim DFB war.“

Moukoko-Berater: "Es gibt genügend Beispiele von Nachwuchsspielern, die zu früh zu hoch gejazzt wurden"

Sobald das Wunderkind am Ball war, klickten die Auslöser der Fotografen, die seinetwegen zu den Spielen anreisten. Es gab Interviewanfragen aus aller Welt. Journalisten belagerten die Familie und Klassenkameraden, Erwachsene wollten Selfies und Autogramme. Deshalb kickt er vorerst nicht für Deutschland, soll sich in Ruhe entwickeln. „So wie andere in seinem Alter das auch können“, sagt Williams.

Das klingt erstaunlich vernünftig in der überhitzten Fußballbranche. Ebenso der nächste Satz: „Es gibt genügend Beispiele von Nachwuchsspielern, die zu früh zu hoch gejazzt wurden. Ein Tritt und alles kann vorbei sein.“

Bleibt zu hoffen, dass dies nicht passiert. Dann wird man den Namen Moukoko mit Sicherheit noch öfter hören – auch wieder beim DFB.

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