21. März 2018 / 07:24 Uhr

Streit über Zahlen beim Übernahme-Antrag: 96-Boss Martin Kind droht mit Klage

Streit über Zahlen beim Übernahme-Antrag: 96-Boss Martin Kind droht mit Klage

Andreas Willeke
96-Boss Martin Kind: „Wenn die Spielregeln nicht eingehalten werden, entscheiden wir nach der DFL-Versammlung am Donnerstag, ob wir klagen.“
96-Boss Martin Kind: „Wenn die Spielregeln nicht eingehalten werden, entscheiden wir nach der DFL-Versammlung am Donnerstag, ob wir klagen.“ © imago/kolbert-press
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Nach dem Bericht der Bild-Zeitung, dass die DFL Martin Kinds Antrag auf Ausnahme von der 50+1-Regel bei Hannover 96 abgelehnt hätte, hat sich die Verbandsführung beim 96-Chef entschuldigt. Der behält sich den Klageweg vor.

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Donnerstag treffen sich die Vertreter der 36 Proficlubs aus erster und zweiter Liga zu ihrer Mitgliederversammlung. Das ist für gewöhnlich unspektakulär und eher was für Freunde der gepflegten Phrase. Seit dem die DFL jedoch angekündigt hat, über die Veränderung der 50+1-Regel nachzudenken, hat sich das Klima verändert. Es wird hart ge­kämpft – und das Ergebnis ist schwer vorauszusagen.

In fast jedem Stadion demons­trierte die aktive Fan-Szene am vergangenen Wochenende massiv für den Erhalt der 50+1-Regel. Die besagt, dass die Stimmenmehrheit beim Stammverein bleiben muss und nicht an Investoren übertragen werden darf.

Die Fan-Szene demonstriert bundesweit für Erhalt von 50+1-Regel

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96-Chef Martin Kind hat nach einem Schiedsgerichtsurteil eine Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel beantragt. Den Antrag lässt Kind aber in Absprache mit der DFL ru­hen.

Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung wollte die DFL den 96-Antrag ab­lehnen, weil Kind den Verein nicht ausreichend gefördert habe. Mit 46 Millionen Euro – der Höhe der Zahlungen der Hauptsponsoren – hätte er 96 unterstützen müssen.

„Bild“ beruft sich nun auf ein „78-seitiges Liga-Papier“, in dem die Förderung auf 19,698 Millionen Euro zu­sammengeschrumpft sein soll. Beispielsweise sollen Darlehen von 5,4 Millionen Euro nicht als Unterstützung anerkannt worden sein.

Wollte die DFL wirklich den An­trag ablehnen? „Ich weiß, die Entscheidung war offen“, behauptete 96-Anwalt Christoph Schickhardt. Stimmt die veröffentlichte Rechnung? Kind sagt: „Das ist ein wildes Durcheinander, die Zahlen sind deutlich anders.“ Der DFL liege, „testiert von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, vor, dass ich mehr Geld aufgewendet habe“ – als eben die 46 Millionen.

Dass Kind sich als Ge­schäftsführer der vom Verein ausgegliederten 96-Profifirma ein Gehalt eingerechnet hat, ist unbestritten. „Die Summe setzt sich aus einem bunten Strauß verschiedener Faktoren zusammen, dazu gehört auch meine Arbeitsleistung als Geschäftsführer“, hatte er Anfang Februar erklärt, „ich habe 20 Jahre auf Gehalt verzichtet.“

Laut dem Papier soll die von Kind angesetzte Ge­haltssumme „nach unten“ korrigiert worden sein. Kind sagt dazu: „Ich kenne die Ausarbeitung nicht. Wenn es wirklich ein Gutachten gibt, wäre es Aufgabe der DFL, es uns zur Verfügung zu stellen.“

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Aufklären könnte den Streitfall allein die DFL – das macht sie aber nicht. Die Verbandsführung reagierte gestern mit einem entschuldigenden Anruf bei Kind – und mittags mit diesem Statement auf den „Bild“-Bericht: „Wir nehmen zur Kenntnis, dass im Vorfeld der DFL-Mitgliederversammlung am Donnerstag offensichtlich von interessierter Seite ge­zielt Stimmung gemacht wird. Dadurch soll erkennbar ein sachlicher Austausch erschwert werden.“

Das vermutet auch Kind. „Da soll Druck ausgeübt werden. Das Problem hat jetzt die DFL“ – mit ihrem Maulwurf. Die entscheidende Frage bleibt aber (noch) ungeklärt: Hat der die richtigen oder falsche Zahlen ausgeplaudert?

Kind will den Verlust der Vertraulichkeit jedenfalls nicht akzeptieren: „Wenn die Spielregeln nicht eingehalten werden, entscheiden wir nach der Versammlung am Donnerstag, ob wir klagen.“

Die Klagedrohung gilt auch, „falls das Verfahren zu kompliziert gestaltet wird“ zur Veränderung der 50+1- Regel.

Kind wird mit Manager Horst Heldt und dem 96-Finanzgeschäftsführer Björn Bremer Donnerstag bei der Mitgliederversammlung auflaufen – und sicher nicht in bester Stimmung.

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