04. Dezember 2018 / 17:23 Uhr

Zernitz-Kapitän Oliver Rosin wehrt sich: "Das grenzt an Rufmord"

Zernitz-Kapitän Oliver Rosin wehrt sich: "Das grenzt an Rufmord"

Marius Böttcher
Zwischen Zernitz-Kapitän Oliver Rosin (l.) und Union-Stürmer Ampofu Nana gab es am Sonntag zahlreiche Zweikämpfe.
Zwischen Zernitz-Kapitän Oliver Rosin (l.) und Union-Stürmer Ampofu Nana gab es am Sonntag zahlreiche Zweikämpfe.
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Kreisoberliga Prignitz/Ruppin: Nach den Rassismus-Vorwürfen gegen seine Person spricht nun der Beschuldigte.

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Es ist aktuell das viel diskutierte Thema bei den Fußballvereinen in Ostprignitz-Ruppin. Was ist am Sonntag beim Kreisoberliga-Kick zwischen Union Neuruppin II und dem Zernitzer SV wirklich passiert? Die Anschuldigungen von Gildenhaller Seite gegen den ZSV-Kapitän Oliver Rosin wiegen schwer: Sowohl rechtsradikale Äußerungen als auch den verfassungswidrigen Hitlergruß in Richtung des aus dem Togo stammenden Union-Angreifers Ampofu Nana wollen die Gastgeber gehört und gesehen haben.

Nach den erheblichen Vorwürfen gegen seine Person bezieht Oliver Rosin, welcher Ampofu Nana laut Unioner Aussagen unter anderem als „dreckiger Neger" bezeichnet haben soll, nun selbst Stellung. „Das grenzt ja an Rufmord. Und so etwas wie ,Neger’ sagen wir ja schon mal gar nicht“, erklärte der Zernitzer Spielführer. Er gibt zu, dass er auf dem Platz gerne mit Worten und Gesten provoziert, bemerkt jedoch: „Das alles ist fern von rechten Dingen. In jeder Partie wird man vollgequatscht, teilweise wird sogar die eigene Familie beleidigt. Sowas lasse ich aber von mir abprallen, darauf gehe ich dann nicht ein.“

Durch den Auswärtserfolg rücken die Zernitzer auf den zweiten Tabellenplatz der Kreisoberliga Prignitz/Ruppin vor.

Trotz zweifacher Führung standen die Hausherren am Ende ohne Punkte da. Zur Galerie
Trotz zweifacher Führung standen die Hausherren am Ende ohne Punkte da. © Marius Böttcher
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Der 32-Jährige arbeitet in Havelberg (Sachsen-Anhalt) auf der Schiffswerft – „zusammen mit Rumänen, Polen und Italienern. Ich komme dort mit allen gut klar und habe keine Probleme. Ich bin kein Nazi, diese Vorwürfe erreichen mich zum ersten Mal und überraschen mich wirklich sehr“, so Rosin.

In der 71. Minute gelang dem Beschuldigten, der bereits nach 18 Minuten von Schiedsrichter Torsten Pache (Groß Buchholz) die Gelbe Karte sah und fortan einem Platzverweis nahe stand, per Kopf der Führungstreffer zum 3:2. Anschließend wollen die Hausherren und mehrere Zeugen die Geste mit dem ausgestreckten rechten Arm gesehen haben, mit welcher der Torschütze in Richtung Ampofu Nana lief. Oliver Rosin: „Das ist absoluter Schwachsinn. Ich erziele nicht oft ein Tor und wollte den Jubel vom Franzosen Antoine Griezmann nachmachen. Da wird halt ein bisschen mit den Armen gewedelt. Mir jetzt irgendwas vorzuwerfen, das gehört sich einfach nicht. Dann sind die Unioner in meinen Augen schlechte Verlierer.“

Bereits am Montag berichtete der SPORTBUZZER vom möglichen Rassismus-Vorfall, der Union-Trainer Malte Neumann fassungslos machte: „So etwas habe ich noch nie erlebt, überhaupt hatten wir bislang keine schlechten Erfahrungen mit unseren Jungs, die eine andere Herkunft haben.“ Zernitz-Coach Marco Urner hielt dagegen: „Wenn es dort irgendwelche Aktionen, die zur rechten Ecke gehören, gegeben hätte, dann würde ich das nicht dulden. Rassismus hat auf dem Sportplatz nichts zu suchen, da bekenne ich mich klar dagegen.“

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Unterdessen bestätigte Kreisoberliga-Staffelleiter Silvio Wöllmann, dass er sich aufgrund der Zeugenberichte sowie der medialen Berichterstattung offizielle Stellungnahmen beider Vereine sowie des Schiedsrichters einholt: „Nach Anschuldigungen mit diesem Ausmaß bin ich dazu gezwungen, zu reagieren. Auch der Fußball-Landesverband Brandenburg wird darüber benachrichtigt.“ Bis zum nächsten Montag erwartet Wöllmann die schriftlichen Reaktionen der Beteiligten, erst dann können nächste Schritte vollzogen werden.

Sowohl die Gildenhaller als auch Zernitz-Trainer Marco Urner, der im Namen des gesamten Vereins sprach, schoben jeglicher Form von Rassismus auf dem Fußballplatz einen Riegel vor. Silvio Wöllmann teilt diese Meinung ebenfalls: „Ich will und kann zu diesem Thema vorerst nichts weiter sagen. Sollte an den Vorwürfen aber etwas dran sein und wurde dieser Gruß gezeigt, dann wäre dies eine Schande für den Fußballkreis Prignitz/Ruppin und den Fußball, den wir hier praktizieren.“

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