29. Juni 2018 / 10:48 Uhr

Zu Chemie Leipzig: Tom Rietzschel verlässt den FC Grimma

Zu Chemie Leipzig: Tom Rietzschel verlässt den FC Grimma

Frank Prenzel
Mannschaftsleiter Tom Rietzschel verlässt den FC Grimma und übernimmt diese Aufgabe beim Traditionsverein BSG Chemie Leipzig.
Mannschaftsleiter Tom Rietzschel verlässt den FC Grimma und übernimmt diese Aufgabe beim Traditionsverein BSG Chemie Leipzig. © Frank Prenzel
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Mannschaftsleiter, Geschäftsstelle und Ausschank – Tom Rietzschel räumt gleich drei Arbeitsplätze, wenn er am Freitag dem Fußballclub Grimma Ade sagt. Der 38-Jährige wechselt zum Traditionsverein BSG Chemie Leipzig.

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Mannschaftsleiter, Geschäftsstelle und Ausschank – Tom Rietzschel räumt gleich drei Arbeitsplätze, wenn er am Freitag beim Fußballclub Grimma zum letzten Mal den Schlüssel im Türschloss umdreht. Der 38-Jährige wechselt zum Traditionsverein BSG Chemie Leipzig und arbeitet dort ab Sonntag als Team-Manager der ersten Mannschaft. An der Mulde dürfte er eine schwer zu füllende Lücke hinterlassen.

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Rietzschel ist gelernter Bankkaufmann, hat wegen einer Krankheit aber nie in diesem Beruf Fuß fassen können. So zog es ihn von Anfang an zum Fußball, und aus dem Spieler wurde ein Organisator. Er schnürte beim Bornaer SV die Töppen und agierte von 2004 bis 2010 als Mannschaftsleiter des damaligen Landesliga-Vereins. Als die Bornaer in eine Krise schlitterten und das Trainergespann entließen, brach er aber die Zelte an der Wyhra ab und ging auf das Angebot von FC-Trainer Daniel Wohllebe ein, an die Mulde zu kommen. Am 1. Juli 2010 wurde der noch junge FC Grimma seine neue Heimstatt.

Multi-Akteur ist Mädchen für alles

Rietzschel schrieb die Presseberichte, agierte als Stadionsprecher, reiste zu den Auswärtsspielen mit. Schon ein Jahr später übernahm er die Geschäftsstelle und löste zur Saison 2012/2013 Rainer Görnitz als Mannschaftsleiter der Ersten ab. „Da bist du Mädchen für alles“, gibt der 38-Jährige lächelnd zu verstehen. Um Ausrüstung und Material hat sich ein Team-Manager ebenso zu kümmern wie um die Planung. Und in der Geschäftsstelle musste er von den Bambini bis zu den Herren alle Fußballer und deren Bedürfnisse im Blick haben – rund 280 Kicker. Dazu noch der Ausschank im Sportlokal. Es war ein Vollzeit-Job, sechs Tage die Woche.

Wechsel in höhere Spielklasse

Jetzt aber der Schnitt. Nach exakt acht Jahren. Rietzschel, der alleinstehend lebt, hat den Verlockungen der grün-weißen Leutzscher nicht mehr widerstanden. Über Co-Trainer Christian Sobottka, mit dem er beim Bornaer SV in einer Mannschaft gestanden hatte, kam der erste Kontakt zustande. Chemie-Präsident Frank Kühne köderte ihn schließlich. Rietzschel ist froh, mit 38 die Chance zu bekommen, in einer höheren Spielklasse tätig zu sein. Es sei eine reizvolle Aufgabe, für so einen Traditionsverein mit mehr als 2000 Zuschauern zu arbeiten. „Das macht schon Laune. Das ist eine Nummer größer, das reizt mich.“ Eigentlich sollte er schon im Februar im Alfred-Kunze-Sportpark anfangen. „Ich wollte das hier aber ordentlich zu Ende bringen“, begründet er seinen Wechsel zum Regionalliga-Absteiger erst nach Saisonschluss.

Rietzschel verlässt Grimma „mit einem weinenden Auge“. Er sei – obwohl von Borna kommend – von Anfang an akzeptiert worden, „die positiven Momente in den acht Jahren überwiegen“. Er wolle die Zeit nicht missen, so der 38-Jährige und sagt: „Ich bin dem Verein und Trainer Wohllebe dankbar.“

Erinnerung an die Flut 2013

Einige Ereignisse seiner Grimmaer Zeit wird er nie vergessen. Dazu zählt die Flut im Juni 2013. In der Sportlerklause wollte er mit anderen das Relegationsspiel Lotte gegen RB Leipzig zum Aufstieg in die 3. Liga schauen, doch in dem Moment fiel schon der Strom aus. „Dann sah ich, wie schnell das Wasser kam. Das war extrem.“ Nur noch die Technik konnten sie aus dem Erdgeschoss retten. In den Tagen und Wochen darauf beeindruckte ihn, „wie der Verein in dieser schwierigen Zeit zusammenhielt“.

Rietzschel: FC-Aufstieg ist Utopie

Wie aus der Pistole geschossen, nennt Rietzschel auch zwei prägende sportliche Momente: 2012, als der FC zu Hause gegen Görlitz in den letzten fünf Minuten aus einem 1:2 ein 3:2 machte und damit den Abstieg in letzter Sekunde abwendete. Und 2016, als Grimma den Sprung in die Oberliga nur knapp verfehlte und Chemie Leipzig den Vortritt lassen musste. Indes: Obwohl sich der FC Grimma in den letzten fünf Jahren immer unter den besten vier Landesligisten befand, glaubt Rietzschel nicht an einen Aufstieg. „Für die nächsten Jahre ist das Utopie“, lautet die Prognose des Mannes, der erst mal in Grimma wohnen bleibt.

Von Frank Prenzel

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