07. September 2018 / 16:47 Uhr

Zum Dreißigjährigen: Wildcard bei Göttinger A-Jugendturnier

Zum Dreißigjährigen: Wildcard bei Göttinger A-Jugendturnier

Jan-Philipp Brömsen
Leroy Sané (blaues Trikot), heute Nationalspieler und für Manchester City am Ball, war 2014 in der Lokhalle für den FC Schalke 04 am Ball.
Leroy Sané (blaues Trikot), heute Nationalspieler und für Manchester City am Ball, war 2014 in der Lokhalle für den FC Schalke 04 am Ball. © Pförtner
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Wenn am 10. Januar das erste Spiel um den Sparkasse & VGH CUP 2019 beginnt, wird die 30. Auflage ausgespielt. Zum ersten Mal vergibt der Veranstalter in Kooperation mit dem SPORTBUZZER Göttingen eine Wildcard.

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Es schwingt im Januar beim größten Hallenfußballturnier für A-Junioren Europas in der altehrwürdigen Lokhalle auch ein wenig Nostalgie und Erinnerung mit: Es wird die 30. Auflage ausgespielt. Im Tageblatt erinnern sich Lutz Renneberg, Holger Jortzik und Dieter Fischbach an ihre persönlichen Highlights des Turniers.

„Dreiviertel des Puzzles sind gelegt“, sagt Turnierchef Renneberg. Seit Januar arbeitet die Crew mit 17 ehrenamtlichen Helfern bereits wieder am Turnier 2019. Aktuell geht es um Sponsoringverträge und Teilnehmer.

Das neue Logo für den Sparkasse & VGH-Cup 2019
Das neue Logo für den Sparkasse & VGH-Cup 2019 © r
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„Die Zuschauer aus Göttingen dürfen sich über zwei Neulinge aus der Bundesliga freuen“, verrät Renneberg. Neu zum Jubiläum: Die Wildcard für einen Startplatz für ein regionales Team. „Der Kreis der möglichen regionalen Mannschaften ist bereits eingegrenzt. Diese werde nach den Herbstferien bekannt gegeben. Alle Vereine haben aber die Möglichkeit, sich bis zum 23. September für die Wildcard bewerben“, erklärt Holger Jortzik, der seit Jahren mit Renneberg das Turnier leitet.

Ansonsten soll der Cup nach dem bewährten Muster ablaufen. „Wir haben wieder fünf internationale Teams, unter anderem Austria Wien“, verrät Jortzik, der betont, dass der Sport im Vordergrund steht. Dieter Fischbach ist schon seit dem ersten Turnier in der damaligen Godehardhalle mit dabei. An den Start in der Lokhalle 1998 kann er sich genau erinnern: „Das war sehr aufregend. Wir wussten nicht ob alles klappt, ob das Dach hält und hatten sogar eine funktionierende Fußbodenheizung – durch den kurz vorher fertiggestellten Untergrund aus Teer.“

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www.arnebaensch.com307 © Bänsch/Schneemann,

Zu Beginn gab es in den Toiletten kein Licht

Fischbach koordiniert gemeinsam mit Hartmut Kachel das Catering. „In den Toiletten gab es kein Licht, und die Elektriker waren noch in der Halle. Die Tribüne war kleiner als heute, aber auch damals hatten wir schon 2000 Zuschauer pro Tag“, blickt Renneberg zurück.

Die ersten internationalen Teams waren 1989 (aus der damaligen DDR) der 1. FC Magdeburg und Motor Nordhausen. „Wir hatten fast keine Unterkünfte. Nordhausen hat auf Ringermatten in der Jahn-Sporthalle übernachtet“, erzählt Renneberg. Der heutige Technikchef Andreas Riedel war 1989 als Spieler für Nordhausen dabei – und gewann. „Andreas war DDR-Auswahlspieler, ist nach dem Turnier nach Göttingen gekommen – und nun schon 20 Jahre beim Turnier als Helfer aktiv“, berichtet Renneberg. Mit Ajax Amsterdam kam 1991 der erste richtige Knaller nach Göttingen – Spieler wie Clarence Seedorf und Patrick Kluviert machten sich später international einen Namen.

Auch im Bereich Catering hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert: „Ich habe nachts die Göttinger Tankstellen abgefahren und Weißbrot zusammengeholt – es gab keine Tankstelle, wo ich nicht war“, erzählt Fischbach. Zu damaligen Zeiten waren die Geschäfte nur bis 18 Uhr geöffnet, und der Andrang war nicht so planbar. „Viele Eltern haben in den ganzen Jahren geholfen. Es gab fast nie Probleme – und es macht bis heute einen Riesenspaß.“ Als Kooperationsvereine sind erneut die SG Harste/Lenglern und der FC Grone dabei, die an allen Turniertagen etwa 150 Helfer für den Verkauf stellen.

Viel zu erzählen hatten die beiden Turnierchefs Lutz Renneberg und Holger Jortzik (v.r.) und Dieter Fischbach vom Organisationsteam
Viel zu erzählen hatten die beiden Turnierchefs Lutz Renneberg und Holger Jortzik (v.r.) und Dieter Fischbach vom Organisationsteam © Jan-Philipp Brömsen

„Ajax und Bayern waren für mich die herausragenden Teams. Ich erinnere mich noch an den damaligen Bayern-Trainer Gerd Müller. Da waren viele Fans in der Godehardhalle“, berichtet Fischbach. „Christian Streich und Norbert Elgert waren die beeindruckendsten Persönlichkeiten an der Bande. Als Mannschaft bleibt mir die Schalker Teams von 2004 und 2006 in Erinnerung. Spieler wie Manuel Neuer, Mesut Özil und Benedikt Höwedes waren dort am Start“ schwelgt Jortzik in Erinnerungen. „Clarence Seedorf war einer der besten Spieler in der Historie. Und wir hatten mit Leroy Sané und Thilo Kehrer die beiden Spieler mit den höchsten Ablösen hier, die später als Profis ins Ausland wechselten.“

Ziel für die kommenden Jahre sei es nicht, das Turnier noch auszuweiten, sondern eher auf dem bisherigen Level zu halten: „Es steckt sehr viel Aufwand darin, das Turnier Jahr für Jahr in dieser Form aufrecht zu halten. Das wird die größte Herausforderung für die Zukunft sein“ blickt Jortzik voraus. „Wir haben uns auch an die digitalen Medien angepasst und ein eigenes CUP-TV initiiert. Beim vergangenen Turnier hatten wir im Live-Stream 107000 Zugriffe – das gilt es zu bestätigen. Eine TV-Übertragung kam für uns, trotz mehrfacher Anfragen von Sport 1, nicht in Betracht“, erklärt Renneberg.

„Letztlich stimmen die Leser ab“, sagt Holger Jortzik

Durch die Aktion des SPORTBUZZER in Zusammenarbeit mit dem Veranstalter haben die regionalen Teams die Möglichkeit, dabei zu sein. „Diese Wildcard ist was Besonderes und der kürzeste Weg zu einer Teilnahme. Letztlich stimmen die Leser ab“, sagt Jortzik. Ob es in den kommenden Jahren immer noch 16 regionale Teams geben wird, sei hingegen offen. „Der demografische Wandel muss berücksichtigt werden, und das Gesamt-Paket der Vereine muss auch passen. Die Wildcard ist eine einmalige Chance – so einfach war es noch nie“, so Jortzik weiter.

Per Video können sich Vereine der Landkreise Göttingen-Osterode und Northeim sowie der Städte Heiligenstadt und Leinefelde bis zum 23. September beim SPORTBUZZER unter goettingen@sportbuzzer.de bewerben. Infos unter gt-sportbuzzer.de und sparkasse-vgh-cup.de.

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