02. Dezember 2015 / 14:44 Uhr

„Zum Stadionumbau gab es keine Alternative“

„Zum Stadionumbau gab es keine Alternative“

Dirk Harten
Das alte Ostseestadion, aufgenommen Anfang der 90er Jahre von einem Flutlichtmast.
Das alte Ostseestadion, aufgenommen Anfang der 90er Jahre von einem Flutlichtmast. © OZ-Archiv
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Unter der Regie von Helmut Hergesell entstand 2001 aus dem alten Ostseestadion eine moderne Fußballarena

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In seinen Anfangsjahren galt das Rostocker Ostseestadion als schönste Sport-Arena der DDR. Doch mehr als vier Jahrzehnte nach seiner Errichtung und speziell nach Hansas zweitem Bundesliga-Aufstieg 1995 war klar: Die Arena war nicht mehr zeitgemäß.

„Wir hatten kaum VIP- Plätze, auch die Vermarktungsmöglichkeiten waren begrenzt“, erinnert sich Helmut Hergesell, seinerzeit Vorstands-Vize. „Allein schon, um infrastrukturell die Lizenz für die Bundesliga zu erhalten, musste Hansa als Mieter in jedem Sommer reparieren und renovieren. Die Stadt als Eigentümer hatte kein Geld, erst recht nicht für einen Neubau. Also mussten wir als Verein damals die Initiative ergreifen. Wir hatten keine Alternative“, sagt Hergesell, der den Neubau federführend begleitet hat.

„Wir haben das Stadion damals zu einem einmaligen Preis-Leistungs-Verhältnis errichtet. Am Ende gaben wir 1,5 Millionen Euro weniger aus, als kalkuliert war“, sagt Hergesell stolz. Trotzdem musste der FC Hansa ein finanzielles Risiko eingehen. „Während in Dresden oder Magdeburg die neuen Stadien von den Kommunen errichtet wurden, ist unser Bau durch das Land und die Hansestadt Rostock jeweils nur mit fünf Millionen Euro bezuschusst worden. Und davon mussten wir auch noch den Umbau des Leichtathletikstadions finanzieren. Für den Rest in Höhe von rund 27,5 Millionen Euro hat der FC Hansa einen Kredit aufgenommen, der auf 20 bis 25 Jahre angelegt war“, berichtet der 74-Jährige.

Die jährlichen Rückzahlungen hätten allein durch den Verkauf der Namensrechte finanziert werden können. Ein Fast-Food-Riese (McDonalds) stand bereit, um sich in einer „McPomm-Arena“ niederzulassen.

„Doch darüber herrschte im Verein leider keine Einigkeit“, erzählt Hergesell, der erster Geschäftsführer im neuen Stadion wurde: „Ich denke, die Leute, die damals dagegen waren, haben es inzwischen bereut.“

Erst 2007 — sechs Jahre nach dem Umbau-Ende — wurden die Namensrechte an eine Bank (DKB) verkauft. „Viel zu spät, zumal als Zweitligist die gewünschten Beträge nicht mehr erzielt werden konnten“, wie auch Hergesell weiß. Die finanzielle Sackgasse, in die der FCH schlitterte, wurde sogar noch enger, als nach dem Abstieg in die 3. Liga kaum noch die Bewirtschaftungskosten eingespielt werden konnten. Erst vor wenigen Wochen hat sich die zugespitzte finanzielle Lage durch das Eingreifen von Investor Rolf Elgeti etwas entspannt, der der Stadiongesellschaft Forderungen in Höhe von 20,3 Millionen Euro abkaufte. Helmut Hergesell hofft nun auf den neuen Klubchef: „Während seine beiden Vorgänger nur davon geredet haben, dass das Stadion ein großer Ballast ist, hat Herr Kompp erkannt, dass die Arena auch eine große Chance für Hansa ist.“ 

OZ

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