Das Karl-Liebknecht Stadion in Babelsberg. © Bernd Gartenschläger

Zum Zweitliga-Aufstieg ausverkauft

Das Karl-Liebknecht-Stadion wurde vor 90 Jahren eröffnet und erlebte einige sportliche Höhepunkte in seiner Geschichte.

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Seit wann tatsächlich auf dem Dreieck zwischen den heutigen Straßen „Allee nach Glienicke“ und „Karl-Liebknecht-Straße“ Fußball gespielt wird, bleibt wohl für immer ein Geheimnis. Doch zumindest das Datum der offiziellen Einweihungsfeier für den städtischen Sportplatz ist bekannt: Sie fand am 25. April 1926 im heutigen Karl-Liebknecht-Stadion, der Heimstätte des SV Babelsberg 03 und von Turbine Potsdam, statt.

Höhepunkt und Abschluss der Eröffnung bildete vor 90 Jahren das erste Fußballspiel zwischen Nowawes 03 und Minerva 05 Nowawes. Es endete standesgemäß 10:0 für 03. Bis zum Ende des Weltkrieges 1945 wurde der Platz sehr intensiv genutzt, so dass später eine zweite Anlage am Schützendamm gebaut wurde (Sandscholle). Vorkriegshöhepunkt war das Pokalspiel zwischen Eintracht Babelsberg und Tennis Borussia (5:2 für Eintracht).

Qualifikation für die neu geschaffene Zonenliga

Am Ende des Krieges war der Platz in einem erbärmlichen Zustand. Bombenkrater hatten das Spielfeld und die Umgebung zerstört. Was noch nicht kaputt war, fiel den Öfen der Bevölkerung zum Opfer. Da Vereine verboten waren, organisierten sich die sportwilligen selbst. Die ehemaligen Rivalen Nulldrei und Eintracht bildeten gemeinsam eine Sportgruppe. Die Babelsberger setzten sich fast ausschließlich aus ehemaligen Nulldrei-Aktiven wie „Schrippe“ Schröder, der am 26.Oktober 1946 erstmals wieder für Babelsberg spielte, zusammen. Hinzu kamen einige ehemalige Eintrachtler.

Das größte Fußballereignis der Jahre bis 1949 erlebte die Sportstätte in der Karl-Liebknecht-Straße am 3. April 1949, als die SG Babelsberg vor 7000 Zuschauern im ersten Endspiel um die Meisterschaft des Landes die BSG Franz Mehring Marga (Brieske-Senftenberg) mit 4:1 besiegte und den Grundstein für die Erringung des Titels legte. Mit diesem Erfolg qualifizierte sich Babelsberg für die neu geschaffene Zonenliga, der späteren DDR-Oberliga.

Nach den Umbauarbeiten bot das Stadion Platz für 15 000 Zuschauer

Doch Oberliga-Ansprüchen genügte der Platz nicht. Der Funktionär Paul Bauschke gab die Losung heraus: „Jeder buddele sich seinen Stehplatz selbst.“ Nimmermüdem Einsatz der vielen Helfer war es zu verdanken, dass die Anlage rechtzeitig zum Saisonbeginn fertig geworden war. Sechs Tage vor dem ersten Oberligapunktspiel wurde die Spielstätte unter dem Namen „Karl-Liebknecht-Sportplatz“ am 28. August 1949 gegen den vorjährigen Leipziger Meister SG Gohlis-Nord eingeweiht. Das Spiel endete 2:1 für die Babelsberger. Ein Berichterstatter schrieb: „Einem grünen Teppich gleich liegt die Rasenfläche des neu hergestellten Sportplatzes in der Karl-Liebknecht-Straße vor uns. Eine würdige Spielstätte haben sich die Babelsberger geschaffen.“

Doch ab Ende der 50er Jahre wurde es ruhig um den Babelsberger Fußball. Erst Anfang der 70er kam man in der Stadt überein, den Sportplatz zu einem Stadion umzubauen, um Voraussetzungen für den Leistungsfußball in Babelsberg zu schaffen. Nach den Umbauarbeiten bot das Stadion Platz für 15 000 Zuschauer. Die Eröffnung des „Karl-Liebknecht-Stadions“ fand am 10. Juli 1976 statt. Das erste Spiel zwischen Motor Babelsberg und der DDR-Nationalmannschaft, die sich unmittelbar auf die Olympischen Spiele vorbereitete und dort am Ende Gold gewann, endete 5:0 für die DDR-Auswahl.

2010 folgten umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen

Von 1976 bis Ende 1992 wurde das Stadion kaum mehr erneuert, sondern nur versucht, die Anlage in Betrieb zu halten. Neben dem am 10. Dezember 1991 gegründeten SV Babelsberg 03 spielt auch die Frauenmannschaft des 1. FFC Turbine Potsdam im Stadion. Die Zuschauerkapazität wurde auf 14 700 reduziert. Mitte der 90er begann der Aufstieg der beiden Teams. Am 9. September 2001, im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf, war das Stadion nach 24 Jahren erstmals wieder ausverkauft und die 14 700 Zuschauer erlebten den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Das stellte erhöhte Ansprüche ans Stadion. Neben Schalensitzen und einem größeren VIP-Bereich wurde auch ein neues Flutlicht installiert. Es entstand eine deutschlandweit einzigartige Anlage, bei der die Masten nach dem Spiel um ein Drittel abgeklappt werden können. Damit wurden die Sichtachsen des Parks, der Teil des Potsdamer Unesco-Weltkulturerbes ist, geschützt. 2010 folgten umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen. Anstelle der östlichen Tribüne wurde eine moderne Tribüne mit Funktionstrakt und Überdachung errichtet. Erstmals gab es im „Karli“ überdachte Stehplätze. Heute bietet es 10 787 Zuschauern Platz, wovon fast 3800 überdacht sind.

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