06. Januar 2018 / 20:59 Uhr

Zuschauerrekord, zufriedener Gastgeber und eine Trophäe auf Abschiedstour

Zuschauerrekord, zufriedener Gastgeber und eine Trophäe auf Abschiedstour

Ulrich Bock
Nach einer kurzen Pause beschwert sich der Sarstedter.
Nach einer kurzen Pause beschwert sich der Sarstedter. © Michelmann
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Die große Nachlese zum REWE Hallen-Masters der FSV Sarstedt.

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Ungefähr einen Meter groß ist der Toto-Lotto-Wanderpokal. Als letzter Fußballer durfte ihn Hendrik Weydandt in die Höhe stemmen, denn Im nächsten Jahr wird es voraussichtlich eine neue Trophäe für den Sieger des Sarstedter Rewe-Hallen-Masters geben. Ob das dann wieder Regionalligist 1. FC Germania Egestorf/Langreder sein wird, wird man sehen. Keinen Zweifel gibt es allerdings darüber, dass der Viertligist bei der 15. Auflage die beste Mannschaft stellte und verdientermaßen die 600 Euro Siegprämie und 22 Punkte in der Qualifikation für das Sportbuzzer Masters einstrich. Im Finale bezwang der Viertligist den Koldinger SV mit 8:2, die Tore von Francisco Javier Pulido León und Martin Pietrucha für den Außenseiter waren lediglich Ergebniskosmetik.

„Wir haben ein gutes Turnier gespielt“, resümierte Koldingens Imad Saadun. Er hatte damit genauso Recht wie Hallensprecher Christian Krebs, der das Endspiel mit diesen, nicht zu hoch gegriffenen Worten ankündigt hatte: „Begrüßen wir die beiden besten Mannschaften.“ Dass die Egestorfer die beste stellten, unterstrich Sebastian Baar im Finale mit seinem Treffer gleich in der 1. Minute. 

Doch der Reihe nach: Das erste Turniertor war Einums Gideon O’Donnell vorbehalten, der beim 2:0 gegen die harmlose TuSpo Schliekum sogar doppelt für den Qualifikanten treffen sollte. Den ersten Akzent in Sachen Fußball setzten direkt im Anschluss die Koldinger beim 5:0 gegen die TSV Burgdorf, allein der Führungstreffer von Spielertrainer Michael Jarzombek per Heber nach feinem Zuspiel von Omar Omeirat war das Eintrittsgeld wert. Dass Hassan Jaber später zum Spieler des Turniers gewählt wurde, verwundert da kaum.

Die Gelb-Blauen wurden nur vom Turniersieger geschlagen, das allerdings gleich zweimal – in der Vorrunde mit 4:2. Einerlei, im Viertelfinale bezwangen die Koldinger den HSC Hannover mit dem Glück der Tüchtigen nach Neunmeterschießen mit 3:2. Pietrucha, Saadun und Jaber trafen, Raoul Reiche parierte den ersten Versuch des HSC – Jaber hatte ihm die richtige Ecke vehement signalisiert. Mit demselben Ergebnis behielten Jarzombeks Schützlinge auch im Halbfinale gegen den SC Harsum die Oberhand, allerdings nach regulärer Spielzeit. Fünf Minuten vor Schluss führten die überzeugenden Harsumer mit 2:0, ehe Saadun per Gewaltschuss erst verkürzte, dann nach einer Ecke ausglich und Pulido León nach einem krassen Torwartfehler das Blatt komplett wendete. Mann des Spiels war allerdings Reiche, der unmittelbar vor der Schlusssirene einen Abschluss von Christian Schäfer mit einem wunderbaren Reflex entschärfte.

Bilder des 15. Rewe Hallen-Masters der FSV Sarstedt

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Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. So sehr die Egestorfer ihrer Favoritenrolle gerecht wurden, so sehr durften die 480 zahlenden Zuschauer, ein Rekord übrigens, vom zweiten Regionalligisten - dem TSV Havelse - enttäuscht sein. 2:1 gegen Titelverteidiger OSV Hannover, 7:1 gegen Qualifikant VfR Germania Ochtersum – so weit, so gut die Gruppenphase. Doch im Viertelfinale unterlag das Team von Christian Benbennek den Harsumern mit 5:6 nach Neunmeterschießen – und das völlig verdient. Schon in der regulären Spielzeit war der Außenseiter näher am Siegtreffer dran als der Favorit, dass Justin Sandvoss den Coup mit seinem verwandelten Versuch eintütete, war nur folgerichtig. Der Ligarivale aus Egestorf und Langreder machte derweil kurzen Prozess mit dem SV Einum. Beim 8:1 hatte das Team in Abwesenheit von Trainer Jan Zimmermann, der bei einem Hallenturnier für Traditionsmannschaften selbst die Schuhe schnürte, keinerlei Mühe – im Gegensatz zum Halbfinale, in dem die Germanen den OSV erst im Neunmeterschießen (5:4) niederringen konnten.

Wenn heute Sportbuzzer Masters wäre: Diese zwölf Teams wären dabei.

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Die gastgebende Freie Sportliche Vereinigung blieb in Gruppe D punktlos, doch es war definitiv mehr drin. Beim 0:2 gegen den SC Harsum hatte Milad Dalaf die große Chance auf den Führungstreffer, er traf jedoch nur den Pfosten, was sich rächen sollte. So waren die Blau-Weißen gegen den SV Bavenstedt unter Zugzwang, Jan Laumann sorgte früh für eine kalte Dusche. Tilo Neumann glich nach einer Ecke von Pavel Dyck per Direktabnahme vermeintlich aus, doch der Schiedsrichter hatte den Ball nicht hinter der Linie gesehen. Kurz darauf war Dyck dann per Neunmeter nach Foul an ihm selbst erfolgreich, nach dem 1:1 brauchten die Sarstedter noch zwei Treffer. Doch die gelangen nur dem Team von Stephan Pietsch, dem Coach des Landesligisten aus Sarstedt übrigens: Marcel Czauderna und Jan Jokuszies, noch so ein Sarstedter, versetzten den Gastgebern den Todesstoß. „Wir haben die Tore nicht gemacht“, ärgerte sich FSV-Trainer Fabian Bodenstedt. Allerdings ärgerte er sich nur ein bisschen. „Insgesamt haben wir ein gutes Turnier gespielt.“

Bleibt noch eine Frage zu klären: Wieso durfte Weydandt den riesigen Pokal zum voraussichtlich letzten Mal in die Höhe stemmen? Des Rätsels Lösung: Die Trophäe ist ein wenig in die Jahre gekommen, schon im Vorfeld gab es Überlegungen, sie auszutauschen.

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