21. Juni 2020 / 15:02 Uhr

Nullnummer bei den Bayern: Meister VfL Wolfsburg bleibt unbesiegt, verpasst aber den Punkte-Rekord

Nullnummer bei den Bayern: Meister VfL Wolfsburg bleibt unbesiegt, verpasst aber den Punkte-Rekord

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Umkämpfte Partie: Joelle Wedemeyer vom VfL Wolfsburg (am Ball) im Zweikampf mit Bayerns Jovana Damnjanovic.
Umkämpfte Partie: Joelle Wedemeyer vom VfL Wolfsburg (am Ball) im Zweikampf mit Bayerns Jovana Damnjanovic. © Getty Images
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Die Meisterschaft war schon entschieden, doch am vorletzten Spieltag wurden die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg noch einmal richtig gefordert: In einem chancenarmen, aber sehr intensiven Spiel gab es ein 0:0 gegen den Tabellenzweiten Bayern München.

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Die Meisterschaft entschied sich bereits vergangenen Mittwoch durch ein 2:0 gegen den SC Freiburg, doch am vorletzten Spieltag wurden die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg noch einmal richtig gefordert: In München trennten sich der VfL und Bayern in einem sehr umkämpften und intensiven Spiel mit 0:0. Bereits im Hinspiel (1:1) gab es ein Remis. Der VfL kann die Saison dank der kämpferischen Leistung weiterhin unbesiegt beenden, hat aber den Punkte-Rekord verpasst: Das Team von Trainer Stephan Lerch kann mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen Leverkusen nur noch maximal 62 Punkte erreichen und den Rekord des 1. FFC Frankfurt (Meister 2005) von 63 Punkten nicht mehr überbieten. Für die Bayern (51 Punkte) geht es am letzten Spieltag gegen die SGS Essen noch um die Qualifikation für die Champions League, da die TSG Hoffenheim (49 Punkte) parallel mit 4:0 gegen Frankfurt siegte.

Ewa Pajor, Felicitas Rauch und Sara Gunnarsdottir standen überraschend nicht im Kader - ihr Fehlen sei laut VfL wegen der hohen Belastungen der letzten Wochen eine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Lena Goeßling, die mittlerweile überwiegend als Innenverteidigerin spielt, rückte gegen Bayern auf die Sechser-Position neben Ingrid Engen. Die Ex-Münchnerin Fridolina Rolfö, für die ein Einsatz ursprünglich noch zu früh kam, schaffte es durch die Ausfälle doch noch in den Kader.

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Die Bayern stellten den neuen alten Meister vor einige Probleme, die Gastgeberinnen waren im ersten Durchgang die aggressivere Mannschaft. Die Münchnerinnen waren mutig und pressten unermüdlich. Der VfL wurde oft gezwungen, das Spiel schnell zu gestalten, was jedoch nicht immer klappte. Oft fehlte die Abstimmung oder Pässe waren ungenau, was auch daran lag, dass der Tabellenzweite die VfLerinnen schnell anlief und immer nah dran war. Viele Räume - wie sonst üblich - boten sich nicht.

Top-Torjägerin Pernille Harder wurde häufig gedoppelt und kam so kaum ins Spiel, eine klare Tor-Chance gab es für den deutschen Meister in den ersten 45 Minuten nicht. Im Gegenzug war es vor allem die Niederländerin Lineth Beerensteyn, die immer wieder gefährlich wurde und die Wolfsburger Hintermannschaft beschäftigte. In der 10. Minute klärten Joelle Wedemeyer und Dominique Bloodworth im letzten Moment gegen die 23-Jährige.

Kurz vorm Pausenpfiff war es sogar die Niederländerin, die einen vielversprechenden Konter des VfL entschärfte. Harder bekam eine Ecke von Carolin Simon vor die Füße, schickte Huth, die im Strafraum zu lange mit dem Abspiel zögerte und von der mitgerannten Beerensteyn überrascht wurde. Die größere Möglichkeit hatten dann die Akteurinnen im roten Trikot: Linda Dallmann war in der 41. Minute frei vor Friederike Abt, konnte das Zuspiel von Lina Magull aber nicht gefährlich aufs Tor bringen.

Auch im zweiten Durchgang neutralisierten sich die Mannschaften überwiegend, Tor-Chancen waren weiterhin Mangelware. In der 57. Minute hatte Popp das 1:0 auf dem Fuß, beförderte den Ball nach einem Chip von Engen aber übers Tor. Die Bayern waren in der 72. Minute wieder nah dran und drückten weiter auf das Tor und den Sieg, der sie sicher für Europa qualifizieren würde, Wedemeyer antizipierte jedoch gut und grätschte in den Schuss von Dallmann. In der Nachspielzeit testete die eingwechselte Rolfö Bayern-Torfrau Laura Benkarth mit einem strammen Schuss aus der Distanz, doch es blieb beim 0:0.

Verteidigerin Bloodworth sagte nach dem Abpfiff: "Beide Mannschaften haben gekämpft und das 0:0 war am Ende fair. Es hat Spaß gemacht, auch wieder gegen eine gute Mannschaft zu spielen. Dass wir hier schon als Meister hinfahren durften, hat es ein bisschen einfacher gemacht."

FCB: Benkarth - Simon, Demann, Wenninger, Illestedt - Gwinn (68. Skorvankova), Magull, Dallmann, Leupolz, Beerensteyn - Damnjanovic (78. Islacker).

VfL: Abt - Wedemeyer (87. Blässe), Doorsoun, Bloodworth, Maritz (46. Wolter) - Goeßling (76. Neto), Engen - Huth (76. Rolfö), Harder (62. Dickenmann), Minde - Popp.

Schiedsrichterin: Wacker (Marbach am Neckar).